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„Unterschreiben Sie auf dem Hintern!“

15. Oktober 2012 I Ostdeutscher Journalistentag

Die „false friends“ kennt man noch aus der Schulzeit. Leider hält das Englische viele Fallstricke bereit. Eveline Goodman-Hedtke zeigte auf dem Ostdeutschen Journalistentag ein paar.

Was sich die englischsprachige Welt wohl denkt, wenn Deutschland mal wieder im Fußball-Taumel ist und Hunderttausende wenn nicht Millionen beim Public Viewing auf der Straße sind. Im Englischen heißt „public viewing“ Leichenschau.

Auf dem Ostdeutschen Journalistentag am 6. Oktober zeigte Sprachtrainerin Eveline Goodman- Hedtke einige böse Fallen, in die Deutsche geraten können. Und Fallen, so zeigte es die Sprachtrainerin für „English for Professionals“, gibt es viele.

Wenn beispielsweise ein deutscher Chef von einem etwas erwartet, ist klar, dass es eine Anweisung ist. Im Englischen hingegen bedeutet „to expect“ eher, dass der Vorgesetzte es nett fände, wenn beizeiten etwas erledigt wird. Auch mit der Übersetzung von „chef“ sollte man im Englischen aufpassen. „Chef“ heißt Koch. Und auch „chief“ sollte man nicht benutzen. Es heißt „Häuptling“.

Gefährlich sind zudem auf den ersten Blick scheinbar richtige Übersetzungen wie: „The fusion took place last month.“ Wenn nur „fusion“ nicht Kernschmelze bedeuten würde; „merge“ (verschmelzen) ist besser. Sehr heikel ist auch „to give a notice“ (jemanden fristgerecht kündigen).

Neu für etliche Teilnehmer des Vortrages war, was man sagt, wenn man ausdrücken möchte, dass man derjenige ist, nach dem am Telefon verlangt wird: Nicht „I am on the phone“ oder dergleichen, ein schlichtes „speaking“ reicht.

Überhaupt die Ansprache. Viele denken, im Englischen gäbe es kein „Du“ und „Sie“, doch so ganz stimmt das nicht. „Can I have“, ist zum Beispiel eine recht neutrale, umgangssprachliche Form, die man unter anderem beim Einkaufen benutzten kann. „May I have“ ist wiederum sehr formal, gesitzt, „could“ hingegen sehr ergeben, doch gleichzeitig weniger formal als „may“. Auch bei Fragen nach dem Befinden gibt es Unterschiede: „How do you do?“ ist förmlich, „how are you?“ gedutzt.

Solche Feinheiten nutzen jedoch wenig, wenn man Sätze sagt wie: „Sign on the backside!“. Die Rückseite ist jedoch „back“. Der Satz hingegen heißt übersetzt: „Unterschreiben Sie auf dem Hintern!“ (js)

Hinweis: Eveline Goodman-Hedtkes Seminarreihe beim DJV Berlin

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