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Versorgungswerk der Presse

Presserat

Jeder kann sich beim Presserat über eine redaktionelle Veröffentlichung in Zeitungen, Zeitschriften und deren Online-Medien beschweren. Alle Beschwerden werden einzeln geprüft und statistisch erfasst. Link zur Seite des Presserates.

7. Dezember 2017

Podiumsdiskussion "Die Zukunft der Tageszeitungen"

Gedruckte Tageszeitungen - ein Auslaufmodell?

Seit der Jahrtausendwende stecken Tageszeitungen in der Krise: Auflage und Erlöse schrumpfen drastisch, die Leserschaft altert rasch, seit 2001 verschwand jedes zehnte Blatt vom Markt.

Bislang wirken Gegenmaßnahmen der Branche unkoordiniert und eher ratlos: Printcopy-Preise wurden massiv erhöht, für Online-Ausgaben lassen sich Bezahlmodelle selten durchsetzen, redaktionelle Sparmaßnahmen schaden Qualität und Attraktivität.

 

Manche Beobachter sehen für Tageszeitungen im digitalen Zeitalter kaum eine Zukunft. Andere sind überzeugt, dass es auch künftig für sie ausreichend Leser und tragfähige Geschäftsmodelle gibt.

Darüber will das Kompetenzteam Medienpolitik des DJV Berlin mit hochrangigen Experten diskutieren: Wie geht es weiter in der deutschen Zeitungslandschaft? Als Podiumsgäste diskutieren: Sebastian Turner, Herausgeber des Berliner "Tagesspiegel", und Hans-Joachim Fuhrmann, langjähriger Kommunikationschef beim Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger.

Das Gespräch findet am 16. Januar 2018 um 19 Uhr in der Geschäftsstelle statt. weitere Infos

7. Dezember 2017

Gute Nachricht für (Ex-)Scheinselbständige und Pauschalisten: Urlaubsentgelt nachfordern!

von Michael Hirschler

Wer als freier Mitarbeiter, „Pauschalist“ oder „fester Freier“ tätig wird, ist in Wirklichkeit häufig Arbeitnehmer. Zu den Nachteilen dieser „falschen Freiheit“ gehört, dass oft kein Urlaubsentgelt gezahlt wird. Jetzt gibt es eine gute Nachricht vom Europäischen Gerichtshof (EuGH).

Wer scheinselbständig gearbeitet hat, kann die Nachzahlung des Urlaubsentgelts fordern. Normale Verfallsfristen für Urlaubsansprüche finden dabei keine Anwendung. Denn ein Arbeitgeber, der den Mitarbeiter mit einem falschen Status versieht, würde durch die Berufung auf Verfallsfristen das Europäische Recht aushebeln. Das Recht der Europäischen Union sieht aber für jeden Beschäftigten das Recht auf mindestens vier Wochen Urlaub vor, und dieser darf vom Arbeitgeber nicht vereitelt werden, urteilte das höchste europäische Gericht. mehr

4. Dezember 2017

Journalisten-Werkstatt »Mobiler Journalismus«

Johannes Altmeyer im Gespräch mit Björn Staschen (r.) Foto: Thaisa Mezzavilla / meko factory

„Mobiler Journalismus“, „Mobile Reporting“ oder auch „Handyjournalismus“ sind eine relativ junge Disziplin im Medienbereich. Im NextNewsLab des NDR setzte man sich mit diesem Trend im aktuellen Fernseh- und Onlinejournalismus aktiv auseinander: Björn Staschen, Leiter des NextNewsLab und als Korrespondent und Reporter des NDR mit journalistischem Rüstzeug bestens ausgestattet, untersucht mit seinem Team die Vor- und Nachteile der neuen AV-Produktionsmöglichkeiten.

In der Journalisten-Werkstatt gewährte er Ende November den anwesenden Medienschaffenden im Berliner taz-Café einen umfassenden und zugleich kurzweiligen Einblick. mehr

1. Dezember 2017

Content-Marketing: Die Übergänge zum Journalismus sind zu fließend

Auf dem Podium diskutierten: Christian Walther, Marin Majica, Ulrike Simon, Patrick Nix, Gregor Landwehr (v.l.n.r.) Foto: Bernd Lammel

von Astrid Sonja Fischer

Ist Content-Marketing ein Tätigkeitsbereich für Freie Journalisten? Dieser Frage ging eine Diskussionsrunde auf Einladung vom DJV-Bundesverband, JVBB und DJV Berlin nach. Auf dem Podium diskutierten am 30.11.2017 unter Moderation von Gregor Landwehr Ulrike Simon, SPIEGEL daily, Patrick Nix, Freier Journalist und Dozent, Berliner Journalisten Schule, Marin Majica, Content Strategist, Marketingagentur C3 und Christian Walther, Vorsitzender des JVBB.

 

Die Berührungsängste von Freien Journalisten mit den neuen Formen der Public-Relation sind groß. Dabei meint Content-Marketing keinesfalls aufdringliche Werbung im Sinne von „Kauf mich“, sondern Informationen, Geschichten und Serviceangebote rund um ein Produkt. Veröffentlicht werden die Beiträge über Social Media, Internetseiten in Fachbeilagen von Tageszeitungen oder in Unternehmensmagazinen. Entscheidend sei die journalistische Qualität, nicht wo der Beitrag erscheine, betonte Christian Walter. Dem widersprach die Medienjournalistin Ulrike Simon entschieden: Imagebildung sei klare Werbung.

 

Die Anforderungen sind beim Content-Marketing andere als im Journalismus. Es reiche nicht eine bestimmte Zeichenzahl abzuliefern. Der Autor müsse die unterschiedlichen Zielgruppen und Kommunikationskanäle in seinem Beitrag berücksichtigen, erläuterte Patrick Nix. 

„Ein grundlegender Unterschied zwischen PR und Journalismus liegt in der Zielrichtung des Auftrags. In der PR und im Content Marketing geht klar darum, einen Kontext für Kunden zu schaffen“, gab Bernd Lammel, Vorsitzender des DJV Berlin zu bedenken, „eine journalistische Recherche ist erst einmal ergebnisoffen. Content Marketing ist Werbung im redaktionellen Kostüm“.

 

22. November 2017

Princeton-Historiker Jan Tomasz Gross im DJV Berlin: Polen muss seine jüngste Geschichte gründlicher aufarbeiten

Foto: Bernd Lammel

Foto: Bernd Lammel

Foto: Bernd Lammel

Foto: Bernd Lammel

Foto: Bernd Lammel

Foto: Bernd Lammel

Foto: Bernd Lammel


von Egbert Steinke

Der polnisch-amerikanische Historiker Jan Tomasz Gross sieht bei der jüngeren polnischen Generation große Wissenslücken, was das interne Verhältnis zur jüdisch-polnischen Geschichte betrifft. Das unterstrich er bei einer stark besuchten Diskussion mit dem KOD (Komitee zur Verteidigung der Demokratie in Polen / Komitet Obrony Demokracji) am 16.November 2017 in den Berliner Verbandsräumen und forderte seine Landsleute auf, die Vergangenheit gründlicher bewusst zu machen und aufzuarbeiten.

Jan Tomasz Gross, -1947 in Warschau geboren -, entstammt einer katholisch-jüdischen Familie, die den Holocaust versteckt überlebt hatte und gerettet wurde. Er begann sein Studium in seiner Heimatstadt, wurde aber 1968 von der Hochschule verwiesen und einige Monate inhaftiert. mehr

21. November 2017

PR trifft Journalismus zum 4. Mal im taz Café

Foto: Henrik Andree

Foto: Henrik Andree

Foto: Henrik Andree

Foto: Henrik Andree

Foto: Henrik Andree


Wie ist zu erkennen, wer im Netz mit wem kommuniziert? Welcher Content erzeugt die gewünschte Resonanz? Welche Metriken sind relevant? Wie verlässlich sind online-generierte Meinungsbilder, Debatten und Kampagnen?

 

Bereits in der Keynote der Veranstaltung beantwortet Cornelius Frey, Gründer des Start ups opinary, die Kernfrage im Zeitgeist.

 

Cornelius Freys Start up ist Vorreiter in der Datenerhebung. Denn wer digital kommuniziert, produziert Daten.

Während Nutzer über das Start-up-Tool opinary aufgefordert werden, sich zu aktuellen Themen zu äußern und ein Meinungsbild zu formen, werden Nutzerdaten und Meinungen gesammelt. Dank der Daten und erkannten Trends können Zielgruppen unmittelbar und zielgerecht auf den passenden Kanälen angesprochen und beworben werden. mehr

6. November 2017

Bundesvorstand: Anne Jacobs gewählt


Neuer Vorstand: Katrin Koemer, Peter Jebsen, Kathrin Konyen, Frank Überall, Wolfgang Grebenhof, Anne Jacobs und Christoph Holbein (v.l.nr.) Bild links: Frank Überall und Anne Jacobs (Fotos: Simone Ahrend/sah-photo)


Der DJV Verbandstag hat die frühere stellvertretende Vorsitzende des DJV Berlin Anne Jacobs zur Beisitzerin im Bundesvorstand gewählt. Sie erhielt 151 von 211 Stimmen. Alter und neuer Bundesvorsitzender ist Frank Überall. Weiterhin im neuen Vorstand wirken Wolfgang Grebenhof und Kathrin Konyon als Stellvertreter, Katrin Kroemer in ihrer Funktion als Schatzmeisterin sowie Christoph Holbein und Peter Jebsen als Beisitzer mit.

6. November 2017

DJV Verbandstag tagt in Würzburg

Foto: Bernd Lammel

Foto: Bernd Lammel

Foto: Bernd Lammel

Foto: Bernd Lammel

Foto: Bernd Lammel

Foto: Bernd Lammel

Foto: Bernd Lammel

6. November 2017

Pressemitteilung zu Lohngleichheit von Männern und Frauen vor Gericht: Birte Meier wehrt sich gegen Ungleichbehandlung

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist ein Verfassungsrecht, im Journalismus aber leider immer noch nicht selbstverständlich. Ein aktueller prominenter Fall macht deutlich, wie schwierig es für die Betroffenen ist, ihr Recht einzuklagen.

Der Vorstand des DJV Berlin wendet sich gegen jegliche Form der Diskriminierung und unterstützt die Betroffene bei ihrem Anliegen.

Am 24. November 2017 findet in der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin dazu eine Tagung statt: Entgelt(un)gleichheit und Entgelttransparenz in der praktischen Anwendung – Die Klage einer Journalistin gegen das ZDF – Rechtsgrundlagen auf europäischer und nationaler Ebene. mehr

27. Oktober 2017

»Wird die Zukunft weiblicher? – Gründerinnen in den Medien und als Medienakteurinnen«

Foto: Henrik Andree

Foto: Henrik Andree

Foto: Henrik Andree

Foto: Henrik Andree

Foto: Henrik Andree

Foto: Henrik Andree


»Wird die Zukunft weiblicher? Gründerinnen in den Medien und als Medienakteurinnen« war das Thema des letzten Journalisten-Salons am 24.10.2017 beim Gastgeber Vodafone Institute for Society and Communications.

Das Problem ist vielschichtig. Laut dem Deutschen Start up Monitor 2016 ist die Szene der jungen Unternehmer eine männliche. So lag im letzten Jahr der Anteil der Gründerinnen bei knapp14 Prozent. Bekannte Probleme wie mangelnde Kinderbetreuung oder soziale Absicherung sind im digitalen Zeitalter emanzipierter Eltern obsolet. Arbeitszeiten und -orte sind für Gründerinnen fließend. Moderne multilaterale Projektteams werden ohne männlich geprägte Führungsstrukturen geführt. Und dennoch, Männer-Runden mit entsprechenden Geschlechterrollenverteilung und spezifischen Kommunikations- und Selbstdarstellungsformen erschweren es sogar Gründerinnen, wahr- und angenommen zu werden. Das Problem ist nicht neu, aber in der innovativen, weltoffenen, digital getriebenen Gründer-Area auf den ersten Blick verwunderlich.

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6. Oktober 2017

RBB: Höhere Gehälter und Honorare unter Dach und Fach

Foto: Bernd Lammel

Rückwirkend zum 1. Oktober steigen im rbb die Gehälter und Honorare um 2,2 Prozent. Eine zweite Erhöhung um noch einmal 2,35 Prozent wird es zum 1. Oktober 2018 geben. Der Familienzuschlag für Feste wird im gleichen Umfang angehoben.

Außerdem erlaubt es der ARD-weite Abschluss zur künftigen Altersvorsorge, dass die Gehälter zum 1. Oktober zusätzlich um 0,4 Prozent angehoben werden. Diese Erhöhung war im Tarifvertrag von 2015 bis zur Klärung der künftigen ARD-Altersvorsorge gesperrt worden. Ferner wurde eine Einmalzahlung von 337 Euro vereinbart, da die Anhebung nicht wie eigentlich vorgesehen zum 1. April 2017 stattfinden konnte.

Während die prozentualen Erhöhungen den bisherigen Abschlüssen in anderen ARD-Anstalten entsprechen, konnte für die festen „12a“-Freien eine weitere Verbesserung erreicht werden. Für sie wird ein „Topf“ angelegt, aus dem Verbesserungen der Sozialleistungen bei den noch in diesem Jahr anstehenden Verhandlungen über einen neuen 12a-Tarifvertrag finanziert werden. Er speist sich aus zwei Quellen: 220.000 Euro, die  im Gehaltstarifvertrag 2015 zur Finanzierung eines (bisher nicht verwirklichten) neuen Honorarrahmens zurückgelegt waren, werden vom rbb verdoppelt. Damit stehen dauerhaft jährlich 440.000 Euro für den künftigen 12a-Tarifvertrag der Freien zur Verfügung. 

15. September 2017

Einfach mal die Seiten wechseln – vom Journalismus zur PR oder umgekehrt – geht das so einfach?“

Spannungsreiche Diskussion im taz-Café. Foto: A. Gählert

Was treibt Journalisten als «Seitenwechsler» in den PR-Bereich? Sind es die hektischen Arbeitsbedingungen, prekäre Arbeitsverhältnisse, die unsichere Auftragslage oder die steigenden Herausforderungen in der digitalen Medienlandschaft? Und wo bleibt das vormalige professionelle kritische Selbstverständnis beim Wechsel? Lassen die erforderlichen Job-Skills der Kommunikatoren einen Wechsel überhaupt zu?

Bei der 3. Ausgabe der Veranstaltungsreihe PR trifft Journalismus stellen sich die Vertreter der beiden Lager PR und Journalismus ihren Wechsel-Erfahrungen, ihren Träumen und Ansprüchen. 

Zu Beginn der spannend deklarierten Debatte benennt Henning Krumrey, seit 2016 Leiter der Abteilung für Politik und Kommunikation der ALBA Group, davor stellvertretender Chefredakteur der Wirtschaftswoche, die für ihn entscheidende Schnittstelle zwischen den Bereichen Journalismus und PR - die Kommunikation. mehr

14. September 2017

DJV Kongress - Besser Online 2017

Mit einem Schwerpunkt auf journalistischen Start-ups geht die Tagung Besser Online des Deutschen Journalisten-Verbands am 23. September in Köln an den Start.

Der jährlich stattfindende Digitalkongress des DJV wird sich einen Tag vor der Bundestagswahl mit der Bedeutung von Fake News für die Politik, mit Rechtsextremismus im Netz und dem Umgang von Journalistinnen und Journalisten mit Hasskommentaren befassen. Wie auch schon in früheren Jahren setzt Besser Online auf die Mischung aus Vorträgen, Best practise und Austausch zwischen den Teilnehmern.

Als Schwerpunkt stehen journalistische Start-ups auf dem Programm. Im sogenannten Bütt-Camp sollen sich ausgewählte Start-ups präsentieren können und so Impulse zur Belebung der journalistischen Gründerszene geben. Weitere Themen bei Besser Online sind Datenjournalismus, Recherche in sozialen Netzwerken, Flüchtlingsmedien und Roboterjournalismus.

31. August 2017

Hintergrundgespräch, Filmabend und Vernissage - "Retter oder Schlepper - die Rolle der NGOs im Mittelmeer"

Foto: Karsten Thielker

Foto: Karsten Thielker

Foto: Karsten Thielker

Foto: Karsten Thielker

Foto: Karsten Thielker

Foto: Karsten Thielker

Foto: Karsten Thielker

Foto: Karsten Thielker

Foto: Karsten Thielker

Foto: Karsten Thielker

Foto: Karsten Thielker

Foto: Karsten Thielker

Foto: Karsten Thielker

Foto: Karsten Thielker


Mehr als 50 Interessierte folgten am gestrigen Abend der Einladung und informierten sich aus erster Hand über die Situation der Flüchtlinge im Mittelmeer. SeaEye-Sprecher Hans-Peter Buschheuer erläuterte die politischen Hintergründe und die Arbeit der NGO vor der Küste Libyens.
AmalBerlin!-Redakteur Khalid Alaboud schilderte seine Flucht aus Syrien und seinen journalistischen Neustart in Berlin.
Aus Barcelona zugeschaltet beschrieb Marcel Mettelsiefen die Entstehung seines oscar-nominierten Dokumentarfilms „Watani – my homeland“, den sich die Teilnehmer im Anschluss an die Diskussion anschauten.
Im Rahmen des Abends eröffnete Bernd Lammel, Vorsitzender des DJV Berlin, die neue Ausstellung mit Bildern des Fotografen Christian Marquardt. Die Fotos zeigen Menschen auf der Flucht über das Mittelmeer.

25. August 2017

„Kein Mensch muss bei der Einreise nach Europa sterben“

Der Fotograf Christian Marquardt dokumentiert die Lage der Flüchtinge im Mittelmehr. Der DJV Berlin zeigt seine Arbeiten in einer neuen Ausstellung. Foto: Bernd Lammel

Mehr als 12 000 Menschen haben die Freiwilligen der NGO Sea-Eye das Leben gerettet. Inzwischen müssen sich die engagierter Retter zynischen Angriffen von Populisten und aus der Politik erwehren.

Mehr noch, ein schwerer Vorwurf steht die Raum: die NGOs würden gemeinsame Sache mit den Schleppern machen.

Der DJV Berlin will es genau wissen und lädt seine Mitglieder und auch interessierte Nicht-Mitglieder am 30. August 2017 zu einem Hintergrundabend rund um das Thema: „Retter oder Schlepper - die Rolle der NGOs im Mittelmeer“ in die Geschäftsstelle in der Alten Jakobstraße 79/80 ein.
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20. Juli 2017

Besuch des DJV Berlin in der Botschaft des Königreichs Belgien

Ghislain D’hoop , Botschafter des Königreichs Belgien begrüßt die DJV Mitglieder. Foto: Alexander Blum

Am Dienstag, dem 18. Juli 2017, lud S.E. Herr Ghislain D’hoop , Botschafter des Königreichs Belgien, den DJV Berlin zu einem informellen Treffen im Rahmen eines gemeinsamen Lunches in die Botschaft. Neben seiner Exzellenz begrüßten weitere wichtige Vertreter des Landes die über 30 Journalistinnen und Journalisten: Frau Christine Detaille, Gesandte des Königreichs Belgien, Herr Koen Haverbeke, Generaldelegierter der Regierung Flanderns, sowie Frau Anna Quadflieg, Leiterin der Vertretung von Ostbelgien, der Föderation Wallonie-Brüssel und der Wallonie in Berlin.
Bei einem Arbeitsessen erläuterten die Diplomaten die föderalen Besonderheiten des Landes und standen anschließend für vertiefende Fragen Rede und Antwort. Die Bandbreite war groß und erstreckte sich von Anmerkungen zu kulturellen und gastronomischen Highlights über politische Fragen bis hin zu Themen wie Klimawandel und Küstenschutz. Nach zwei informativen und kurzweiligen Stunden endete das gemeinsame Mittagessen.

23. Juni 2017

Ein positives Spannungsfeld? - Zweite Runde der Veranstaltungsreihe „PRtrifftJournalismus“

Foto: Simone Ahrend, sah-photo

Foto: Simone Ahrend, sah-photo

Foto: Simone Ahrend, sah-photo

Foto: Simone Ahrend, sah-photo

Foto: Simone Ahrend, sah-photo

Foto: Simone Ahrend, sah-photo

Foto: Simone Ahrend, sah-photo

Foto: Simone Ahrend, sah-photo

Foto: Simone Ahrend, sah-photo

Foto: Simone Ahrend, sah-photo


Von Luise Schneider

Wenn Journalisten PR-Aufträge annehmen und PR-Beiträge im journalistischen Gewand erscheinen, verschwimmen die Grenzen zwischen den beiden Branchen.
Eine Entwicklung, die kontroverse Diskussionen hervorruft, bei einigen für Angst sorgt und von anderen als Chance gesehen wird.
Die zweite Diskussionsrunde der Reihe „PRtrifftJournalismus“ lässt Young Professionnals beider Branchen zu Wort kommen. mehr

21. Juni 2017

Spende der SPD Landesgruppe Bayern überreicht

Wir danken der Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung Dr. Bärbel Kofler wie auch MdB Gabi Fograscher und MdB Marianne Schieder (Bildmitte), die gestern im Deutschen Bundestag eine Spende zugunsten des Journalistenprojekts AMAL Berlin in Höhe von 1500 EUR übergeben hat. Der Betrag wurde von Parlamentariern der SPD Landesgruppe Bayern gesammelt und unterstützt die Mitgliedschaft der AMAL-Redaktionsmitglieder im DJV Berlin. Die iranische Journalistin Mahris Amiri (links im Bild) berichtete Bärbel Kofler im anschließenden Gespräch über die guten Erfahrungen, die sie auch persönlich durch die Mitgliedschaft im DJV Berlin gemacht hat. Foto: BSL

20. Juni 2017

DJV Berlin – der Wandel vom „konsumierenden“ zum „Mitmach-Verband“

Die Wahlen der Gremien des DJV Berlin standen auf der Tagesordnung. Foto: Simone Ahrend / sah-photo


Die Selbstdiagnose des Vorsitzenden ist alarmierend:

Schrumpfende Mitgliederzahlen infolge beruflicher Neuorientierung der Journalistinnen und Journalisten, fallende Einnahmen bei gleichzeitiger Zunahme der sozial begründeten Beratungsgespräche, ein sich rasant wandelndes Berufsfeld mit stetig wachsenden Herausforderungen und die Frage, wie sich der DJV Berlin dem gesellschaftlichen Wandel stellt. 

Mit eindringlichen Worten eröffnet Bernd Lammel die jährliche Mitgliederversammlung des DJV Berlin am 15. Juni 2017. mehr

16. Juni 2017

Symbiose und Schutz: DJV Berlin vereinbart Zusammenarbeit mit Whistleblower Netzwerk

Ali Fahimi, Geschäftsführer des Whistleblower Netzwerk e. V. Foto: Bernd Lammel

Ein ehemaliger Frankfurter Staatsanwalt legt sich mit der Großchemie an. Eine Ex-Wertpapierhändlerin soll für einen Fehler des Managements geradestehen. Zwangspensionierte Steuerfahnder und ein gekündigter Banker gehen gegen organisierte Steuerhinterziehung vor.

Seit dem Watergate-Skandal wissen Medien und Öffentlichkeit um die Bedeutung der Whistleblower als entscheidende Informanten in heiklen politischen und wirtschaftlichen Konstellationen.


Bei der Weitergabe dieser internen Informationen gehen Whistleblower ein hohes Risiko für ihre eigene berufliche Karriere sowie für die private Sicherheit ein. mehr

15. Juni 2017

Mitgliederversammlung 2017

Foto: Simone Ahrend / sah-photo

Foto: Simone Ahrend / sah-photo

Foto: Simone Ahrend / sah-photo

Foto: Simone Ahrend / sah-photo

Foto: Simone Ahrend / sah-photo

Foto: Simone Ahrend / sah-photo

Foto: Simone Ahrend / sah-photo

Foto: Simone Ahrend / sah-photo

Foto: Simone Ahrend / sah-photo



24. Mai 2017

News: Kein Fake! Volles Haus bei Google Deutschland zum Thema Fake News

Foto: Bernd Lammel

Foto: Bernd Lammel

Foto: Bernd Lammel

Foto: Bernd Lammel

Foto: Bernd Lammel

Foto: Bernd Lammel


Was sind Fake News und unter welchen Umständen wirken sie? Was macht sie mächtig?  Oder doch eher inflationär? Werden die Medien vor der nächsten Bundestagswahl vor ihnen gewappnet sein? Vor welchen (un)lösbaren Aufgaben stehen zukünftig Journalisten im Umgang mit Fake News? Eine diffuse Angst geht rum. Angst aus gutem Grund?

Nicht verwunderlich, dass  die Veranstaltung von Google Deutschland in Kooperation mit dem DJV Berlin und dem Medienmagazin NITRO zu diesen aktuell und brisanten Fragen im Mai ausgebucht ist. Das Podium - mit Dokumentarfilmer Marcel Mettelsiefen, Georg Mascolo, Leiter des Rechercheverbundes von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung, Laura Himmelreich, Chefredakteurin des deutschen  VICE.com sowie Sabine Frank, Leiterin Regulierung, Verbraucher- und Jugendschutz bei Google Deutschland, vielversprechend und bunt gemischt besetzt - versucht, das Phänomen Fake News zu fassen, zu entblättern. mehr

24. Mai 2017

Altersversorgung für angestellte ARD-Mitarbeiter gesichert


Nach mehr als fünfjährigen Gesprächen und Verhandlungen mit den ARD-Anstalten hat der Deutsche Journalisten- Verband Eckpunkte für neue tarifliche Versorgungsregelungen für die Angestellten mit ARD, Deutschlandradio und Deutscher Welle vereinbart. Mit dem Verhandlungsergebnis ist ein „wichtiger Beitrag zur Zukunftssicherung der betrieblichen Altersversorgung in den Anstalten geleistet worden“, urteilt DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall. „Es kommt jetzt darauf an, die Eckpunkte in Tarifverträgen auszuformulieren.“ mehr

23. Mai 2017

Geldregen für die Urheber


Von Katharina Dockhorn

Was lange währt, wird endlich gut. Die VG Wort schüttet an die Urheber ab dem Publikationsjahr 2016 alle Einnahmen an den gesetzlichen Vergütungsansprüchen aus. Es sei denn, sie stimmen freiwillig und anonym zu, den Verlagen einen Anteil abzugeben. Das sehen die Verteilungspläne vor, die die Mitgliederversammlung der VG Wort am 20. Mai 2017 in München beschlossen hat. mehr 

12. Mai 2017

Raus aus dem Jammertal

Foto: BILDERMANN ®

Foto: Bernd Lammel

Foto: Bernd Lammel

Foto: BILDERMANN ®

Foto: BILDERMANN ®


Knapp 40 Teilnehmer zählte der Bildjournalistentag 2017 am gestrigen Donnerstag. Fotografen stehen in ihrem Beruf vor vielen Problemen. Der Bildermarkt hat sich verändert: radikal, spürbar, die Existenzgrundlage der Fotojournalisten ist passé, veränderte Tätigkeitsfelder scheinen das Bild des alten „Foto-Profis“ in mehrfacher Hinsicht zu gefährden. Mit der Digitalisierung der Bildproduktion und der digitalen Vermarktung sind die Marktchancen andere.
Und so hieß das Motto des ganztägigen Treffens „Raus aus dem Jammertal“. So informierten sich die Teilnehmer der Tagung zu den aktuellen Entwicklungen im Fotorecht, neuen Ansätzen bei Honorarverhandlungen und modernen Vermarktungsformen.
„Der Tag hat wirklich etwas gebracht“, sagte Rainer Weisflog, Bildjournalist aus Cottbus. Im nächsten Jahr soll das Format fortgesetzt werden.

Siehe auch Bericht auf djv.de

9. Mai 2017

Die aktuellen Weiterbildungsangebote des DJV Berlin

Die digital getrieben, grenzenlose, unmittelbare Verbreitung von Informationen aller Art erfordert von Journalisten und Journalistinnen mehr als klassische Redaktionsarbeit: umfassende, sofort abrufbare Fachkenntnisse, ein universales Bildungsniveau, der souveräne Umgang mit Fake News, das sichere Bedienen des Handwerks bei  Pod-  oder Videocast-Produktionen, das zielgenaue Bespielen  „angesagter“ Kommunikationskanäle, zuzüglich des unmittelbaren Reagierens und Richtigstellens sind einige der ständig wachsenden, sich verändernden, neuen Herausforderungen im journalistischen Alltag. mehr

10. April 2017

Auf den Spuren Einsteins

Foto: Volker Hohlfeld

Foto: Volker Hohlfeld

Foto: Volker Hohlfeld

Foto: Volker Hohlfeld


Ende März organisiert das Kompetenzteam Generation + einen Besuch des Potsdamer Wissenschaftsparks. Die Geschichte des Telegrafenbergs erläuterte der Wissenschaftler Dr. Hofmann und erzeugte dabei eine regelrechte Begeisterung.
Die Historie des Parks reicht bis 1832 zurück, als hier eine optische Telegrafenstation errichtet wurde. Danach siedelten sich zahlreiche Institute an, in denen bedeutende Experimente gelangen, die Dr. Hofmann den Teilnehmern sehr verständlich vermitteln konnte. Interessant auch die Architektur, sowohl der Arbeitsbauten als auch der Häuser, in denen die Wissenschaftler wohnten.
Höhepunkt der Führung war die Besichtigung des  Einsteinturms, der um 1920 erbaut als Sonnenobservatorium  und zur experimentellen Überprüfung der Relativitätslehre Einsteins diente. Der Architekt Erich Mendelssohn leitete mit diesem revolutionären Bauwerk einen neuen Abschnitt der Baukunst ein. Das Sonnenteleskop im Innern ist noch immer in Aktion, das Leibniz-Institut für Astrophysik testet neue Experimente und Geräte und bildet am Instrument Studenten aus. Für die Journalistengruppe war es – trotz Regen – ein spannender Nachmittag. (as)

9. April 2017

Licht ins Dunkel bringen

Foto: Simone Ahrend, sah-photo

Foto: Simone Ahrend, sah-photo

Foto: Simone Ahrend, sah-photo

Foto: Simone Ahrend, sah-photo

Foto: Simone Ahrend, sah-photo

Foto: Simone Ahrend, sah-photo

Foto: Simone Ahrend, sah-photo


In der Ausstellung „Licht ins Dunkel bringen“ präsentiert das Whistleblower-Netzwerk (WBNW) gemeinsam mit dem Fotographen Petrov Ahner deutsche Whistleblower-Fälle und die Schicksale ihrer Protagonisten. Die Ausstellung wurde am vergangenen Freitag in den Räumen des DJV Berlin eröffnet.
Ca. 50 Besucher verschafften sich am Abend einen Eindruck von der gesellschaftlichen Bedeutung der Informationen, die durch Whistleblower bekannt geworden, aber auch von den rechtlichen Risiken, denen Whistleblower in allen Berufsfeldern nach wie vor ausgesetzt sind.
Die Fotos porträtiert Menschen mit Zivilcourage, die ihr Schweigen gebrochen und auf Missstände aufmerksam gemacht haben. Ein ehemaliger Frankfurter Staatsanwalt legt sich mit der Großchemie an.  Eine Ex-Wertpapierhändlerin soll für einen Fehler des Managements geradestehen.
Drei zwangspensionierte Steuerfahnder und ein gekündigter Banker gehen gegen organisierte Steuerhinterziehung vor. 
Demokratie lebt vom öffentlichen Diskurs. Dazu braucht sie Whistleblower, die genau jene Missstände offenlegen, die die Mächtigen an den Schaltstellen von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft gern vertuschen oder unter Geheimschutz stellen.
Die Ausstellung ist noch bis Ende Mai zu sehen.

5. April 2017

DJV-Tagung 24:Stunden:Zukunft in Potsdam

Teilnehmer beim Treffen in Babelsberg Foto: Bernd Lammel

Ich habe noch nie so oft den Satz gehört: „Hier ist meine Mailadresse“, schwärmt Philipp Blanke, Vertreter des Kompetenzteams Junge Journalisten im DJV Berlin, am Ende der zweitägigen Tagung 24:Stunden:Zukunft am vergangenen Wochenende.
 
In Zeiten der Verunsicherungen, gesellschaftlicher Umwälzungen, voranschreitender Digitalisierung der Medienwelt mit ihren unaufhörlich neuen Herausforderungen, scheint das Bedürfnis nach gegenseitigem Austausch, Halt und unterstützender Gemeinschaft größer denn je.
Und so ging es bei dieser Tagung der zukünftigen journalistischen Elite vorerst mehr um ein Miteinander, als um Wettbewerb und Konkurrenzkampf. mehr

4. April 2017

Journalisten-Werkstattgespräch „Arbeiten im Ausland“ mit Petra Sorge

Foto: Bernd Lammel

Foto: Bernd Lammel

Foto: Bernd Lammel

Foto: Bernd Lammel

Foto: Bernd Lammel

Foto: Bernd Lammel


Im Ausland recherchieren und Reportagen schreiben – das klingt nach einem wunderbaren Traum. Doch was Assoziationen nach Urlaub und Freizeit hervorrufen, bedeutet für Journalisten meist ist etwas völlig Konträres.

Petra Sorge, freie Berliner Journalistin, weiß im Journalisten-Werkstattgespräch „Arbeiten im Ausland“ im taz-Café über die wahren Gegebenheiten und Herausforderungen bei Auslandseinsätzen am vergangenen Mittwoch zu berichten: Wie erschließt der Journalist in der Fremde Quellen, findet „richtige“ Themen? Wie werden die Geschichten der heimischen Presse angeboten, wo ganz andere Prioritäten vorherrschen können? Was, wenn das recherchierte Thema glücklich verkauft, das angebotene Honorar aber kaum die bevorstehende Auslagen deckt? mehr

28. März 2017

Bewegende Bilder aus Aleppo

Per Skype zugeschaltet: Marcel Mettelsiefen Foto: Bernd Lammel

25 Mitglieder des DJV Berlin nahmen am Donnerstag an der Vorführung des Dokumentarfilms von Oscar-Anwärter Marcel Mettelsiefen "Watani: My Homeland" über eine syrische Familie aus Aleppo im syrischen Bürgerkrieg auf ihrem Weg ins Exil nach Goslar in der Vertretung Niedersachsens beim Bund teil.

Im Anschluss diskutierte der Bildjournalist aus München per Video-Konferenz mit der Beauftragten für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe des Deutschen Bundestages Dr. Bärbel Kofler mit dem Publikum.
Mitglieder des DJV können Marcel Mettelsiefen beim nächsten Google-Talk persönlich erleben.

22. März 2017

Neue Satzung eingetragen

Die von der Mitgliederversammlung am 18. Oktober 2016 verabschiedete Satzung ist nunmehr vom Amtsgericht Charlottenburg in das Vereinsregister eingetragen worden und wirksam.

Die Satzung des DJV Berlin wurde an verschiedenen Punkten aktualisiert. Einige Regelungen waren redundant, andere konnten gekürzt werden.

Ein Schwerpunkt bildet die Umwandlung der Fachausschüsse in projektorientierte Kompetenzteams, die mehr Mitgliedern die Möglichkeit zu einer aktiven Teilnahme am Verbandsleben öffnen soll, ohne dass sich Mitglieder langfristig für eine Mitarbeit binden müssen.
Mit dieser Neugestaltung will der DJV Berlin der zunehmenden Arbeitsverdichtung im Journalismus und der starken Belastung vieler Ehrenamtlicher in ihrem Beruf entgegenkommen.

21. März 2017

Neun neue Mitglieder von AMAL Berlin

Neue Mitglieder des DJV Berlin (Foto: C. Glade)

Gestern war ein ganz besonderer Tag für den DJV Berlin und neun Redaktionsmitglieder des Projekts AMALberlin.de . Die Journalistinnen und Journalisten wurden Mitglieder unseres Verbandes.

Die Übergabe der Presseausweise in der Evangelischen Journalistenschule Berlin, die das Projekt betreut, fand im Rahmen einer Redaktionssitzung statt. Anne Jacobs (Stellv. Vorsitzende), Clemens Glade (Kompetenzteam Internationales) und Bernd Lammel (Vorsitzender) nahmen an der Sitzung teil und beantworteten Fragen. Alle neuen Mitglieder haben bereits in ihren Herkunftsländern hauptberuflich als Journalisten gearbeitet.

Heute sind zwei Reporter mit den frisch ausgestellten Presseausweisen bereits auf dem Weg zur cebit (Lesen Sie ihren Bericht später auf Amal Berlin), am Donnerstag reisen zwei Reporterinnen nach Leipzig. Die Schwierigkeiten bei der Akkreditierung sollten jetzt der Vergangenheit angehören.

Link: AMAL auf Deutsch

27. Februar 2017

»Rent a Sozi« und die Folgen oder können sich Lobbyisten den Zugang zu politischen Entscheidungsträgern erkaufen?

Foto: Mario Bandi

Foto: Mario Bandi

Foto: Mario Bandi

Foto: Mario Bandi

Foto: Mario Bandi

Foto: Mario Bandi


Birte Meier und Christian Esser war es Ende letzten Jahres mit dem Thema ihres TV-Beitrages „Rent a Sozi“ im ZDF-Magazin »Frontal21« gelungen, eine Debatte über das Sponsoring der SPD auszulösen. In der zweiten Ausgabe des Journalisten-Salons berichten sie nun 3 Monate später im taz Café von der Arbeit zum Bericht und den bisherigen Folgen.

Beide Journalisten plaudern fast – wäre das Thema nicht so empörend – darüber, mit welchen Mitteln sie nach einem Insidertipp auf die Frage »Können sich Lobbyisten den Zugang zu SPD-Politikern erkaufen« Antwort suchten. mehr

21. Februar 2017

Was tun gegen Fake-News und Online-Hass? - Konferenz im Deutschen Bundestag

Einige Teilnehmer der Konferenz (v.l.n.r.): Anne Brasseur, Sascha Lobo, Gülsün Bilgehan, Dr. Jasmin Siri, Prof. Dr. Matthias Kohring Foto: M.Mosuch


Von Michael Mosuch


Rund 60 Europaratsmitglieder, Vertreter von Ministerien, Experten und Journalisten kamen am 13. Februar 2017 im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus des Deutschen Bundestages zusammen, um Ursachen und Lösungsansätze des Phänomens "Online-Hass, Verschwörungstheorien und sinkendes Vertrauen in die Medien" zu diskutieren.

Angesichts der Tatsache, dass bereits 55% der heute Achtjährigen in sozialen Netzwerken aktiv seien, müsse besonderer Wert auf den Erwerb von Medienkompetenz gelegt werden. Menschen suchten gerne stets nach Bestätigung dessen, was sie sowieso schon glauben. Dabei könne eine Selbstkontrolle von typischen Web-2.0-Inhalten, geeignete Strukturen vorausgesetzt, durchaus funktionieren: Wikipedia sei hier bestes Beispiel.

An Initiativen scheint es dabei nicht zu fehlen – als Beispiel stellte Referentin Karolin Schwarz ihre Initiative hoaxmap.org dar: hier werde auf einer Deutschlandkarte anschaulich dargestellt, wo in Deutschland Falschmeldungen mit xenophobem Inhalt aufgedeckt worden seien.

Staatssekretär Gerd Billen vom Bundesministerium der Justiz: "Facebook löscht nur 3% aller gemeldeten justiziablen Einträge, twitter gerade einmal 1%. Die Gespräche mit den Unternehmen werden fortgeführt." 

Als weitere Lösungsansätze gegen den Vorwurf der "Lügenpresse" wurden u.a. genannt:
-          Erläuterungen liefern, Falschaussagen von Verschwörungstheoretikern widerlegen
-          In den Erläuterungen einfache, leicht verständliche Sprache verwenden
-          Valide Quellenbelege mit Nachdruck einfordern
-          Fragen stellen und die Diskussionsgegner in logische Widersprüche verwickeln


13. Februar 2017

Kein alter Hut: PR trifft Journalismus

Auf dem Podium (v.l.n.r): Peter Weissenburger, Silke Engel, Prof. Dr. Klaus Kocks, Silke Burmester, Dirk Benninghoff Foto: Bernd Lammel


Nicht ohne Grund ist eins von einigen Büchern - welche sich der Abhängigkeit von Journalismus und PR widmen, betitelt mit Schwierige Verhältnisse*.

In Zeiten zunehmend medialer Verunsicherung der Rezipienten durch neue Herausforderungen wie das Erkennen von Content Marketing, Native Advertising, Fake News oder Bots, sind dieser Buchtitel und die Fragen Who is who und wo kommt der Inhalt her? aktueller denn je.

Die neue Veranstaltungsreihe PR trifft Journalismus  - initiiert vom Bundesverband Deutscher Pressesprecher - Landesverband Berlin-Brandenburg, dem DJV Berlin sowie der meko factory/Werkstatt  für Medienkompetenz gemeinnützige UG – thematisiert diesen alten und doch so aktuellen „Hut“. mehr

10. Februar 2017

Impressionen des Journalisten-Salons vom 25. Januar 2017 im taz-Cafe

Foto-Credit: Henrik Andree / meko factory

Foto-Credit: Henrik Andree / meko factory

Foto-Credit: Henrik Andree / meko factory

Foto-Credit: Henrik Andree / meko factory

Foto-Credit: Henrik Andree / meko factory

Foto-Credit: Henrik Andree / meko factory

Foto-Credit: Henrik Andree / meko factory

Foto-Credit: Henrik Andree / meko factory

Foto-Credit: Henrik Andree / meko factory

5. Januar 2017

DJV begrüßt Bündnis von Medien gegen Fake News

Der Deutsche Journalisten-Verband begrüßt den Zusammenschluss internationaler Medien zum Netzwerk „First Draft Coalition“ als wichtigen Schritt im Kampf gegen Falschmeldungen. Dem im vergangenen Jahr gegründeten Netzwerk gehören international bekannte Medien wie BBC und NBC an. Aus Deutschland sind die Deutsche Presse- Agentur und Zeit online dazu gestoßen. Ziel des Netzwerks ist, durch länderübergreifende Recherche Falschmeldungen im Netz zu widerlegen. Auch gemeinsame Standards zum Umgang mit Fake News sollen erarbeitet werden.

DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall sieht in dem Zusammenschluss eine „vielversprechende journalistische Antwort“ auf die Irreführung der User durch die Verfasser von Falschmeldungen: „In welchem Umfang Fake News die Meinungsbildung der Menschen verzerren, wissen wir nicht. Aber wir wissen, dass Falschmeldungen haften bleiben. Damit dürfen wir uns nicht abfinden.“

Den Wahrheitsgehalt von Nachrichten könnten nur journalistische Profis verlässlich einschätzen. Deshalb sei das internationale Mediennetzwerk gegen Fake News genau richtig. Überall: „Das ist es, was wir im Kampf gegen die Falschmeldungen brauchen – nicht ein Abwehrzentrum gegen Desinformation, wie es dem Bundesinnenminister vorschwebt.“

19. Dezember 2016

Ehrenmitglied Klaus Kundt gestorben

Klaus Kundt - engagiert beim Verbandstag 2015 Foto: Simone Ahrend

Unser Ehrenmitglied Klaus Kundt ist am 10. Dezember verstorben. Er war sein gesamtes Berufsleben und auch in den Jahren des Ruhestandes eng mit unserem Verband verbunden. Bereits im vergangenen Jahr zwang ihn eine schwere Erkrankung, seine vielfältigen ehrenamtlichen Aktivitäten einzuschränken. Von einem längeren Krankenhausaufenthalt schien er sich, im Kreise seiner Familie zu erholen. So hofften Angehörige und auch seine Mitstreiter im DJV Berlin auf eine Genesung. Die Nachricht von seinem Ableben erschütterte uns deshalb umso mehr.

Klaus Kundt wurde 1930 in Prag geboren, wuchs in Dresden auf und erlernte dort zunächst den Beruf des Zimmermanns. Er engagierte sich politisch in der SPD, kam in Konflikt mit den politischen Nachkriegsverhältnissen in Sachsen und siedelte in den 1950er Jahren nach Westberlin über. Hier absolvierte er eine Ausbildung zum Journalisten und arbeitete als Redakteur der B.Z., die damals noch der Ullstein-Verlag herausgab. Im Jahr 1965 wurde er Mitglied unseres Verbandes. Schon wenige Jahre später engagiert er sich im Betriebsrat des Verlages.

Dem Vorstand des DJV Berlin gehörte er von 1975-1981 an. Als er Anfang der 1980er Jahre als Pressesprecher in die Berliner Verwaltung wechselte, wurde er bis 1992 Vorsitzender des Fachausschusses Wirtschaft und Verwaltung. Danach bekleidete er verschiedene Funktionen im Vorstand und war bis zu Letzt Mitglied des Ehrengerichts des DJV Berlin.

Klaus Kundt unterstützte nach der Spaltung des DJV Berlin mit großem Engagement die Kandidatur von Dr. Peter Pistorius, um einen Neuanfang anzustoßen. Zunächst strebte er im Vorstand an der Seite von Dr. Pistorius die Fusion der Verbände in der Region mit eindringlichen Appellen zur Vernunft an. Er begleitete die Arbeit an einer Fusionssatzung und blieb dem Vorstand nach seinem Ausscheiden aus dem Vorstand als Berater treu. Er selbst wollte jüngeren KollegInnen den Weg in das Gremium freimachen.

Der DJV Berlin verliert ein geschätztes Mitglied, das sich jahrzehntelang überdurchschnittlich für die Belange unseres Berufsstandes eingesetzt hat.

Der Vorstand

30. November 2016

Digitaler Journalismus in Deutschland und den USA: Von der Inspiration zum Geschäftsmodell

Foto: Simone Ahrend, sah-photo

Foto: Simone Ahrend, sah-photo

Foto: Simone Ahrend, sah-photo

Foto: Simone Ahrend, sah-photo

Foto: Simone Ahrend, sah-photo

Foto: Simone Ahrend, sah-photo

Foto: Simone Ahrend, sah-photo

Foto: Simone Ahrend, sah-photo

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von Judith Langowski

Am Mittwochabend im DJV Berlin saßen nur Frauen auf der Bühne. Im Saal: 70 Frauen, 7 Männer. Das Thema, welche Möglichkeiten gibt es im digitalen Journalismus in den USA und Deutschland.
Die Gäste auf dem Podium brachten Fachwissen mit: Ann Friedman, freie Journalistin aus Los Angeles, schreibt regelmäßig für die Los Angeles Times und New York Magazine und ist bekannt für kreative journalistische Konzepte, wie einem Podcast und ihrem regelmäßigen Newsletter, dem Ann Friedman Weekly. Begleitet wurde sie von Teresa Bücker, Redaktionsleiterin bei Edition F und Social Media-Expertin, und Inga Höltmann, Expertin für digitalen Wandel und freie Journalistin, begleitet. mehr

22. November 2016

Gespräch zum Medienwandel

Foto: Bernd Lammel

Foto: Bernd Lammel

Foto: Bernd Lammel

Foto: Bernd Lammel

Foto: Bernd Lammel

Foto: Bernd Lammel


Auf Einladung der Fulbright-Kommission sprachen am vergangenen Freitag, Sebastian Esser, Herausgeber und Gründer des Onlinemagazins „Krautreporter“, Bernd Lammel und Clemens Glade vom DJV Berlin mit amerikanischen Nachwuchsjournalisten zum Thema „Digital Media: New Business Models and Journalistic Formats“. Esser beschrieb das Geschäftsmodell des Krautreporters und die Herausforderungen, Entrepreneur in einer sich wandelenden Medienlandschaft zu sein. Lammel und Glade berichteten von den allgemeinen Herausforderungen, vor denen gerade freie Journalisten heute stehen. Dabei wurde schnell deutlich: die viel zitierte digitale Transformation ist nicht nur ein Thema für Unternehmen, sondern für jeden einzelnen Marktteilnehmer. Die Programm-Teilnehmer beteiligten sich interessiert an diesem Gespräch, das zum Abschlusstag des „Fulbright Berlin Capital Program 2016“ gehörte.
Das Deutsch-Amerikanische Fulbright-Programm verwirklicht die Idee Senator Fulbrights: Die Förderung von gegenseitigem Verständnis zwischen den USA und Deutschland durch akademischen und kulturellen Austausch.

11. November 2016

Soli-Aktion für die MitarbeiterInnen im Berliner Verlag

Noch im alten Haus: die MitarbeiterInnen des Berliner Verlages Foto: Bernd Lammel

Nach den Kürzungsplänen von Dumont für den Berliner Zeitung und Berliner Kurier sollen fast die Hälfte der 160 Mitarbeiter entlassen werden. Ab Mitte November müssen sich alle Mitarbeiter bei der neugründeten Berliner Newsroom GmbH bewerben, dabei konkurrieren sie auch mit Bewerbern von außen.

Berliner Kollegen/innen rufen deshalb zu einer Soli-Aktion auf, um darauf aufmerksam zu machen, wer die Zeitung und seine derzeitige Qualität ausmacht.
Auf Twitter wird unter dem Hashtag #Weiterlesenwollen geteilt, warum die Hauptstadtblätter in der derzeitigen Qualität unverzichtbar für Berlin sind.

8. November 2016

DJV-Verbandstag bestätigt Reformwillen mit deutlicher Mehrheit

Delegierte diskutieren in Bonn Foto: Bernd Lammel

Eine wichtige Entscheidung kam zum Schluss des zweitägigen DJV-Verbandstages in Bonn am 6. und 7. November 2016. Die Delegierten stimmten für eine Modernisierung der Facharbeit.
Der Antrag war das Ergebnis der Beratungen der Strukturkommission. Diese entwickelte Vorschläge die jahrzehntealten Strukturen zu modernisieren. Die Teilnehmer aus den Landesverbänden berieten in einer langen und inhaltlich interessanten Diskussion das Für und Wider. Mit deutlicher Mehrheit folgten die Delegierten schließlich dem Antrag.

Der DJV Berlin hatte seine Struktur bereits in der Mitgliederversammlung am 18. Oktober zeitgemäßer gestaltet und sieht sich durch den Bundestrend in seinem Handeln bestätigt.

7. November 2016

Neuer Blick auf die Puppenallee

Foto: Volker Hohlfeld

Foto: Volker Hohlfeld

Foto: Volker Hohlfeld

Foto: Volker Hohlfeld

Foto: Volker Hohlfeld

Foto: Volker Hohlfeld

Foto: Volker Hohlfeld

Foto: Volker Hohlfeld

Foto: Volker Hohlfeld

Foto: Volker Hohlfeld

Foto: Volker Hohlfeld

Foto: Volker Hohlfeld

Foto: Volker Hohlfeld

Foto: Volker Hohlfeld

Foto: Volker Hohlfeld


von Egbert Steinke


Rund 600 Politische Denkmäler sind in Berlin erfasst. Sie erinnern an prominenten Plätzen stolz oder mahnend an die Vergangenheit oder zeugen im Museum von einer längst verflossenen Zeit. Manche stehen auch vergessen in der Abstellecke. Mit der neuen Ausstellung "Enthüllt - Berlin und seine Denkmäler" zeigt die Sammlung im frisch restaurierten Proviantmagazin der Zitadelle Spandau markante Stücke aus der Berliner Denkmalslandschaft. Das Kompetenzteam Generation+ besuchte diese brillante, aber etwas verborgene Schau am 26. Oktober 2016 und sprach mit der Sammlungsleiterin Carmen Mann. 16 Kolleginnen und Kollegen waren bei dieser Entdeckertour dabei. mehr

21. Oktober 2016

Der DJV Berlin reformiert seine Struktur

Foto: Simone Ahrend, sah-photo

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Der Verband soll für journalistisch tätige Medienschaffende aller Genre und jeden Alters attraktiver werden.


Mit sehr großer Mehrheit hat der DJV Berlin auf der Mitgliederversammlung am 18. Oktober seine Verbandsstruktur grundlegend reformiert. Der Anteil freier Journalisten im Verband hat sich seit 2014 von 55 auf jetzt 70 Prozent erhöht. Eine jahrzehntealte Untergliederung der Mitgliedschaft in mehr als zehn Fachausschüsse mit langen Wahlperioden, in denen die ehrenamtlichen Funktionäre nicht mehr auf die schnell wechselnden Erfordernisse reagieren können, haben die Attraktivität der Verbandsarbeit für einzelne Mitglieder uninteressant gemacht. mehr

6. Oktober 2016

Verband(s)-Leben(s)-Geschichte(n)

Foto: Simone Ahrend, sah-photo

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Foto: Simone Ahrend, sah-photo

Foto: Simone Ahrend, sah-photo

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von Dr. Wolf Siegert


Wenn etwas nicht die Aufgabe dieses Journals ist, dann ist es jede Form von "Hofberichterstattung". Und so sind denn auch die Berichte im Zusammenhang der Arbeit der (Berliner) Journalistenverbände eher rar gesät.

Aber wenn den langjährigen Mitgliedern silberne Ehrennadeln für ihre mehr als 25-jährige Mitgliedschaft überreicht werden, und goldene für ihre 50- oder gar 60-jährige Mitgliedschaft, dann ist das doch ein guter Grund, hier eine weitere Ausnahme zu machen.

Im Nachgang zum offiziellen Teil dieser Veranstaltung vom 5. Oktober 2016 in den Räumen des DJV Berlin wurden zunächst zwei Interviews geführt mit Mitgliedern, die an diesem Tag die goldene Nadel überreicht bekamen, und danach mit drei Mitgliedern, die jeweils eine silberne Nadel erhielten.

Es gab für diese Interviews keinen wirklichen Plan, weder was die Auswahl der Gesprächspartner*innen betrifft, noch die Fragen, die gestellt wurden. Es gab eigentlich nur die Motivation, zu erfahren, woher dieses Engagement für diesen Beruf kommt und was der Anlass war, Mitglied eines solchen Verbandes zu werden - und zu bleiben. Hören Sie selbst

1. September 2016

Wie weiter mit der VG Wort?

Lebhafte Diskussion mit Dr. Staats Foto: Bernd Lammel

von Michael Rediske

Bei der VG Wort geht es nach dem Urteil des BGH, der die bisherige Ausschüttungspraxis gekippt hat, ums Ganze. Am gestrigen Mittwochabend ließen sich Mitglieder von JVBB, DJV Berlin und ver.di über die Pläne der VG Wort informieren und stellten anschließend dem VG-Wort-Geschäftsführer Robert Staats kritische Fragen. Staats plädierte dafür, das Urteil nicht dafür zu nutzen, um die Verleger aus der VG Wort hinauszudrängen. Die vor allem von Freischreiber vertretene Idee, man könne die Ausschüttung an Journalisten und andere Urheber verdoppeln, wenn die Verlage nicht mehr beteiligt würden, hält er –  wie auch der DJV Bundesverband - für realitätsfremd. Sein Hauptargument: Die sogenannte Kopiervergütung, aus der das Gros der Einnahmen der VG Wort kommt, sei schon fast an der von den Gerichten angenommenen Höchstgrenze angelangt. Die Abgabe, die beispielweise beim Kauf eines Druckers fällig würde, ließe sich kaum noch steigern. Und wenn, dann hätten die Verleger rechtlich gute Chancen, mit einer eigenen Verwertungsgesellschaft ihrerseits Ansprüche durchzusetzen, wie schon beim Leistungsschutzrecht auf Filme und Tonträger. Die würden die Ausschüttungen an die Urheber wieder vermindern. Ein Nullsummenspiel also.

 

Der VG Wort-Vertreter stellte demgegenüber die Vorteile einer Verwertungsgesellschaft gemeinsam mit den Verlegern heraus: Sie sei auch vom Gesetzgeber so gewollt gewesen.
Bei der Novellierung des Urhebervertragsgesetzes 2007 sei das auch in der Begründung so formuliert, im eigentlichen Gesetzestext (§ 63a UrhG) jedoch so missverständlich ausgedrückt worden, dass der BGH die gegenwärtige Ausschüttungspraxis gekippt hat. Staats verwies auf einen Entschließungsantrag des Bundestages vom April dieses Jahres, der die Bundesregierung auffordert, zu prüfen, wie auch künftig eine Verlegerbeteiligung sichergestellt werden kann. Einen wesentlichen Vorteil hiervon sieht die VG Wort in der Möglichkeit, ohne Konflikte und langwierige Verhandlungen zwischen Verlegern und Urhebern Lizenzmodelle für sich rasant entwickelnde neue Onlineverwertungen zu schaffen. Getrennte Verwertungsgesellschaften dagegen würden voraussichtlich zu langjährigen Streits vor Gerichten führen – und damit einer vorläufigen Blockierung von Ausschüttungen.

 

Nicht alle Kritiker ließen sich auf dem Informationsabend von diesen Argumenten überzeugen. Bei manchen überwog weiter die Hoffnung, magere Autoreneinnahmen aus der Erstverwertung durch schnell erhöhte Ausschüttungen der VG Wort zu kompensieren. Auch die Kommunikationspolitik der VG Wort während der langen Prozesse bis hin zum Bundesgerichtshof stieß weiter auf Kritik.
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Ein weiterer Bericht kann auf DaybyDay abgerufen werden sowie ein Interview von Dr. Wolf Siegert mit Dr. Robert Staats.

10. August 2016

BesserOnline: Wo steht digitaler Journalismus heute?

Wie behauptet sich Online-Journalismus zwischen Hasskommentaren und Schmähkritik? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der DJV-Tagung Besser Online 2016 am 24. September in Berlin. Wie jedes Jahr im Herbst lädt der Deutsche Journalisten-Verband wieder zu seiner renommierten Konferenz ein – diesmal mit dem Ziel, die „Vermessung des Journalismus“ neu vorzunehmen.

In 16 Panels werden die Teilnehmer aus ganz Deutschland in der Berliner Kalkscheune Maß anlegen, um so zum einen die Bedeutung des Journalismus im digitalen Zeitalter hervorzuheben und zum anderen Abgrenzungen und Schnittmengen neu zu definieren.

Auf zahlreichen Podien diskutieren namhafte Experten wie Juliane Leopold, Stefan Niggemeier, Ingrid Brodnig und Richard Gutjahr aktuelle Entwicklungen in der Branche und medienethische Themen. Diskussionsrunden und Praxis-Workshops zu Trends, Tools und Gadgets runden das Programm ab.

Weitere Infos zur Veranstaltung und Anmeldung finden Sie hier.

10. August 2016

DJV auf der photokina 2016

Der DJV wird auch in diesem Jahr wieder vom 20. bis 25. September mit einem Stand auf der photokina in der Professionals Lounge vertreten sein (Halle 4.1).

Darüber hinaus nimmt der DJV auch am Bühnenprogramm in der Halle 4.1 teil: Mit einem Vortrag zum Thema Fotografen haben Namen, Fotografen haben Rechte, Entwicklungen bei Vergütung, Tarifen und Urheberrechten von Fotojournalisten (23.9., 17.15). Das Veranstaltungsprogramm zur photokina finden Sie hier.

Journalisten können sich mit gültigem Presseausweis bis 2 Wochen vor Messebeginn bei der Kölnmesse online akkreditieren.

21. Juli 2016

Ein Schloss im Tierpark

Schloss Friedrichsfelde

von Robert Meuser

Majestätisch steht es da. Erstaunlich. Sehenswert. Wer es nicht kennt, sollte es mal gesehen haben: Das wunderschöne "Schloss Friedrichsfelde“, integriert am Rande des Tierparks, hatte 2015 sein 330-jähriges Bestehen. Kein Geringerer als der berühmte Gartenkünstler Peter Joseph Lenné hat den barocken Garten gestaltet. Benjamin Raule, mit dem Auftrag zum Aufbau der Brandenburger Marine, war erster Eigentümer - damals hieß es Gut Rosenfeld.
Am 13.Juli 2016 hatte der Fachausschuss "Generation+" eingeladen zur Besichtigung mit Führung durch das wieder hergestellte und restaurierte Schloss mit herrlichen Einrichtungen - dazu auch der große Konzertsaal im 1.Stock - und zudem ausgestattet mit wertvollen Gegenständen wie Mobiliar und großen Schmuck-Vasen.

Rund 20 Teilnehmer haben sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen, wissensreich und unterhaltsam geführt von Thomas Ziolko, dem Vorsitzenden des Fördervereins Zoo und Tierpark, der das Schloss ehrenamtlich betreut. Präsentiert wurde insbesondere die wechselvolle Geschichte des Schlosses sowie in einer Sonderausstellung die diversen Eigentümer der Aristokratie und die individuelle Nutzung des Schlosses im Zuge der Zeitenwende. Überdies hatte es berühmte Besucher wie Napoleon oder den russischen Zar.
Am Ende war unser Besuch ein Erfolg und ein Gewinn neuer Eindrücke und Erfahrungen, viele waren auch begeistert und zufrieden - einige nahmen noch die Gelegenheit wahr zum Besuch des Tierparks, der sich durch besonders viele Tierarten auszeichnet. "Es ist eben die Vielfalt, die auch Berlin ausmacht", meinte eine Kollegin.

18. Juli 2016

Zeit Online: Erstmals Tarifvertrag für Online-Belegschaft unterschrieben

Screenshot vom 18.07.2016 (http://www.zeit.de/karriere/index)

Erstmals ist es der Belegschaft einer Online-Redaktion gelungen, einen Tarifvertrag durchzusetzen, der rund 90 Prozent des bundesweiten Tarifvertrags für Zeitschriften übernimmt. Für die Berliner Mitarbeiter der Firmen ZEIT Online und ZEIT digital haben die Gewerkschaften ver.di und DJV Berlin/Journalistenverband Berlin-Brandenburg einen Tarifvertrag ausgehandelt, der die Situation nicht nur der Redakteure, sondern auch der etwa 45 studentischen Mitarbeiter erheblich verbessert.

Nachdem bereits im April eine Einigung über Eckpunkte erzielt wurde, konnten jetzt die letzten strittigen Fragen geklärt und der Tarifvertrag von allen Seiten unterschrieben werden. Die Regelungen aus dem Manteltarifvertrag für Zeitschriften mit einem zusätzlichen Monatsgehalt, Jahresurlaub, Nacht- und Sonntagszuschlägen sowie der betrieblichen Altersversorgung („Presseversorgung“) für Journalistinnen und Journalisten werden stufenweise an dessen Niveau herangeführt, bei einer Arbeitszeit von 40 Wochenstunden. Außerdem werden den Redakteur/innen zwei freie Wochenenden pro Monat garantiert. Die jährlichen Gehaltserhöhungen in den Flächentarifverträgen werden übernommen. Über die Einführung des im Flächentarif vorgesehenen Urlaubsgeldes wird in einer nächsten Tarifrunde 2020 verhandelt.

Für die etwa 45 studentischen Beschäftigten bei Zeit-Online mit Arbeitszeiten unter 20 Stunden pro Woche sind besondere Regelungen vorgesehen: ein Stundenlohn von 12,50 Euro plus Zuschläge für Nacht- und Sonntagsarbeit.

7. Juli 2016

SPD macht Urhebern Hoffnung

Von Katharina Dockhorn

Aus zwei mach drei: nach dem  Entwurf des Gesetzes zur verbesserten Durchsetzung des Anspruchs der Urheber und ausübenden Künstler auf angemessene Vergütung, der die Position der Urheber gestärkt hätte, und dem Regierungsentwurf, der nach Ansicht der in der Initiative Urheberrecht organisierten Verbände die Position der Schöpfer geistiger Werke gegenüber den Nutzern verschlechtert hätte, folgt der Parlamentsentwurf. Das versprach der SPD-Abgeordnete Christian Flisek bei der Expertenanhörung im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz des Bundestages am 6. Juli.

Für den DJV argumentierte Justiziar Benno Pöppelmann, dass die Honorare für JournalistInnen im Vergleich der durchschnittlichen Einkommen am unteren Ende liegen und deren Entwicklung unter Berücksichtigung der Inflationsrate seit 1998 negativ sei. Die Mehrfachnutzung journalistischer Arbeiten im digitalen Zeitalter und in Zeitungsverbunden, die zu höheren Honoraren hätten führen müssen, zahlte sich für die Urheber nicht aus. Eine angemessene Vergütung jeder Nutzung erfolgte nur selten. Die Mehrfachnutzung müsse aber in der Vergütung ihren Ausdruck finden, so wie es der Referentenentwurf vorsah, forderte Benno Pöppelmann, 

Wer sich gegen miese Bezahlung wehrt oder auf Einhaltung von Vergütungsregeln besteht, verliert oft seinen Auftraggeber. Für dieses Blacklisting, das von der CDU ausdrücklich nachgefragt wurde, hatte der DJV in seiner Stellungnahme etliche Beispiele aufgeführt. Natürlich wurde diese Praxis von Prof. Jan Hegemann für die Verlage bestritten. Sie fürchten das vom DJV geforderte Verbandsklagerecht, bei dem eine Gewerkschaft oder ein Berufsverband die in Vergütungsregeln formulieren Mindesthonorare durchsetzen können.

Zudem erneuerte Benno Pöppelmann für den Verband die Forderung, Vergütungsregeln für allgemeinverbindlich für alle Mitglieder eines Vertragspartners zu erklären. So besaß der BDVZ bei Abschluss der Vergütungsregeln für Tageszeitungen nicht das Mandat aller Landesverbände.
Ein gravierendes Problem sieht der DJV bei der im Regierungsentwurf extrem eingeschränkten  Möglichkeit jedes Autors, Auskunft über die Nutzung seines Werkes zu erhalten. Es drohe die Gefahr, dass Verleger diese mit dem Hinweis verweigern, dass das einzelne journalistische Werk nur untergeordnete Bedeutung habe. Zeitungen und Zeitschriften werden mit dieser Regelung zu Loseblatt-Sammlungen degradiert, pflichtete ihm Prof. Karl-Niklaus Pfeiffer bei. Die Vertreter von Verlagen und Filmwirtschaft konterten mit hohen Verwaltungskosten.

Einig waren sich alle, dass branchenspezifische Vergütungsregeln der richtige Weg sind, um Honorare zu verhandeln. Uneinig ist man sich in der Frage Angemessenheit und der Durchsetzbarkeit.
Der Bundestag wird das Gesetz im Herbst in 2. und 3. Lesung behandeln.

7. Juli 2016

Bleibt Verlegerbeteiligung in den Verwertungsgesellschaften?


Von Katharina Dockhorn


Die Bundesregierung will schnell handeln und die Verwertungsgesellschaften in der jetzigen Form erhalten. Von den im Bundestag vertretenen Parteien stellt keine diesen Grundsatz in Frage. Dies bleibt als Eindruck aus der Anhörung des Ausschusses für Recht und Verbraucherschutz zu der Beteiligung von Verlegern an den Ausschüttungen gemeinsamer Verwertungsgesellschaften von Urhebern und Verlegern. Die Oppositionsparteien wollten die von der Koalition eilig anberaumte Anhörung nicht aussetzen nachdem ihre Vertreter plötzlich in der Mehrheit waren. 

Mit der am 28. April in den Bundestag eingebrachten Gesetzesänderung reagiert die Bundesregierung  auf das Urteil des BGH im Rechtsstreit zwischen der VG Wort und Prof. Vogel, dass in Anlehnung an ein Urteil des EuGH zur RETROBEL entschied, dass die Ausschüttungen der Verwertungsgesellschaften ausschließlich den Urhebern zustehen.

Journalist Henry Steinau und der Anwalt Dr. Urs Verweyen plädierten für die konsequente Umsetzung des Urteils und eine Reform der Verwertungsgesellschaften.  Prof. Christian Sprang für den Börsenverein und Dr. Robert Staats von der VG Wort für eine Beibehaltung der jetzigen Struktur.  Der DJV hat sich ebenso zu Gunsten des Erhalts der VG Wort in der jetzigen Form ausgesprochen.

Martin Vogel  sieht in dem Gesetzesentwurf einen schweren Verstoß gegen das Recht der Europäischen Union (www.perlentaucher.de). Er erwartet, dass das Gesetz in seiner jetzigen Form vor dem Europäischen Gerichtshof nicht Bestand habe. Weitere Rechtsstreitigkeiten zeichnen sich ab.

15. Juni 2016

#GTalkBerlin: Meinung wird gefährlich, wenn sie als Nachricht getarnt wird

Foto: Bernd Lammel

Foto: Bernd Lammel

Foto: Bernd Lammel

Foto: Bernd Lammel

Foto: Bernd Lammel

Foto: Bernd Lammel

Foto: Bernd Lammel

Foto: Bernd Lammel

 

von Katrin Schwahlen und Astrid Fischer

So unterschiedlich ihre Einstellungen auch oft sein mögen, bei der Frage nach "Wieviel Meinung verträgt guter Journalismus" waren sich die Journalistinnen und Journalisten auf dem Podium weitgehend einig: Guter Journalismus braucht eine Haltung, keine Meinung. Ingrid Brodnig, Teresa Bücker, Hans-Ulrich Jörges und Udo Grätz diskutierten auf Einladung von Google, Nitro und DJV Berlin über Qualität und Meinungsvielfalt in Redaktionen, Medienhäusern, sozialen Netzwerken und Blogs.

Ingrid Brodnig, Redakteurin des österreichischen Nachrichtenmagazins profil, hat im April ein Buch über "Hass im Netz"veröffentlicht. Sie bemängelte, dass Medienhäuser immer häufiger ihre Foren schließen statt die Debatten dort zu moderieren. Damit überlasse man Facebook und Co. die Meinungshoheit über wichtige Themen. Teresa Bücker, Redaktionsleiterin des Digitalmagazins Edition F, berichtete von ihren Erfahrungen, dass Medien, die eine Haltung nach außen tragen, weniger Hasskommentare bekommen. Gleichzeitig kritisierte sie, dass viele Medienhäuser in den vergangenen Jahren das Communitymanagement vernachlässigt hätten.

Hunger nach Schlagzeilen

Die emotionale Inszenierung vieler Themen findet vor allem in Onlinemedien und sozialen Netzen statt. Dagegen sei eine klare Haltung der Medien wichtig. Aufgabe der Medien sei es, Abstand zu wahren und Fakten zu checken, so Hans-Ulrich Jörges, denn nur so könne man verhindern, Teil der Empörungsmaschinerie und damit unglaubwürdig zu werden. Für den Kolumnisten und stellvertretenden Chefredakteur des Stern haben sich die Medien längst geändert: "Wir sind faul, wir sind schlampig, wir recherchieren nicht gründlich." Das sei Rudeljournalismus, geprägt von Konformismus, Opportunismus und Alarmismus.

Udo Grätz, stellvertretender Chefredakteur beim WDR, wandte ein, dass aber immer noch mehr als 70 Prozent der Deutschen dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk positiv gegenüberstehen. Und natürlich müsse man die Themen aus den sozialen Medien aufnehmen. "Die AfD ist ein Thema, dann können wir nicht den Klimawandel diskutieren."

Haltung statt Meinung

Einig war sich die Runde, dass es ein absolutes No-go ist, Meinungen als Fakten zu präsentieren. Niemals dürfe eine Meinung als Nachricht ausgegeben werden. Es gebe einen deutlichen Unterschied zwischen Meinung und Haltung. Haltung basiere auf Grundwerten, sei transparent und biete der Leserschaft eine Orientierung. Problematisch werde es, wenn Meinungen unterschwellig und unsichtbar vermittelt würden. Brodnig forderte die Konzentration auf wichtige Themen: "Wenn man als Journalist aus jeder Mücke einen Elefanten macht, gefährdet man die demokratische Debatte". 

Links zu den Medien
Profil    http://www.profil.at/
Edition F https://editionf.com/
Stern    http://www.stern.de/
WDR    http://www1.wdr.de/index.html

5. Juni 2016

Umdenken beim Urhebervertragsrecht?

von Katharina Dockhorn

Geistiges Eigentum habe seinen Preis, daran dürfe es keine Abstriche geben, stärkte Bundeskanzlerin Angela Merkel auf der traditionellen Media Night der CDU den Urhebern den Rücken. Auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters  hatte sich schon an die Seite der Kreativen gestellt als sie betonte, dass alle Nutzungen eines Werkes angemessen bezahlt werden müssen.

Die Äußerung der beiden CDU-Politikerinnen macht den Kritikern des Regierungsentwurfes zur Neugestaltung des Urhebervertragsrechts Mut, dass ihre Einwände ernst genommen werden.  Wie berichtet, hatte Justizminister Heiko Maas im Herbst 2015 einen Referentenentwurf vorgelegt, der von den Verbänden der Kreativen, darunter dem DJV, begrüßt wurde. Er sah unter anderem den Grundsatz der angemessenen Bezahlung jeder Werknutzung und ein effektives Verbandsklagerecht vor, mit dem Verbände wie der DJV für ihre Mitglieder die Einhaltung von Vergütungsregeln einklagen können. Im Moment verzichten viele JournalistInnen darauf, weil sie fürchten, keine Aufträge zu bekommen. Ein gravierendes Problem besteht auch in der ARD, wo beitragsübernahmen zwischen den Sendern den Urhebern oftmals nicht gemeldet und vergütet werden. 

Auf Druck der Verlegerverbände wurden die Verbesserungen aus Maaß` Vorlage im Regierungsentwurf zurück genommen. Er sieht sogar Regelungen vor, die die Urheber schlechter stellen als heute. Dagegen hatte der DJV mehrfach protestiert.

Der Regierungsentwurf geht jetzt in die Parlamentarischen Beratungen. Der Rechtsausschuss des Bundestags beschloss am Mittwoch eine Expertenanhörung, die wahrscheinlich Anfang Juli stattfindet. Die abschließenden Lesungen des Gesetzes sind für den Herbst geplant.

1. Juni 2016

Auf Augenhöhe

Foto: Liesa Fuchs

Foto: Liesa Fuchs

Foto: Liesa Fuchs

Foto: Liesa Fuchs

Foto: Liesa Fuchs

Foto: Liesa Fuchs


von Katharina Dockhorn

Im Regen standen viele Urheber vor dem Reichstag, wo das Parlament ursprünglich heute in erster Lesung über das „Gesetz zur Verbesserung des Anspruchs der Urheber und ausübenden Künstler auf angemessene Vergütung“ beraten wollte. Schauspielerin Ursula Monn, Moderatorin Mo Asumang, Regisseur Stephan Wagner protestierten gemeinsam mit Jürgen Kasten (BVR), Thomas Schmuckert (BFFS) und Gerhard Pfennig von der Initiative Urheberrecht, deren 35 Mitgliedsverbände, darunter der DJV, rund 140.000 Kreative vertreten.

Zahlreiche Mitglieder des DJV Berlin folgten dem Aufruf der Initiative und kamen mit Leitern in die Mitte Berlins, um symbolisch gegen die fehlende Augenhöhe im Verhältnis von Kreativen und Verwertern zu protestieren. "Den positive Ansatz des Referentenentwurfs hat die Bundesregierung gänzlich negiert", sagte Bernd Lammel, Vorsitzender des DJV Berlin und ergänzte: "Medienvielfalt beginnt bei den Urhebern, deren Arbeit durch die Gesetzesänderung erheblich eingeschränkt wird". Denn der Gesetzentwurf der Bundesregierung verschlechtert die Position der Urheber. Drehbuch-Autor Fred Breinersdorfer nannte ihn  „Gesetz zur Eindämmung des Anspruchs der Urheber und ausübenden Künstler auf angemessene Vergütung“.

Trotz der Proteste der Landesverbände des DJV hat der Gesetzentwurf der Bundesregierung den Bundesrat passiert, einzig Thüringen stimmte dagegen. Der DJV Berlin fordert die Abgeordneten des Bundestages auf, dem Gesetz in der vorliegenden Form nicht zuzustimmen. "Statt das Urheberrecht für die Kreativen zu verbessern, sieht der Regierungsentwurf eine Beschneidung ihrer Verhandlungsmöglichkeiten vor", kritisiert auch DJV-Vorsitzender Frank Überall. 

Die zentralen Forderungen des DJV bleiben:

- Die gesetzliche Sicherung des Beteiligungsgrundsatzes, damit jede Nutzung eines Werkes bezahlt wird
- Der Auskunftsanspruch zur Verwertung eines Werkes grundsätzlich für alle Urheber
- Die Verbindlichkeit der Schlichtung
- Ein effektives Verbandsklagerecht
- Beendigungsmöglichkeit eines Vertrages nach angemessener Zeit ohne Einschränkungen

Die Große Koalition verrät mit diesem Gesetzentwurf ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag, die Situation der Urheber zu verbessern und lässt Hunderttausende Kreative im Regen stehen.

20. April 2016

Authentische Geschichten statt Einheitsbrei

Michaela Skott, Miriam Eckert, Judith Bareiß und Tilo Jung diskutierten (v.l.n.r.) Foto: Bernd Lammel


Von Astrid Sonja Fischer

Journalismus verändert sich. Der Medienkonsum steigt, das Internet bietet mehr Informationen als jemals vorstellbar und der Nutzer gewöhnt sich daran. Vielen genügt die 20 Uhr-Ausgabe der Tagesschau und die Regionalzeitung nicht mehr, sie wollen Hintergründe und Details erfahren. Was das für die Arbeit von Journalisten bedeutet, darüber diskutierten Tilo Jung, Miriam Eckert, Judith Bareiß unter Moderation von Michaela Skott am gestrigen Abend in der Geschäftsstelle des DJV Berlin.

Von der Tageszeitung zum Online-Medium: Das erfordert andere Fähigkeiten von den Redakteuren. Miriam Eckert, die seit 2014 zum Team der impulse-Onlineredaktion gehört, berichtete, dass viele Aspekte des Online-Journalismus nicht Bestandteil ihrer journalistischen Ausbildung waren, aber es viele Möglichkeiten gebe, sich diese selbst anzueignen: Stammtische, Webinare, Seminare, Netzwerke seien hierbei hilfreich.
Tilo Jung, der mit dem Web-Format “Jung & Naiv - Politik für Desinteressierte” und seinen ungeschnittenen Einzelinterviews bekannt wurde, betonte die gestiegene Bedeutung von Authentizität: Junge Menschen haben einen „Bullshit-Detektor“ und erkennen schnell, wenn jemand nicht authentisch ist und wollen sich nicht damit zufrieden geben.“ Ältere Generationen bemerkten dies zwar auch, würden es aber eher akzeptieren.

Authentisch zu sein, ist auch ein zentrales Thema für Schauspieler. Judith Bareiß, Journalistin und Schauspielerin, geht es nicht darum, so zu tun als ob, sondern echte Berührungen zu finden und in den Dialog zu treten. Das genaue Zuhören prägt auch die Interviews von Tilo Jung. Es sei zwar wichtig eine Meinung zu haben, aber in den Gesprächen gehe es ja nicht um die Diskussion von Ansichten, sondern um die Darstellung des Gegenübers mit seiner Motivation.

Klicks, Reichweiten, Follower, Verweildauer – die permanente Analyse der Aufmerksamkeit setzt Onlinejournalisten stark unter Druck. Dennoch sollte niemand seinen Artikel nur darauf auslegen, wie gut er in der Suchmaschinenoptimierung abschneidet. „Es gibt Themen, die nach der Analyse des Leserinteresse nicht mehr gebracht werden, aber andere Themen bleiben einfach in der Berichterstattung“, berichtet Eckert. Die großen Chancen des Online-Journalismus sind noch weitgehend ungenutzt. Jung: „Warum bringen die vielen Anbieter überwiegend die gleichen Geschichten?“ Medienkonzerne setzten zuviel auf Einheitsbrei und sparten oft an langwierigen Recherchen, weil sie glaubten, sich diese nicht leisten könnten. Dabei wäre dies tatsächlich ein Weg, der sie retten könnte.

19. April 2016

David Bernets Dokfilm „Democracy“ für Lola nominiert


Von Katharina Dockhorn

Der DJV Berlin gratuliert Regisseur David Bernet und den Produzenten Arek Gielnik und Dietmar Ratsch zur Nominierung zur Auszeichnung mit dem Deutschen Filmpreis als Bester Programmfüllender Dokumentarfilm. Der Schweizer Regisseur konnte erstmals einen Blick hinter die Kulissen des Gesetzgebungsprozesses im Europaparlaments werfen und zeigt den jahrelangen Kampf des hartnäckigen Grünen-Abgeordneten Jan Philipp Albrecht (MdEP) um ein europäisches Datenschutzgesetz, das jede Form von Datentransfer im Interesse der Bürger schützen soll. Zur wichtigsten Verbündeten Albrechts beim Austarieren der Interessen der einzelnen Länder und Parteien wird EU-Kommissarin Viviane Reding.

Ihr Bemühen war von Erfolg gekrönt. Am 14. April 2016 verabschiedete das EU-Parlament die neuen EU-Datenschutzvorschriften, die den Nutzern die Entscheidung über ihre persönlichen Daten zurückzuggibt und ein hohes und ein einheitliches Datenschutzniveau einführt. Die Reform legt zudem Mindeststandards für die Verwendung von Daten für polizeiliche und gerichtliche Zwecke fest.

Der DJV war Partner des farbfilm-Verleihs bei der Premiere des Films „Democracy – Im Rausch der Daten“ in Berlin. Der Film ist noch in den Kinos und erscheint am 20. Mai auf DVD. Der Deutsche Filmpreis wird am 27. Mai 2016 verliehen. Die Mitglieder des DJV drücken David und seinen Produzenten die Daumen.

18. April 2016

Filmpremiere "Der schwarze Nazi"

Foto: Sera Cakal

Foto: Sera Cakal

Foto: Sera Cakal

Foto: Sera Cakal

Foto: Sera Cakal

Foto: Sera Cakal

Foto: Bernd Lammel


Von Katharina Dockhorn


„Der schwarze Nazi“? Was auf den ersten Blick bereits paradox klingt, spielt die Filmgroteske von Tilman König & Karl-Friedrich König genüsslich und voller schwarzem Humor durch. Im Zentrum ihres Films steht der gut deutsch sprechende Kongolese Sikumoya, der nach langem Warten und Bangen endlich einen deutschen Personalausweis in der Tasche hat. Täglich ist er mit den abschätzenden Blicken der Leipziger konfrontiert, auch den Eltern seiner schwangeren Freundin ist die Beziehung ein Graus. Nachdem er von einer Horde Neonazis krankenhausreif geschlagen wurde, dreht er den Spieß um. Er wird Integrationsbeauftragter der NPO und krempelt die rechte Partei um.

Der Film über Integration, alltäglichen Rassismus und rechte Dumpfbacken wurde unter anderem vom DJV Berlin unterstützt und hatte am 12. April Berlin-Premiere im Traditionskino „Babylon“. Schirmherr der Veranstaltung war Wolfgang Thierse, Bundestagpräsident a. D.
Der Film wurde am Nachmittag von 120 JournalistInnen heiß diskutiert, ehe er bei der festlichen Aufführung am Abend von über 400 Gästen gefeiert wurde.
„Die Realität hat den Film eingeholt“, sagte der Vorsitzende des DJV Berlin, Bernd Lammel und führte aus „denn als das Crowdfunding Projekt begonnen wurde, gab es noch keine Pegida und rassistische Hetzdebatten.“ Ein richtiger Film zur richtigen Zeit.

18. April 2016

Othello des Ostens

Premierenkino Babylon Foto: Sera Cakal

Von Mario Bandi

Der wohlwollende Zuschauer erinnert sich gleich an Shakespeare, wenn er einem Einwanderer aus Afrika namens Sikumoya (Aloysius Itoka) begegnet. Wie der berühmte Venezianer versucht auch der Protagonist seiner neuen Heimat, hier Deutschland, auf eigene Weise fremdenfeindliches Verhalten abzuwehren.

Der Held liebt eine weiße Frau (Judith Bareiss), lernt deutsche Gedichte und Lieder und ist fest überzeugt, dass jeder durch Kultur und Sprache zu einem echten Deutschen werden könne.

Doch die Hoffnungen auf das Familienglück und der Stolz „Deutscher“ zu sein, zerbrechen an einer Wand des Fremdenhasses. Diesem Drama erwächst eine politische Farce, ein ätzender Spott, erschaffen von den Brüdern Tilman und Karl-Friedrich König (Drehbuch, Regie, Produktion). Beide Regisseure des Filmes versuchen so lange es geht das Absurdum ganz realistisch zu entwickeln, lassen manche Szenen erschreckend glaubwürdig erscheinen, bevor man wieder über eine gelungene Karikatur lacht. Der Film ist provokativ, gibt keine Antwort auf die Frage der Integration, doch er zeigt deutlich, dass das wahre Problem nicht zwischen „Weiß“ und „Schwarz“, „deutsch“  oder „nicht deutsch“ liegt, sondern, dass die menschliche Dummheit, nach Albert Einstein, grenzenlos zu sein scheint.

www.derschwarzenazi.de
https://www.facebook.com/Cinemaschwarzabstrus

15. April 2016

Der „Puck von Berlin“ hinterlässt eine Lücke


Von Katharina Dockhorn


Die Berliner Journalisten trauern um eine Legende. Die Fotografin Erika Rabau ist am 10. April nach langer Krankheit verstorben: schwarze Lederjacke und eine stattliche Anzahl von Fotoapparaten um den Hals, unter deren Gewicht sie fast zusammenbrach. In den letzten Jahren kam der bunte Schal dazu, den Berlinale-Direktor Dieter Kosslick ihr um den Hals gelegt hatte. So kannte jeder die zierliche Fotografin, die mit unverkennbarer Stimme jahrzehntelang die Stars und Sternchen bei Filmpremieren oder der Berlinale dirigierte.

Wann sie in Danzig geboren wurde, verriet „der Puck von Berlin“, wie Erika Rabau liebevoll genannt wurden, nie. Als 17jährige ging sie nach Südamerika. In Buenos Aires entdeckte sich die Liebe zum Film. In den sechziger Jahren begann sie in Berlin zu fotografieren. 1972 verpflichtete sie der damalige Berlinale-Direktor Alfred Bauer als offizielle Bilddokumentatorin für die Filmfestspiele. Daneben ging sie als Kleindarstellerin in Filmen von Rainer Werner Fassbinder, Ulrike Ottinger, Wim Wenders, Lothar Lambert, Wolf Gremm und zuletzt Detlev Buck ihrem ursprünglichen Berufswunsch nach.  

2004 erhielt die Bildjournalistin für ihre Verdienste selbst eine Berlinale-Kamera. Der DJV Berlin ehrt sie momentan mit einer kleinen Ausstellung, die am Vorabend der Berlinale 2016 eröffnet wurde. Die Ausstellung in der Geschäftsstelle wurde mit Unterstützung der DEFA-Stiftung und von Samson Vincent organisiert. Ein Teil der Bilder wird Anfang Mai im Rahmen des 26. Filmkunstfestes Schwerin zu sehen sein.

17. März 2016

Urhebervertragsrecht: Echte Reform angemahnt

Der Deutsche Journalisten-Verband appelliert an Bundesrat und Bundestag, die am 16. März 2016 vom Bundeskabinett beschlossene Reform des Urhebervertragsrechts abzulehnen.
„Das ist eine bis zur Unkenntlichkeit verwässerte Reform, die die Situation der Urheber nicht verbessert, sondern den Status quo in Stein meißelt“, kritisiert DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall. Es sei bedauerlich, dass der Bundesjustizminister vor der Kabinettssitzung dem Druck der Verwerter nachgegeben und die Urheber auf dem Altar der Lobbyisten geopfert habe.
Der jetzt beschlossene Regierungsentwurf bleibt weit hinter dem Referentenentwurf des Justizministers zurück. So sollen für journalistische Werke das Auskunftsrecht und der Anspruch auf Rechenschaft in Frage gestellt werden, einen Anspruch auf Vergütung bei mehrfacher Nutzung soll es nicht mehr geben. Verwerter können sich danach leicht dem Risiko einer Verbandsklage durch Verbandsflucht entziehen. Vor allem aber sollen Pauschalverträge mit der Einräumung ausschließlicher Rechte bis zum Ende der Schutzfrist in den Bereichen Presse, Rundfunk und Agenturen ausdrücklich als zulässig festgeschrieben werden.
„Damit ist eine ernsthafte Reform faktisch vom Tisch“, kritisiert Überall. Er fordert den Bundesrat und den Bundestag auf, Ernst zu machen mit der Ankündigung im Koalitionsvertrag der schwarz-roten Bundesregierung, die Lage der Urheber in Deutschland spürbar zu verbessern.

16. März 2016

Starkes Frauenwochenende unter dem Titel: WEIBSBILDER

Foto: Simone Ahrend, sah-photo

von Simone Ahrend

Den Rahmen des 11. Journalistinnen-Kongresses FRAU MACHT MEDIEN umspannte Moderatorin Mechthild Mäsker mit Worten über die Suffragetten, Frauen die sich vor über einhundert Jahren in England für das Wahlrecht von Frauen einsetzten. Bis heute hält das Streben nach Chancengleichheit auch im Journalismus stand. Noch immer steht die Frage nach den Frauenbildern in den Medien, dass weit über 100 Frauen, darunter mehrere Mitglieder des DJV Berlin, am zweiten Märzwochenende während des Kongresses FRAU MACHT MEDIEN beschäftige. 

 

In ihrem Grußwort forderte Kölns parteilose Oberbürgermeisterin Hennriette Reker, die im November Opfer eines Angriffes wurde: »Liebe Frauen, lächelt das, was euch nicht gefällt, nicht tapfer weg, sagt was dagegen, stellt es ab!" Ebenso forderte sie die Frauen heraus, »mehr nach der Gleichstellung zu suchen«. – Fragt sich, ob Frauen und Männer im Journalismus gleich gesehen und beschrieben werden und ob Männer mit derselben Elle gemessen werden. Reker zitiert: »Erst war ich die mit dem Attentat, dann die mit der Armlänge. Ich wäre gerne mal wieder die Oberbürgermeisterin von Köln.« 

 

In den Podien berichteten mehrere Kolleginnen von Übergriffen. So auch die bei einer Legida-Demo in Leipzig angegriffene Journalistin Ine Dippmann. Sie verdeutlichte, dass es im Journalistinnenberuf um Worte geht, darum, sich mit Argumenten zu befassen: »doch viele können oder wollen offensichtlich statt Argumenten lieber Gewalt einsetzen. Dem müssen wir entgegenstehen!« So forderte Britta Hilpert: »Wer angegriffen wurde, soll dies bitte melden«.

Bis zum Erreichen von Chancengleichheit gibt es noch viel zu tun, sieht auch Juliane Leopold im Podium: »Journalismus ist zwar ein Frauenberuf, aber nur in Einstiegs-und Mittelpositionen. In Führungspositionen nicht“. 

 

»Was beim Kongress besprochen wird, das geht uns alle direkt an« beschrieben einige Frauen ihre Motivation, deutschlandweit anreisen. Hier gibt es neben den Begegnungen, Wiederbegegnungen und Gesprächen zum Vernetzen auch Workshops. Wie zum Beispiel der von 

Autorin Isabel Nitzsche. Hier übte eine Gruppe Fertigkeiten zur Karriereplanung und Machtspielregeln. Anita Grasse gab konkrete Tipps Selbstvermarktung, Gisela Goblirsch visualisierte Methoden zum Erreichen von Zielen oder Brigitte M. Schulte, studierte mit einer Gruppe die Methode des Global Media Monitoring (GMMP). Gendersensibilität ist für Medienschaffende noch immer ein Thema, denn Frauen sind in den Medien oftmals nur mit 25% vertreten. 

 

Am Sonntag ging dann der Kongress mit einem Poetry slam mit Ninia Binias zu Ende. Regine Sakowski, die den Kongress elf Jahre lang für den DJV organisierte und sich nun von der Bühne verabschiedete, erhielt viel Beifall für ihre Arbeit.

Mechthild Mäsker schloss: „Auch fast 100 Jahre nach der Suffragettenbewegung gibt es für uns Frauen noch viel zu tun auf dem Weg zu echter Gleichberechtigung in Deutschland. Der Gewalt allgemein und insbesondere der gegen Frauen müssen wir gemeinsam als Gesellschaft entgegenstehen!“

11. Februar 2016

zeit.de: Kreative Mittagspause für gleichen Lohn

Vor der Redaktion von zeit.de in Kreuzberg. Foto: A.Gählert

Unter dem Hashtag  #zoffline hat sich heute die gesamte Berliner Belegschaft von zeit.de demonstrativ sich zur „kreativen Mittagspause“ vor dem Redaktionsgebäude versammelt.


Bei den laufenden Haustarifverhandlungen fordern sie, wie ihre Hamburger Kollegen bezahlt zu werden: nämlich genauso nach dem Zeitschriften-Tarifvertrag wie die Belegschaft der gedruckten Wochenzeitung DIE ZEIT. Das bisherige Angebot der Geschäftsleitung liegt noch weiter darunter.
Bei  nasskaltem Wetters rückten auf dem Askanischen Platz in Kreuzberg die mehr als 60 Redakteure, IT-Experten, studentischen Mitarbeiter und andere zum Gruppenfoto eng zusammen.

Über den Verlauf der Tarifverhandlungen wurde der Twitter-Account https://twitter.com/ZON_402 (der HTTP-Statuscode 402 steht für „payment required“) eingerichtet.

Hier ein Bericht in der taz vom 12.02.16

11. Februar 2016

Ausstellungseröffnung "Erika Rabau"

Foto: Simone Ahrend, sah-photo

Foto: Simone Ahrend, sah-photo

Foto: Simone Ahrend, sah-photo

Foto: Simone Ahrend, sah-photo


Der Star wurde schmerzlich vermisst. Was im Berlinale-Eröffnungsfilm „Hail, Caesar“ zu einem kurzweiligen Filmspaß wird, löste bei der Vernissage der Ausstellung „Erika“ in den Räumen der Geschäftsstelle des DJV Berlin bange Fragen ihrer Freunde, langjährigen Wegbegleiter und Fans aus. Erika Rabau konnte diesen Abend zu ihren Ehren nicht erleben. Nach einem Unfall lag sie lange im Krankenhaus und ist jetzt in der Reha.
Die Genesungswünsche und das Grußwort von Berlinale-Chef Dieter Kosslick überbringt Regisseur Samson Vicent, der die energische Fotografin auf dem Filmfest im Jahre 2007 für seinen Dokumentarfilm „Der Puck von Berlin“ begleitet hatte. Er erzählte im lockeren Gespräch von seiner Faszination für die Grande Dame der deutschen Celebrity-Fotografie, deren markanter Stimme die Stars und Sternchen der Leinwand gerne folgten. Dass sich die Arbeitsbedingungen für die Fotografen bei den Filmfestspielen in den darauf folgenden Jahren durch die der Sponsoren verändert haben, erzählte anschließend Norbert Kesten, einer der Nachfolger von Erika Rabau als offizieller Berlinale-Fotograf.
Rund 100.000 Fotos aus dem reichen Schatz von mehr als 2 Millionen Negativen im Archiv von Erika Rabau hat  Samson Vicent eingescannt. Eine Auswahl von knapp 40 Bildern mit unverwechselbaren und magischen Momenten ist nun wieder der Öffentlichkeit zugänglich. Roman Polanski, Stewart Granger, Lex Barker und Liza Minelli beim Feiern. Maria Schell im Fahrstuhl des Kempi, Gina Lollobrigina auf der Trabrennbahn, Kirk Douglas in Schlaghosen an einer Bushaltestelle vor dem Europa-Center. Völlig eingeschüchtert wirkt dagegen Renate Krößner bei der Pressekonferenz. Erika hat, was einen guten Fotoreporter auszeichnet. Ein bestechend gutes Auge für die Stimmung und das Besondere des Augenblicks. Der Verband dankt der DEFA-Stiftung für die Unterstützung.

10. Februar 2016

Besuch der Österreichischen Botschaft

Zu Gast: Mitglieder des DJV Berlin Foto: Botschaft Österreich

Am Donnerstag, dem 4. Februar 2016, besuchten rund 20 Mitglieder des DJV Berlin die Österreichische Botschaft.
In Zusammenarbeit mit dem Europa-Ausschuss hatte der Botschaftsrat Walter Hecher zu diesem Treffen eingeladen, um über die bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und seinem Nachbarn zu sprechen. Botschaftsrat Hecher beschrieb das Verhältnis beider Ländern als freundschaftlich. Die Arbeit unterscheide sich schon dadurch von der in österreichischen Botschaften in anderen Ländern, dass es vor allem um Detailarbeit gehe, da die Österreicher sehr gut über die Situation in Deutschland informiert sind.
Zur Flüchtlingssituation sagte Hecher, dass eine europäische Lösung gefunden werden muss, bis dahin müsse es notgedrungen vereinzelte nationale Maßnahmen geben. „Wir müssen untereinander und miteinander reden. Keiner darf das Gefühl haben, übervorteilt zu werden.“
Im Anschluss sprach Dr. Heinz Walter vom Außenwirtschafts-Center zu den wirtschaftlichen Beziehungen und erläuterte die Aufgaben des Centers. Auch wirtschaftlich gebe es enge Verflechtungen.
Welche Rolle Deutsche für die Wirtschaft Österreichs tatsächlich spielen, machte der folgende Sprecher deutlich, Uwe Hofer, der über die Digitalisierung des Urlaubslandes Österreich sprach. 2015 gab es 39,4 Mio. Ankünfte und 135,2 Mio. Übernachtungen, so der Geschäftsführer der Exozet Wien. Tourismus ist also ein wichtiger Wirtschaftsfaktor: Ein Fünftel der Vollzeit-Arbeitsplätze sind in der Tourismus- und Freizeitwirtschaft.
Doch die Branche ist im Umbruch. Hofer, der mit Exozet Unternehmen zum Digitalen Wandel berät und sie hindurch begleitet, skizzierte die letzten 15 Jahre und die Veränderungen, die dadurch entstanden. Los ging es 2000 mit Bewertungsportalen, es folgten Content-Plattformen und Soziale Medien. Weiter ging es ab 2007 mit Reiseportalen, 2012 Geo-Targeting und es wird 2016 nicht mit Virtual Reality-Brille enden. Hofer sagt: „Die Wertschöpfungskette verändert sich, Barrieren werden aufgehoben und Angebote stehen unmittelbar nebeneinander.“ Möglicherweise werde es eines Tages keine regionalen Tourismus-Organisationen mehr geben (müssen), da touristische Anbieter ausschließlich direkt mit der Zielgruppe kommunizieren. Große Chancen, aber auch große Herausforderungen, denen sich Österreichs Touristiker stellen. Hofer schloss mit einem Beispiel für gelungene touristische Kommunikation der Österreich Werbung.

9. Februar 2016

DJV unterstützt Aufruf der Initiative Urheberrecht

Der Deutsche Journalisten-Verband hat alle Journalistinnen und Journalisten aufgefordert, sich dem Aufruf der Initiative Urheberrecht für die Reform des Urhebervertragsrechtsanzuschließen. In dem Aufruf, der auf www.urheber.info veröffentlicht wurde, wird der Gesetzgeber zur zügigen Verabschiedung der Reform im Sinne der Urheber aufgefordert.

„ Es wird höchste Zeit, dass im Urhebervertragsrecht endlich die Instrumente gestärkt werden, die zum fairen Ausgleich der Interessen aller Beteiligter und damit zur Stärkung der Position der UrheberInnen und KünstlerInnen führen“, heißtes wörtlich. Ziel der Reform müsse sein, „das Verhältnis von UrheberInnen, ausübenden KünstlerInnen und Verwertern in eine faire Balance zu bringen“.

DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall erinnerte daran, dass freie Journalisten in ihrem Verhältnis zu Verlagen und Rundfunksendern weitdavon entfernt seien, auf gleicher Augenhöhe zu agieren: „In der Praxisdiktieren die Medienunternehmen die Konditionen. Die Freien können nur entscheiden, ob sie zu den vorgegebenen Bedingungen Texte, O-Töne und Fotos liefern wollen oder nicht.“ Damit müsse Schluss sein. Deshalbbegrüße der DJV alle Bestrebungen, die die Rechte der Urheber stärken wollten. Überall forderte insbesondere alle Freien auf, den Aufruf der Initiative Urheberrecht zu unterzeichnen: „Wir müssen deutlich machen, wie wichtig uns diese Reform ist.“

13. Januar 2016

DJV startet Blog zur Gewalt gegen Journalisten

Dokumentiert Gewalt gegen Journalisten: augenzeugen.info

Augenzeugen.info heißt der Blog, den der Deutsche Journalisten-Verband am heutigen Mittwoch gestartet hat. Hier kommen Journalistinnen und Journalisten zu Wort, die Opfer von rechtsextremer Gewalt wurden oder Übergriffe auf Journalisten miterlebt haben.
Die Augenzeugenberichte in Wort, Bild und Video sollen durch Interviews mit Experten und Politikern angereichert werden. Initiator und presserechtlich Verantwortlicher von Augenzeugen.info ist DJV- Bundesvorsitzender Frank Überall, der als Journalist bereits seit zwei Jahrzehnten über den Rechtsextremismus berichtet.
„Viel zu lange haben Politik, Polizei und weite Teile der Öffentlichkeit über die Entwicklungen am rechten Rand der Gesellschaft hinweg gesehen“, moniert Überall. „Hier artikulieren sich erklärte Gegner unserer demokratischen Werte.“ Die Journalisten hätten sie sich zu Zielscheiben ihres Hasses erkoren.

19. Januar 2016

DJV-Fachtagung "FRAU MACHT MEDIEN"

Flyer der Fachtagung

Am 12. und 13. März 2016 wird zum elften Mal „Frau Macht Medien“ in Köln stattfindet. Titel ist diesmal „Weibsbilder – Profile. Produkte. Profite.“  
In einem Workshop soll untersucht werden, wie oft und mit welchen Themen es Frauen in die Medienberichterstattung schaffen. Wie sich das Profil als Journalistin und die Prominenz als Politikerin miteinander vertragen, erläutert Michelle Müntefering in ihrem Impulsreferat zur Eröffnung.
Um Stolperfallen der eigenen Karriereplanung geht es in einer Podiumsdiskussion am ersten Veranstaltungstag, den „Sofa-Talk“ zum Abschluss am 13. März bestreitet die stellvertretende Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen Sylvia Löhrmann.
Mechthild Mäsker, Vorsitzende des DJV-Fachausschusses Chancengleichheit, begründet das Motto der Tagung so: „Wie Frauen in den Medien dargestellt werden, hat mit unserer Berufsausübung zu tun, unserem persönlichen Profil als Journalistin, den Produkten, für die wir arbeiten oder die wir herstellen, und den Profiten, die wir damit erwirtschaften (wollen).“ Darum also „Weibsbilder – Profile, Produkte, Profite.“
Weitere Infos können hier abgerufen werden.

Update 22.01.16
Der DJV-Journalistinnentag FRAU MACHT MEDIEN hat aus aktuellem Anlass das Thema seiner Podiumsdiskussion geändert:
Unter dem Titel „PROVOKATION: Das Frauenbild in Deutschland im Spannungsfeld von Sexismus, Flüchtlingspolitik und Medienalltag“ diskutieren am 12. März fünf Kolleginnen über das, was sich seit der Silvesternacht an Debatten ergeben hat. Die Berichterstattung über die Vorkommnisse in Köln hat in der Politik, in den Medien und in der Gesellschaft den Diskurs über die Flüchtlingspolitik grundlegend verändert.

12. Januar 2016

Impressionen von Demonstration für die Pressefreiheit in Polen am 9. Januar in Berlin

Foto: B. Lammel

Foto: B. Lammel

Foto: B. Lammel

Foto: B. Lammel

Foto: B. Lammel

Foto: B. Lammel

Foto: B. Lammel


Ein kurzes Video kann hier abgerufen werden: https://youtu.be/2xJf14KBfJ0

6. Januar 2016

Demonstration für die Pressefreiheit in Polen am 9. Januar in Berlin

Das Komitee zur Verteidigung der Demokratie (KOD - Komitet Obrony Demokracji) in Polen ruft alle Journalistinnen und Journalisten am Sonnabend, 9. Januar 2016, zu einer Protestkundgebung in Berlin auf. Die Versammlung beginnt um 14 Uhr vor dem Haus der ehemaligen polnischen Botschaft, Unter den Linden 52.

Hintergrund sind die jüngsten Einschritte der polnischen Regierung von Ministerpräsidentin Beata Szydlo in den öffentlich-rechtlichen Medien. Das KOD wirft der Regierung unter der Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) vor, wichtige Positionen in Medien, Justiz und Verwaltung unter die Kontrolle der PiS bringen zu wollen.

Diese Machtkonzentration gefährdet die Unabhängigkeit der Medien. So sollen die öffentlich-rechtlichen Sender in Kulturinstitute umgewandelt werden, an deren Spitze jeweils ein vom Kulturminister Piotr Gliński ernannter Chef steht. Die Rundfunkgebühr soll nach dem Willen Glińskis abgeschafft und durch eine Steuer ersetzt werden.

„Eine solche Art von Staatsmedien kann seine Aufgaben nicht wahrnehmen“ äußert sich der Vorsitzende des DJV Berlin Bernd Lammel und ergänzt: „So wird die unabhängige Berichterstattung und kritische Betrachtung durch die Medien kaum noch möglich sein."
Zeitgleich zur Demonstration in Berlin findet in Warschau eine Protestaktion vor dem öffentlich-rechtlichen Sender TVP statt.