Deutscher Journalisten-Verband Berlin JVBB
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"Journalisten werden davon nichts haben"

7. Oktober 2012 I Ostdeutscher Journalistentag

Verlage nutzen Inhalte von Journalisten in immer größerem Umfang. Oft jedoch ohne das extra zu vergüten. Auch von den Erlösen des geplanten Leistungsschutzrechts wird vermutlich wenig bis gar nichts bei den Journalisten ankommen. Auch auf dem Ostdeutschen Journalistentag wurde über das Urheberrecht gesprochen.

„Die Texte von Journalisten werden immer weiter verbreitet. Doch am Ende des Tages kommt bei den Urhebern nichts an. Wir Journalisten müssen noch viel kämpferischer sein“, sagte Katharina Dockhorn, freie Journalistin und Fachausschuss-Vorsitzende Freie des DJV Berlin, auf dem Ersten Ostdeutschen Journalistentag. Das Thema der der vom JVBB-Vorsitzenden Alexander Fritsch moderierten Runde war „Gratiskultur gegen geltendes Recht – Warum verfällt der Schutzwert von Urheberrechten?“

Auch Benno Pöppelmann, DJV-Justiziar, sagte: „Die Verlage nehmen sich Rechte in umfänglichen Paketen ohne das extra zu vergüten.“ Dr. Christian-Henner Hentsch, Leiter des Schwerpunkts Urheberrecht an der Kölner Forschungsstelle für Medienrecht, und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Büro des CDU-Bundestagsmitglieds Günter Krings, sagte: „Letztendlich können die Verlage nur soviel zahlen wie sie einnehmen. Ich rede nicht von Springer, sondern von kleinen Verlagen im ländlichen Raum.“

Dr. Ralf Bremer, Pressesprecher von Google, sagte: „Das geplante Leistungsschutzrecht ist ein schwammiges Gebilde, dass möglicherweise ein paar großen Verlagen helfen wird. Journalisten werden jedoch nichts davon haben.“

Bruno Kramm, Urheberrechtsbeauftragter bei den Piraten, ergänzte: „Die Aufgabe der Verlegers ist es, wirtschaftliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Das wesentliche ist, das Kultur zuerst zirkulieren muss, dann kann man über ein Honorierungssystem nachdenken.“

Pöppelmann war da skeptisch. Er sagte, Urheber seien für jede Leistung angemessen zu bezahlen. Die Piraten in Nordrhein-Westfalen würden das jedoch aufweichen wollen. Ginge es nach ihnen, würden Urheber beispielsweise für Veröffentlichungen in Pressespiegeln kein Honorar mehr bekommen. „Die konkreten Vorschläge, die bei den Piraten in der Diskussion sind, gehen in Richtung Gratiskultur. Sie gehen nicht in die Richtung, das Urheberrecht zu stärken.“ (js)

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