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Digital-Redaktion von Berliner Zeitung und FR insolvent

10. April 2013 I DuMont Digitale Redaktion

Nach der Übernahme der Frankfurter Rundschau durch die FAZ wird nun die gemeinsame Digital- Redaktion der Rundschau und der Berliner Zeitung zum Problem. Sie war in einer eigenen GmbH ausgegliedert und ist nun insolvent - und damit auch erstmals ein Teil der Berliner Zeitung. Die ist derweil auf der Suche nach einem Zukunftskonzept.

Von Jan Söfjer

Die DuMont Digitale Redaktion GmbH, welche die Digital-Mannschaft der Berliner Zeitung und Frankfurter Rundschau stellt, hat Insolvenz angemeldet. 23 Mitarbeiter sind betroffen. Erstmals ist damit auch ein Teil der Berliner Zeitung insolvent.

Die Digital-GmbH von DuMont war seinerzeit nicht gemeinsam mit der Frankfurter Rundschau in die Insolvenz gerutscht. Sie wurde aber auch nicht von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung übernommen. Für die FAZ wäre das kompliziert geworden, hätte sie dann doch die Digital- Mannschaft der Berliner Zeitung mitgekauft. Eine Lösung hätte sein können, allen Angestellten neue Verträge anzubieten und die GmbH aufzulösen. Doch dafür fehlt es sowohl der jungen Frankfurter Rundschau GmbH und erst Recht der Berliner Zeitung an Mitteln. Bei der Berliner Zeitung stehen im Gegenteil Kündigungen an.

Die Mitarbeiter der Digital-GmbH hatten sich erst vor wenigen Tagen mit einem offenen Brief an ihre Geschäftsführung gewendet. Sie baten darum, sie nicht weiter im Unklaren über ihre Zukunft zu lassen. Doch sie erfuhren nichts. Michael Konken, der DJV-Vorsitzende, kritisiert das Vorgehen von M. DuMont Schauberg: „So geht man nicht mit engagierten Journalisten um.“ Es sei nicht akzeptabel, dass die Geschäftsführung sieben Gesprächstermine mit dem Betriebsrat ohne Begründung abgesagt habe und bislang keine Bereitschaft gezeigt habe, über einen Sozialplan für die Beschäftigten zu verhandeln. Es sei an der Zeit, das schnellstens zu ändern.

Den Eigentümern sei bewusst, wie bitter der Schritt für die Betroffenen sei, so Björn Schmidt, Geschäftsführer von DuMont Net, der Eigner-GmbH der DuMont Digitale Redaktion GmbH: „Nicht von ungefähr wurde die von ihnen produzierte App der FR mit internationalen und nationalen Preisen ausgezeichnet.“

Gleichwohl wird weiterhin jemand FR-online.de und Berliner-Zeitung.de sowie die iPad-Apps der beiden Titel redaktionell betreuen müssen. Das Branchenblatt Kontakter meldet, der Redaktionsausschuss der Berliner Zeitung habe die Mitarbeiter aufgefordert, sich ein Zukunftsmodell für das Hauptstadtblatt zu überlegen, "um im härter gewordenen Berliner Zeitungsmarkt zu bestehen". Dazu gehöre eine "echte Integration der Berliner Onliner in die Redaktion und die Abläufe". Dass man dafür ein ganz neues Team holen wird, ist unwahrscheinlich, das bestehende muss im Gegenteil ausgebaut werden. Der Großteil der Digital-Journalisten bei der Berliner Zeitung - und auch bei der Frankfurter Rundschau - dürfte seine Tätigkeit also vermutlich auch in Zukunft weiter ausüben können. Die Frage ist nur in welchem Anstellungsverhältnis und zu welchen Konditionen.

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