Deutscher Journalisten-Verband Berlin JVBB
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Authentische Momente zwischen Erschöpfung und Hoffnung

23. Februar 2014 I Gezi-Park-Ausstellung

Selten war es so voll gewesen in den Räumen der Geschäftsstelle des DJV Berlin wie vergangenen Samstagabend. Rund 100 Gäste waren anwesend, um die Eröffnung der Ausstellung "Gezi Park • Resistance" mit Fotografien von Sera Çakal zu sehen, welche die Fachausschüsse Bild und Chancengleichheit organisiert hatten. Unter den Gästen waren neben Berliner Medienschaffenden unter anderem auch türkischstämmige Künstler, Landtagspolitiker und Mitarbeiter des Außwärtigen Amtes.

Die Berliner Fotografin, die ihre ersten vier Lebensjahre in Istanbul verbrachte, war während der Bürger- Demonstrationen im vergangenen Sommer im Istanbuler Gezi Park mehrmals persönlich vor Ort. "Ich habe die Anfänge der Proteste über soziale Netzwerke verfolgt", sagte Çakal im Interview mit der HMKW-Professorin und DJV Berlin-Mitglied Verena Renneberg. Die großen türkischen Medien hätten anfangs gar nicht über die Demonstrationen berichtet. Die Fotografin war über die geringe Berichterstattung in der Türkei, aber auch in Deutschland enttäuscht.

"Die Bilder die ich gesehen habe, haben mich erschreckt und ich war wütend über den brutalen Polizeieinsatz", sagte Çakal. "Ich habe es dann nicht länger ausgehalten und wollte selber vor Ort sein, um mir ein eigenes Bild zu machen und zu dokumentieren." Herausgekommen sind beeindruckende Aufnahmen des DJV Berlin-Mitglieds.

Neben den dramatischen Szenen, wie sie von den Medien bevorzugt gedruckt werden, fing sie auch stille, anrührende Momente zwischen Erschöpfung, Trauer, Hoffnung und Zuversicht ein. Es entstanden über eintausend Zeitdokumente.

Der DJV-Berlin-Vorsitzende Berlin Lammel sagte bei der Eröffnung, die Welt der Nachrichtenbilder würde immer mehr zum Spielball lokaler und globaler Konfliktparteien. Immer häufiger stelle sich die Frage: Was ist wahr und was ist inszeniert? Lammel sagte: "Die hier gezeigten Fotografien sind authentische Werke, echte Zeitdokumente, nicht im Geschmacksverstärker Photoshop aufgepeppt. Diese Art Journalismus müssen Redaktionen stärken."

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