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Der Lange Atem

Preisträger Journalistenpreis

28.04.2022

Die drei Preise für den „Langen Atem 2020/21“ sind vergeben: für Recherchen in SPIEGEL und ZEIT Magazin, im rbb-Fernsehen und in der taz

Luisa Hommerich wurde heute Abend mit dem 1. Preis ausgezeichnet für ihre Recherche zu den iranischen Volksmudschahedin und ihrer politischen Lobby in Deutschland, veröffentlicht in SPIEGEL und ZEIT Magazin.Nach mehr als drei Jahren Recherche zeigt die Autorin, wie die Volksmudschahedin, die von deutschen Politker*innen Unterstützung erhielten, sektenhaft Druck auf ihre Gefolgschaft ausübten, sie von ihren eigenen Familien abschirmten. Ein Aussteiger berichtet, wie er und andere Kinder erst als Flüchtlinge nach Köln kamen, dann aber unter den Augen des Jugendamts in den Irak in ein Camp gebracht wurden.  

Den 2. Preis erhielten die rbb-Reporter Adrian Bartocha und Jan Wiese. Sie haben mehrere Jahre lang zu Menschenhandel mit vietnamesischen Kindern und Jugendlichenrecherchiert. Diese werden in Kühllastern transportiert, sind oft viele Wochen unterwegs, werden dann in Wohnungen oder Lagerhallen gesperrt, müssen in Nagelstudios, Massage-Salons oder Restaurants arbeiten - sie werden misshandelt, missbraucht und ausgebeutet. Eine bisher kaum beachtete Form der Kriminalität.

Der 3. Preis ging an Kersten Augustin und Sebastian Erb (taz) für ihre Recherche über Rechtsextremismus in der Bundestagspolizei. Mehrere Beamte hatten nachweislich rechtsextreme Haltungen. Trotz Schweigen und auch Drohungen der Verdächtigen fanden die Autoren so viele eindeutige Belege, dass sich der Bundestag zum Handeln gezwungen sah.

Die Preise sind mit insgesamt 6.000 Euro dotiert. Sie wurden heute Abend in der Akademie der Künste während einer feierlichen Veranstaltung übergeben.

280422_Preistraeger_Journalistenpreis_Der_lange_Atem.pdf
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