Deutscher Journalisten-Verband Berlin JVBB

Der lange Atem 2020/21

Die hybride Verleihung 2020/21

Diesmal war alles anders bei unserem Journalistenpreis für Berlin-Brandenburg, „Der lange Atem“: „Der lange Atem 2020“ sollte im November verliehen werden. Wegen des Lockdowns mussten wir das absagen und hofften, in diesem Frühjahr die traditionelle Abendveranstaltung in der Akademie der Künste nachholen zu können. Leider musste die Akademie weiter geschlossen bleiben. Die Verleihung fand deshalb am Donnerstag, 29. April, ab 18.00 Uhr als hybride Veranstaltung im Studio unseres bewährten Partners ALEX Berlin statt. So konnten wir unsere Mitglieder nur an den Bildschirm einladen, es gab auch nicht das traditionelle Get-together im Anschluss.

Moderiert hatte diesmal neben Robert Skuppin, Silke Burmester. Als unser Ehrengast hielt Bundesjustizministerin Christine Lambrecht ein Grußwort.

Wer mag, kann sich auf dieser Seite nochmal Fotos und den Bericht von der Verleihung anschauen – oder hier auch die gesamte TV-Übertragung durch ALEX Berlin.

Die PreisträgerInnen 2020/21

Bericht zum Langen Atem 2020/21

Fast alles war am 29. April 2021 anders als die dreizehn Jahre zuvor: Corona hat unsere Feier von der Akademie der Künste ins Fernsehstudio gezwungen, wir konnten diesmal unsere Mitglieder nur an den Bildschirm einladen. Selbst von den nominierten Teams durfte nur jeweils eine Person vor Ort sein, die Laudator*innen aus der Jury wurden zugeschaltet.
Persönlich anwesend war immerhin unser diesjähriger Ehrengast, Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD). Sie betonte in ihrer Grußrede den nötigen Abstand zwischen Politik und Medien, wünschte sich „Kritik statt Lobhudelei“ von uns Journalistinnen und Journalisten und sagte, mit Blick auf den Langen Atem: „Ohne Qualitätsjournalismus kann unserer Rechtsstaat nicht funktionieren.“ Nur sehr indirekte, nicht namentliche Kritik äußerte sie am Koalitionspartner CDU/CSU, der ihr Projekt eines Whistleblower-Gesetzes vor wenigen Tagen gestoppt hatte.

Wie immer wurden dann alle Nominierungen per Interview vorgestellt, bis dann die Jury die Preisträger*innen enthüllte:
Sophia Wetzke, Mitarbeiterin des rbb, bekam den ersten Preis für ihren Podcast „Todesfälle im Tempelhofer Künstlerstudio Greenhouse“. Gewürdigt wurde sie von taz-Chefredakteurin Ulrike Winkelmann: „Jeder, der sich schon einmal in den Freiräumen der Gesellschaft, in autonomen Projekten oder politischen Initiativen umgesehen hat, weiß, dass sie auch Fluchtorte sind für Menschen, die Anpassungsprobleme, oft Lebenskrisen haben. Das kann zu Überforderung aller Beteiligten führen – und schrecklich enden. Noch nie habe ich eine so vielstimmige, so kluge, ehrliche und aktuelle Aufbereitung dieses Problems erlebt wie bei „Greenhouse“. Hier die ganze Laudatio.
Den zweiten Preis erhielt der Berliner freie Journalist Johannes Böhme für seine im SZ-Magazin erschienene Geschichte zu einem Prozess vor dem Internationalen Gerichtshof: „Täter und Opfer in Uganda“. Laudatorin Manuela Kasper-Claridge, Chefredakteurin der Deutschen Welle: „Drei Jahre lang verfolgte Böhme den Prozess in Den Haag, sprach mit Verteidigern und Anklägern, recherchierte vor Ort in Uganda und besuchte die Orte an denen der Kindersoldat aufwuchs. Eine herausragende Tiefenrecherche. Packend aufgeschrieben für die Leser und Leserinnen des SZ Magazins und immer mit der notwendigen Distanz.“

Der dritte Preis wurde Sebastian Leber, Redakteur des Tagesspiegel, für seine Recherchen über „Verschwörungstheorien und Reichsbürger“ zuerkannt. Laudator Christoph Singelnstein, ehemaliger Chefredakteur des rbb: „Leber kennt die Protagonisten: Musiker, ehemalige Journalisten, Rechtsextreme, Populisten aller Couleur. Er kennt lokale Verstrickungen von einflussreichen Unternehmern, die für Gemeinden wichtige Steuern zahlen, Kulturveranstaltungen und Sportvereine sponsern – im Internet aber Plattformen fördern, welche krude Verschwörungstheorien verbreiten. ‚Verschwörungstheorien‘ ist ein Oberbergriff, zu dem Leber ein ganzes Glossar zu erstellen vermag. Die Aufklärung in seinem Themengebiet liegt im Detail. Sebastian Leber hilft uns, seinen Lesern, sprechfähig zu bleiben.“

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