Was tun gegen Fake-News und Online-Hass? - Konferenz im Deutschen Bundestag

Einige Teilnehmer der Konferenz (v.l.n.r.): Anne Brasseur, Sascha Lobo, Gülsün Bilgehan, Dr. Jasmin Siri, Prof. Dr. Matthias Kohring Foto: M.Mosuch

21. Februar 2017

Von Michael Mosuch

Rund 60 Europaratsmitglieder, Vertreter von Ministerien, Experten und Journalisten kamen am 13. Februar 2017 im Marie-ElisabethLüders-Haus des Deutschen Bundestages zusammen, um Ursachen und Lösungsansätze des Phänomens "Online-Hass, Verschwörungstheorien und sinkendes Vertrauen in die Medien" zu diskutieren.

Angesichts der Tatsache, dass bereits 55% der heute Achtjährigen in sozialen Netzwerken aktiv seien, müsse besonderer Wert auf den Erwerb von Medienkompetenz gelegt werden. Menschen suchten gerne stets nach Bestätigung dessen, was sie sowieso schon glauben. Dabei könne eine Selbstkontrolle von typischen Web-2.0- Inhalten, geeignete Strukturen vorausgesetzt, durchaus funktionieren: Wikipedia sei hier bestes Beispiel.

An Initiativen scheint es dabei nicht zu fehlen – als Beispiel stellte Referentin Karolin Schwarz ihre Initiative hoaxmap.org dar: hier werde auf einer Deutschlandkarte anschaulich dargestellt, wo in Deutschland Falschmeldungen mit xenophobem Inhalt aufgedeckt worden seien.

Staatssekretär Gerd Billen vom Bundesministerium der Justiz: "Facebook löscht nur 3% aller gemeldeten justiziablen Einträge, twitter gerade einmal 1%. Die Gespräche mit den Unternehmen werden fortgeführt."

Als weitere Lösungsansätze gegen den Vorwurf der "Lügenpresse" wurden u.a. genannt:

- Erläuterungen liefern, Falschaussagen von Verschwörungstheoretikern widerlegen

-  In den Erläuterungen einfache, leicht verständliche Sprache verwenden

- Valide Quellenbelege mit Nachdruck einfordern

- Fragen stellen und die Diskussionsgegner in logische Widersprüche verwickeln