Tagesspiegel.de setzt aufs Hyperlokale

Tagesspiegel.de-Chef Markus Hesselmann beantwortet Fragen von DJV Berlin-Mitgliedern. Foto: J. Söfjer

5. Juni 2013 I Markus Hesselmann im Gespräch

Der Tagesspiegel experimentiert mit neuen Formaten. Das Projekt Zehlendorf Blog bringt Zuwächse. Auch sonst gibt sich das Berliner Medienhaus modern. Laut Online-Chef Markus Hesselmann gibt es keine Trennung mehr zwischen Print- und Online-Redakteuren.

Von Jan Söfjer

Letzten Sommer war der Fachausschuss Online zu Besuch in der Redaktion von Tagesspiegel.de. Redaktionsleiter Markus Hesselmann empfing ein Dutzend Mitglieder des DJV Berlin und stand nach einem Rundgang durch den Newsroom über eine Stunde für Fragen zur Verfügung. Auch jetzt, ein Jahr später, zieht er ein gutes Fazit. Besonders stolz ist er auf ein bestimmtes Projekt.

Hesselmann erzählte damals, dass die Leser tagesspiegel.de mittlerweile deutlich früher ansurfen würden, da viele bereits in der Bahn mit dem Smartphone auf die Seite zugreifen würden. Ab sieben Uhr kümmern sich Redakteure um die Website. Außer Hesselmann gibt es jedoch keine speziellen Onliner mehr. „Wir unterscheiden beim Tagesspiegel nicht mehr zwischen Print- und Onlineredakteuren. Insgesamt haben wir 130 Redakteurinnen und Redakteure für Print und Online. Der einzige Redakteur, der Vollzeit und primär Online arbeitet, bin derzeit ich“, sagt Hesselmann mittlerweile. Hinzu kommt ein Team von acht freien Mitarbeitern, das sich um Social Media und die Community der Website kümmert.

Tagesspiegel.de sei inzwischen eindeutiger Marktführer der Nachrichtenportale in Berlin, sagt Hesselmann (siehe Meedia). „Ich denke, dass wir vor allem überregional noch zulegen und uns als Portal für Berlin und Deutschland noch stärker profilieren können.“ In Berlin verzeichnet tagesspiegel.de im Sommer 2013 durch das neue hyperlokale Projekt Zehlendorf Blog Zugewinne. Hesselmann bestreitet zwar, dass die Prenzlauer Berg Nachrichten, da Vorbild waren, sagt aber, sie liebten diese Seite und dass sie wieder mehr Bezirksberichterstattung bräuchten, wie sie sie früher auf Papier in größerem Umfang hätten, sei ihnen schon länger klar gewesen.