Starkes Frauenwochenende unter dem Titel: WEIBSBILDER

Foto: Simone Ahrend, sah-photo von Simone Ahrend

16. März 2016

Den Rahmen des 11. Journalistinnen-Kongresses FRAU MACHT MEDIEN umspannte Moderatorin Mechthild Mäsker mit Worten über die Suffragetten, Frauen die sich vor über einhundert Jahren in England für das Wahlrecht von Frauen einsetzten. Bis heute hält das Streben nach Chancengleichheit auch im Journalismus stand. Noch immer steht die Frage nach den Frauenbildern in den Medien, dass weit über 100 Frauen, darunter mehrere Mitglieder des DJV Berlin, am zweiten Märzwochenende während des Kongresses FRAU MACHT MEDIEN beschäftige.

In ihrem Grußwort forderte Kölns parteilose Oberbürgermeisterin Hennriette Reker, die im November Opfer eines Angriffes wurde: »Liebe Frauen, lächelt das, was euch nicht gefällt, nicht tapfer weg, sagt was dagegen, stellt es ab!" Ebenso forderte sie die Frauen heraus, »mehr nach der Gleichstellung zu suchen«. – Fragt sich, ob Frauen und Männer im Journalismus gleich gesehen und beschrieben werden und ob Männer mit derselben Elle gemessen werden. Reker zitiert: »Erst war ich die mit dem Attentat, dann die mit der Armlänge. Ich wäre gerne mal wieder die Oberbürgermeisterin von Köln.«

In den Podien berichteten mehrere Kolleginnen von Übergriffen. So auch die bei einer Legida-Demo in Leipzig angegriffene Journalistin Ine Dippmann. Sie verdeutlichte, dass es im Journalistinnenberuf um Worte geht, darum, sich mit Argumenten zu befassen: »doch viele können oder wollen offensichtlich statt Argumenten lieber Gewalt einsetzen. Dem müssen wir entgegenstehen!« So forderte Britta Hilpert: »Wer angegriffen wurde, soll dies bitte melden«. Bis zum Erreichen von Chancengleichheit gibt es noch viel zu tun, sieht auch Juliane Leopold im Podium: »Journalismus ist zwar ein Frauenberuf, aber nur in Einstiegs-und Mittelpositionen. In Führungspositionen nicht“.

»Was beim Kongress besprochen wird, das geht uns alle direkt an« beschrieben einige Frauen ihre Motivation, deutschlandweit anreisen. Hier gibt es neben den Begegnungen, Wiederbegegnungen und Gesprächen zum Vernetzen auch Workshops. Wie zum Beispiel der von Autorin Isabel Nitzsche. Hier übte eine Gruppe Fertigkeiten zur Karriereplanung und Machtspielregeln. Anita Grasse gab konkrete Tipps Selbstvermarktung, Gisela Goblirsch visualisierte Methoden zum Erreichen von Zielen oder Brigitte M. Schulte, studierte mit einer Gruppe die Methode des Global Media Monitoring (GMMP). Gendersensibilität ist für Medienschaffende noch immer ein Thema, denn Frauen sind in den Medien oftmals nur mit 25% vertreten.

Am Sonntag ging dann der Kongress mit einem Poetry slam mit Ninia Binias zu Ende. Regine Sakowski, die den Kongress elf Jahre lang für den DJV organisierte und sich nun von der Bühne verabschiedete, erhielt viel Beifall für ihre Arbeit. Mechthild Mäsker schloss: „Auch fast 100 Jahre nach der Suffragettenbewegung gibt es für uns Frauen noch viel zu tun auf dem Weg zu echter Gleichberechtigung in Deutschland. Der Gewalt allgemein und insbesondere der gegen Frauen müssen wir gemeinsam als Gesellschaft entgegenstehen!“