Simone Wendler gewinnt „langen Atem“

Von links: Katrin Rothe, Simone Wendler, Mario Kaiser, Foto: Sabine Gudath

29. Oktober 2013 I Berliner Journalistenpreis

Simone Wendler ist mit dem Journalistenpreis „Der lange Atem“ ausgezeichnet worden. Die Redakteurin der Lausitzer Rundschau erhielt den Preis für ihre zwei Jahre dauernde Recherche über die rechtsradikale Szene in der Lausitz. Die anderen beiden Preisträger recherchierten über Prekariat und Immobilienhaie.

Simone Wendler, Redakteurin der Lausitzer Rundschau, ist für ihre zwei Jahre dauernde Recherche über die rechtsradikale Szene in der Lausitz mit dem Berliner Journalistenpreis „Der lange Atem“ 2013 ausgezeichnet worden. Die Verleihung durch den Journalistenverband Berlin-Brandenburg JVBB fand am Dienstagabend vor 300 Gästen aus Medien, Politik, Wirtschaft und Kultur in der Berliner Akademie der Künste am Pariser Platz statt.

Der zweite Preis ging an den freien Journalisten Mario Kaiser für seine Langzeitreportagen zu Sozialstaat und Prekariat. Mit dem dritten Preis wurde Katrin Rothe (rbb/arte) für ihren Film „Betongold“ geehrt, die Chronik der „Entmietung“ ihrer eigenen Berliner Wohnung.

Die Preise in Form künstlerisch gestalteter gläserner Skulpturen wurden vom JVBB zum siebten Mal vergeben. Sie sind außerdem mit 3000, 2000 und 1000 Euro dotiert. Der unabhängigen Jury unter dem Vorsitz von Hans-Ulrich Jörges (stern) gehören acht prominente Journalistinnen und

Journalisten an. An der Verleihung nahm als Ehrengast Prof. Dr. Johannes Masing, Richter des Bundesverfassungsgerichts und dort für Presse und Medien zuständig, mit einem Grußwort teil.

In der Laudatio von Dagmar Engel (DW) heißt es über die Trägerin des ersten Preises: „Beim Lesen der Texte von Simone Wendler wird das Netzwerk sichtbar, in dem Rechtsradikale handeln. Ob Kickboxverein, Rockerclub oder Energie-Cottbus-Fanblock, das Personal bleibt dasselbe. Gerade in einer ländlichen Region wie der Lausitz, wo jeder jeden kennt, ist das Engagement der Autorin sehr mutig.“

Der zweite Preisträger wurde von Sabine Prokscha (JVBB) gewürdigt: „Mario Kaiser nähert sich den Themen Prekariat und gesellschaftlicher Wandel mit einer Ausdauer und Akribie, die ihresgleichen sucht. Mit mikroskopischer Präzision zeigt er auf, wie Individuen mit Politik und Bürokratie kollidieren. Seine Sozialstudien klagen dabei nicht an, sie beschreiben, bis es weh tut.“

Zur dritten Preisträgerin, Katrin Rothe, sagte Laudatorin Ines Pohl (taz): „Katrin Rothe zeigt in ihrer Dokumentation, welche Rolle Journalismus übernehmen kann im Kampf gegen das unmenschliche Vorgehen der Immobilenhaie, indem sie sachlich aufklärt, persönlich berührt und gleichsam unterhaltsam zum Widerstand ermutigt.“