Othello des Ostens

Premierenkino Babylon Foto: Sera Cakal Von Mario Bandi

18. April 2016

Der wohlwollende Zuschauer erinnert sich gleich an Shakespeare, wenn er einem Einwanderer aus Afrika namens Sikumoya (Aloysius Itoka) begegnet. Wie der berühmte Venezianer versucht auch der Protagonist seiner neuen Heimat, hier Deutschland, auf eigene Weise fremdenfeindliches Verhalten abzuwehren.

Der Held liebt eine weiße Frau (Judith Bareiss), lernt deutsche Gedichte und Lieder und ist fest überzeugt, dass jeder durch Kultur und Sprache zu einem echten Deutschen werden könne.

Doch die Hoffnungen auf das Familienglück und der Stolz „Deutscher“ zu sein, zerbrechen an einer Wand des Fremdenhasses. Diesem Drama erwächst eine politische Farce, ein ätzender Spott, erschaffen von den Brüdern Tilman und Karl-Friedrich König (Drehbuch, Regie, Produktion). Beide Regisseure des Filmes versuchen so lange es geht das Absurdum ganz realistisch zu entwickeln, lassen manche Szenen erschreckend glaubwürdig erscheinen, bevor man wieder über eine gelungene Karikatur lacht. Der Film ist provokativ, gibt keine Antwort auf die Frage der Integration, doch er zeigt deutlich, dass das wahre Problem nicht zwischen „Weiß“ und „Schwarz“, „deutsch“ oder „nicht deutsch“ liegt, sondern, dass die menschliche Dummheit, nach Albert Einstein, grenzenlos zu sein scheint.

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