"Internet und Fernsehen zusammenführen"

Alexander Czekalla, FA Junge Vorsitzender des DJV Berlin, mit "log in"-Moderator Wolf-Christian Ulrich und Redaktionsleiter Andreas Eck (von links). Foto: Frank M. Wagner

28. Mai 2014 I Redaktionsbesuch ZDF "log in"

Die Fachausschüsse Junge des DJV Berlin und des JVBB haben das ZDF-Hauptstadtstudio besucht und mit den Machern der ZDF-Infokanal- Talksendung „log in“ gesprochen. Diese setzt sich mit der Einbindung der Zuschauer von der Konkurrenz ab.

Von Alexander Czekalla

Eigentlich ist das ZDF-Hauptstadtstudio „Unter den Linden“ ein verstecktes Hochhaus. Das sagt zumindest Peter Hill, Leiter der ZDF-Pressestelle. Der Zollernhof, wie das Gebäude genannt wird, habe ganze vier Untergeschosse. Am 15. Mai waren Mitglieder der Fachausschüsse Junge des DJV Berlin und des JVBB zu Besuch.

300 feste Mitarbeiter in der Produktion, der Redaktion und der Verwaltung arbeiten im Zollernhof - hinzukommen 200 freie Mitarbeiter. Einer davon ist der Moderator Wolf-Christian Ulrich. Er ist seit 2011 das Gesicht der seit 2010 produzierten und immer mittwochs ab 22.30 Uhr live ausgestrahlten Talk- Sendung „log in“. Dabei soll es bei dem Format eigentlich weniger um den Moderator als viel mehr um die Einbindung der Zuschauer und Internet-User gehen, die sich mit Fragen und Kommentaren über Facebook, Twitter (mit dem Hashtag #ZDFlogin) und den Live-Chat im Blog der Sendung interaktiv einbringen können.

Um diese Inhalte zu moderieren, steht Ulrich seit April 2013 Sandra Rieß als neue Co-Moderatorin zur Seite, die vor allem durch die Moderation von „Unser Star für Baku“ und den „Bundesvision Song Contest“ bekannt geworden ist. Neben „log in“ auf ZDFinfo präsentiert Ulrich auch andere Formate, wie die gesellschaftspolitische Dokumentations- Reihe “Ulrich protestiert“. Vor allem gehe es dem Moderator darum, Fernsehen für junge Menschen zu machen, „die die Gesellschaft mitgestalten wollen“.

Keine üblichen Talk-Rituale

Das Hauptziel der „log in“-Redaktion ist es, vornehmlich jüngere Menschen anzusprechen und diese auch für politische Themen zu sensibilisieren. Neben den technischen Werkzeugen unterscheidet sich das Format aber auch dadurch, dass den üblichen Talk-Ritualen weniger Raum eingeräumt wird: Angefangen bei der überaus konfrontativen Positionierung der Akteure, die sich im Studio gegenüberstehen, bis zur Gästeauswahl selbst. Denn meist sind es eher Politiker, Experten und gesellschaftliche Vertreter aus der zweiten und dritten Reihe, die in die Sendung kommen.

Am deutlichsten setzt sich das Format, das im Schnitt 60.000 bis 100.000 Zuschauer hat, letztlich aber doch durch die überaus starke Einbindung des Studiopublikums, der Zuschauer und Internet- User von der Talk-Konkurrenz ab. Denn „Internet und Fernsehen zusammenzuführen“, sei die „große Herausforderung des Formats“, unterstreicht „log in“-Redaktionsleiter Andreas Eck am Ende des Gesprächs. Schließlich sei diese Zusammenführung „unumgänglich für die Zukunft des gesamten TV- Betriebs“.

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Infokasten „Zollernhof“

So bewegt, wie die TV-Bilder heute sind, ist auch die Geschichte des unter Denkmalschutz stehenden Zollernhofs, dem Gebäude, in dem sich das ZDF-Hauptstadtstudio „Unter den Linden“ befindet. Das Bürogebäude entstand in den Jahren 1910 bis 1911. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude zwar beschädigt, aber rasch wiederhergestellt. Von 1949 bis 1990 war der Zollernhof dann Sitz des Zentralrates der Freien Deutschen Jugend (FDJ), der Pionierorganisation „Ernst Thälmann“, der FDJ- Bezirksleitung Berlin, des Komitees für Touristik und Wandern der DDR sowie eines Spezialgeschäfts für Pionier- und FDJ-Kleidung, Touristik, Sport und Camping. 1993 erwarb das ZDF den Gebäudekomplex und ließ diesen von 1997 bis 1999 sanieren und umbauen. Am 3. Februar 2000 wurden die Produktionsräume eingeweiht.