Ein Sofa für einen Kollegen

Grzeszyk (rechts) beim JVBB. Foto: Astrid Sonja Fischer

19. März 2014 I Hostwriter

Das Portal hostwriter.org vermittelt Schlafplätze für auswärts recherchierende Journalisten unter Berufskollegen. Die Co-Gründerin Tabea Grzeszyk sprach beim Fachausschuss Print über das Projekt.

Von Michaela Maria Müller

Am 11. März war Tabea Grzeszyk von den hostwritern zu Gast beim Fachausschuss Print des DJV Berlin. Sie ist eine der drei Gründerinnen des Portals, das künftig Journalisten weltweit vernetzen soll.

Sandra Zistl, Tamara Anthony und Tabea Grzeszyk, die sich von ihrer Arbeit aus dem Verein journalists.network kannten, beschlossen im September 2013 eine Plattform zu entwickeln, die einerseits als Couchsurfingportal, aber auch als Recherchetool für Journalisten zur Verfügung stehen soll. „Ich selbst nutze schon lang Couchsurfing- Portale und habe etwa bei meiner Arbeit im Libanon tolle Erfahrungen damit gemacht“, sagt Tabea Grzeszyk. „Jeder Journalist, der für eine Recherche ins Ausland geht, informiert sich ohnehin vorab bei Kollegen vor Ort, denen er vertraut. hostwriter soll eine Alternative sein.“

Der Aufbau einer Plattform wie dieser ist kostspielig und zeitaufwändig. Gefördert wurde die Entwicklung bislang durch das Vocer Innovation Medialab, die Hamburger Medienstiftung, die Rudolf-Augstein-Stiftung und mit einer kostenlosen Beratung bei der Anwaltskanzlei pro bono, die die Rechtsberatung, etwa die Ausarbeitung der AGB’s - auch auf Englisch – übernahm.

20.000 Euro für die Entwicklung

Etwa 20.000 Euro flossen bislang in die Entwicklung, die die drei Journalistinnen ehrenamtlich neben ihrer Arbeit betreuen. Ein besonders wichtiges Anliegen sei ihnen der Datenschutz, so Grzeszyk. Nach einer Stichwortsuche zu Themenschwerpunkten, Ländern oder Regionen, wird eine Kontaktaufnahme zunächst nur über ein Formular möglich sein; eine SSL-Verbindung und ein SFTP- Protokoll garantieren außerdem für die größtmögliche Sicherheit der Daten.

Die Beta-Version wird im Mai an den Start gehen. Zunächst wird eine Registrierung über einen Anmeldecode möglich sein, der über Partnerorganisationen verschickt wird. Partner sind etwa Reporter ohne Grenzen, Netzwerk Recherche und Freischreiber – allesamt Berufsverbände für Journalisten. „Da wir die Prüfung jedes einzelnen Profils nicht gewährleisten können, haben wir uns bei der Beta-Version für diese Variante entschieden“, so Grzeszyk.

Mit dem DJV und dem IJP e.V. laufen derzeit gute Gespräche über Kooperationen. Bis zum Start des Portals kann man der Entwicklung auf dem Blog hostwriter.org folgen. Organisationen mit Interesse an Kooperationen können sich an Tabea Grzeszyk (tabea@hostwriter.org) wenden.