dapd ist wieder Pleite

1. März 2013 I Nach der Übernahme

Die Nachrichtenagentur dapd ist erneut pleite. Heute morgen hat der neue Geschäftsführer Ulrich Ende einen Insolvenzantrag gestellt. Der Deutsche Journalisten-Verband reagiert mit Unverständnis.

Gerade mal einen Monat ist die neue dapd alt, da steht sie schon wieder vor der Insolvenz. Heute morgen hat Geschäftsführer Ulrich Ende beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg die Insolvenz beantragt. Am Nachmittag erfuhren die Mitarbeiter davon.

Laut Pressemitteilung heißt es: „Unvorhergesehene strukturelle Schwierigkeiten, die ihre Ursachen in der vorangegangenen Insolvenz haben, zwangen dapd-Geschäftsführer Ulrich Ende zu Nachverhandlungen mit den Investoren und führten dazu, dass Investoren trotz vertraglicher Verpflichtung bisher nicht einzahlten. Das Amtsgericht hat die Berliner Rechtsanwältin Dr. Petra Hilgers zur vorläufigen Insolvenzverwalterin ernannt.“

Ende hatte mehrere Investoren gefunden, die zusammen vier Millionen Euro beisteuern wollten. Bislang sollen aber nur 1,5 Millionen geflossen sein. Die dapd soll nun nicht über genügend Liquidität verfügen, um die Februar-Gehälter zu bezahlen. Ein Kernproblem sollen laut newsroom.de 62 Kündigungsschutzklagen sein. Weil diese Aussicht auf Erfolg hätten, habe ein Investor den zugesicherten Betrag nicht überwiesen.

Der Deutsche Journalisten-Verband reagiert mit Unverständnis auf die Insolvenz. Der Bundesvorsitzende Michael Konken sagte: „Das ist ein erneuter Schlag ins Gesicht für die Mitarbeiter. Nach Monaten der Unsicherheit haben sie nun endlich wieder daran geglaubt, eine Perspektive zu haben.“ Der DJV forderte die Investoren auf, nun schnellstmöglich die zugesagten Mittel dapd zur Verfügung zu stellen.

Fließt das Geld jedoch nicht und spielt auch die Arbeitsagentur nicht mit, dann war es das mit der dapd.

Siehe auch:
- Ulrich Ende möchte dapd vom Starnberger See aus leiten

- Erste Insolvenzverfahren sind eröffnet