Besuch bei der Community-Redaktion von Zeit Online

Annika von Taube (ganz links) spricht über die Zeit Online Community. Foto: Frank M. Wagner

10. Mai 2014 I Fachausschuss Junge

20.000 Kommentare moderiert das Community-Ressort von Zeit Online jede Woche. Die verantwortliche Redakteurin Annika von Taube erklärte Mitgliedern des Fachausschusses Junge von DJV Berlin und JVBB worauf es bei der Arbeit ankommt.

Von Jana Lavrov und Alexander Czekalla

Mitglieder der Fachausschüsse Junge des DJV Berlin und des JVBB haben Mitte April in der Berliner Redaktion von Zeit Online mit der leitenden Community-Redakteurin Annika von Taube über die Besonderheiten ihres Ressorts gesprochen.

Aus insgesamt 14 Mitarbeitern besteht das Community-Team bei Zeit Online: elf Moderatoren, ein Leserartikel- und ein weiterer Community-Redakteur. Pro Woche moderiert das Team im Durchschnitt 20.000 Kommentare. Ganz wichtig sei dabei laut von Taube die Einhaltung der Netiquette, zudem werden Debattenverläufe beobachtet und ausgewertet.

Die Arbeit bei der Zeit Online Community bezeichnet von Taube als „Reality Check“. Die Community bei dem Online- Medium sind die Leser selbst, die Artikel kommentieren, sich an Aufrufen und Debatten beteiligen und somit auch Inhalte schaffen. Gerade Leserkommentare seien ein wichtiges Werkzeug, um herauszufinden, was die Leser von Zeit Online erwarten und wie sie die Themen bewerten, so Taube.

Crowdsourcing und Mediation

Darüber hinaus tritt die Community-Redaktion mit Lesern in einen Dialog. Die Anregungen der Leser werden aufgegriffen und in die Redaktion getragen. So sei die Community-Redaktion auch ein wichtiger Mediator zwischen Leserschaft und Redaktion. Neben Kommentaren erstellen die Leser von Zeit Online auch Leserartikel und sie beteiligen sich an Crowdsourcing-Projekten.

Die Community-Arbeit werde für Medien zunehmend von Bedeutung sein, prognostiziert Annika von Taube. Denn die Aufgabe des Journalismus liege heute mehr und mehr darin, Debattenverläufe zu evaluieren und in die Berichterstattung einzubinden. Schließlich wünschten sich viele Leser heute auch einen Journalismus, der bewertet und einordnet.