Berliner Verlag kündigt Haustarifvertrag (30. September 2013)

Das Gebäude des Berliner Verlags. Foto: Bernd Lammel, d-foto

30. September 2013 I DuMont

Dutzende Angestellte in der Redaktion und im Verlag musste der Berliner Verlag bereits kündigen. Nun kommt der nächste Schlag für die Mitarbeiter: Ihr Haustarifvertrag, der seit über 20 Jahren besteht, wurde gekündigt.

Der Berliner Verlag hat den seit 1992 geltenden Haustarifvertrag gekündigt, der die Gehälter bei der Berliner Zeitung und dem Berliner Kurier an die bundesweiten Tarifverträge koppelt. Damit schert ein Verlag aus dem Tarifgefüge aus, dessen Miteigentümer der Präsident des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Helmut Heinen, ist.

M. DuMont Schauberg verfolgt damit weiter den Weg, den der Verlag durch Auslagerungen von Abteilungen und die Gründung einer tariflosen Redaktionsgemeinschaft für die MDS-

Tageszeitungen in den vergangenen Jahren bereits eingeschlagen hatte.

Der Verlag hat den Gewerkschaften kurzfristige Gespräche angeboten. Dort wird auszuloten sein, welche Verschlechterungen für die Beschäftigten der Verlag durch die Kündigung anstrebt. "Einer Belegschaft, die seit Jahren unter Entlassungen, Auslagerungen von Betriebsteilen und Etatkürzungen gelitten hat, sind weitere Einschnitte nicht zuzumuten", erklärte der Vorsitzende des Journalistenverbands Berlin-Brandenburg (JVBB), Alexander Fritsch.

Bernd Lammel, der Vorsitzende des DJV Berlin, sagte dazu: "Wir nehmen das Gesprächsangebot des Verlags gerne an. Damit eröffnet sich auch die Chance, dass der Berliner Verlag in den Flächentarifvertrag zurückkommt. Das erwarten wir von einem Verleger alter Schule wie Alfred Neven DuMont."