Deutscher Journalisten-Verband Berlin JVBB
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Auf dem Klettergerüst

16. März 2014 I Frau Macht Medien

In Köln sprachen 130 Journalistinnen auf dem Kongress Frau Macht Medien darüber, dass für Frauen die Karriere mehr ein Klettergerüst als eine Leiter sei. Auch das öffentliche Bild der digitalen Welt würde nicht von Frauen bestimmt.

Auf die provozierende Frage von Mechthild Mäsker, Vorsitzende des DJV- Fachausschusses Chancengleichheit, wer in den vergangenen zwei Jahren Führungspositionen eingenommen habe, meldete sich niemand aus dem Publikum. Mechthild Mäsker wertete das als Zeichen, dass es für Frauen im Journalismus noch viel zu tun gebe.

Über 130 Journalistinnen trafen sich vom 8. bis 9. März auf dem zehnten DJV-Journalistinnentag Frau Macht Medien in Köln. Neben den Aufstiegschancen von Frauen ging es vor allem darum, wie das Digitale den Berufsalltag verändert. Der DJV-Berlin beteiligte sich mit einer Fotoserie mit typografischen Zitaten über die Zukunft des Journalismus an dem Kongress.

"Die Alphatiere im Web 2.0 sind Männchen"

Ulrike Kaiser, stellvertretende DJV-Bundesvorsitzende, forderte zu Beginn des Kongresses, dass in Zukunft journalistische Bloggerinnen präsenter werden müssen. Beifall erhielt sie für den Satz: "Frauen sind gut, kreativ, ideenreich und bienenfleißig. Wir twittern, bloggen und posten uns die Finger wund – aber das öffentliche Bild der digitalen Welt bestimmen andere. Die Alphatiere im Web 2.0 sind Männchen." Für Frauen gebe es eine Menge zu tun. Nicht nur im Digitalen.

Doch wie kann es vorangehen mit der Karriere, wie erreichen mehr Frauen die Chefsessel in der Medienbranche? Wo liegen die Chancen? "Dass sich der Journalismus selbst verbessern müsse", sagte Ulrike Kaiser, und betonte, dass es nicht genüge, "Frauen in Führungspositionen zu bringen".

Karriere: Mehr Klettergerüst als Leiter

"Dass Frauen gegenüber Frauen solidarischer werden müssen" betonte die Kölnerin Andrea Ernst vom Journalistinnenbund. Ebenso sieht sie eine gesetzliche Regelung für die Möglichkeit Teilzeit zu arbeiten, für wichtig. Nora Jakob, die zum Vorstand von Pro Quote gehört, sieht als Ziel, 30 Prozent der Führungspositionen mit Frauen zu besetzen. Dass Karriere eher ein Klettergerüst als eine Leiter sei, begleitete als bildlicher Begriff die vielen Diskussionen in der Mitte und am Rande.

Der DJV-Fachausschuss Chancengleichheit organisierte den zehnten Journalistinnentag. Über den gesamten Zeitraum des Kongresses lief an zentraler Stelle eine Diaserie mit Fototextbeiträgen. Es gab 60 Antworten zum Thema: Wo sehen sich Journalistinnen in zehn Jahren? Eine Voraussage ist kaum zu treffen, auch wenn die einzelne Journalistin ihre Karriere strikt plant, sich strategisch fortbildet und ihr Anliegen kommuniziert. Die Unwägbarkeiten des Berufslebens sind noch zu groß, Beförderungen auch Glückssache. Dennoch ermutigte der Kongress über 130 Frauen, in Richtung Chefetage zu marschieren, im Rückenwind Gesetze und Frauenquote.

Unter dem besonderen Blick der Frauen stellten Referentinnen neue Finanzierungsmodelle vor, diskutierten über Chancen digitaler Selbstvermarktung von Twitter über Blogs zum E-Book, erlebten Zeitmanagementübungen und hörten, wie sie die vielfältigen Anforderungen des digitalen Arbeitsalltags organisieren können. (sah)

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