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13. Mai 2020

PM

Arbeitsmarkt Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit in Berlin und Brandenburg

Corona gefährdet positiven Trend

 

Corona gefährdet nach Auffassung des DJV Berlin – Journalistenverband Berlin-Brandenburg die zuvor positive Arbeitsmarktentwicklung auch im Segment Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit. Das gilt nicht nur für Festangestellte in Verlagshäusern, sondern insbesondere für Freiberufler, die ohne Theater keine Theaterkritik verfassen, ohne Fußball keine Spielberichte schreiben und ohne Kongresse keine Fotos der Veranstaltungen anbieten können. „Die Corona-Krise trifft viele Freie existenziell – ihnen wird der oft ohnehin dünne Teppich unter den Füßen weggezogen.“

 

Während freie Mitarbeiter des RBB durch die Zusage von 80 Prozent ihrer vorherigen Bezüge noch vergleichsweise gut aufgefangen werden, sind viele Solo-Selbständige besonders schlecht gestellt. Die meisten haben nichts von den Zuschüssen, da mit ihnen nicht Lebensunterhalt bestritten werden darf, sondern nur Betriebsausgaben wie Miete oder Anschaffung von Geräten. Für viele Fotografen, Journalisten und PR-Fachleute bedeutet die Corona-Krise, dass sie sich um Grundsicherung oder ergänzende Unterstützung kümmern müssen.

 

Die Entwicklung 2019 in Berlin und Brandenburg setzte dagegen den Aufwärtstrend der Vorjahre fort. Das zeigen die Daten, die dem DVJ auch in diesem Jahr vom Statistik-Service Ost der Bundesagentur für Arbeit zur Verfügung gestellt wurden. Erstmals konnten auch Daten der Künstlersozialversicherung, die die gesetzliche Sozialversicherung freischaffender Publizisten ist, in die Berechnungen einbezogen werden.

 

Im Jahr 2019 sank die Zahl der Arbeitslosen und stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Berlin und Brandenburg erneut.

 

In Berlin wurden 870 Arbeitslose im Journalismus (minus 3,8 Prozent zu 2018) und 408 in der Öffentlichkeitsarbeit (minus 6,6 Prozent) verzeichnet. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg in Berlin auf 10.257 im Journalismus (plus 3,1 Prozent zu 2018) und 4.885 in Öffentlichkeitsarbeit (plus 12,3 Prozent). In Brandenburg konnte 2019 auf niedrigem Niveau die gleiche Entwicklung beobachtet werden: 76 Arbeitslose im Journalismus (minus 12,6 Prozent zu 2018) und 35 in Öffentlichkeitsarbeit (minus 2,7 Prozent) bei 1.098 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Journalismus (plus 0,3 Prozent zu 2018) und 528 in Öffentlichkeitsarbeit (plus 7,8 Prozent) verzeichnete die Statistik.

 

Weniger positiv ist die Situation der vielen Solo-Selbstständigen in Journalismus wie Öffentlichkeitsarbeit. Die so genannten „Freien“ arbeiten oft in prekären Verhältnissen und sind in Krisen die ersten, auf die die Unternehmen und Medienbetriebe verzichten.

 

Die Daten der Künstlersozialversicherung (KSK) zeigen, dass sich der langfristige bundesweite Abwärtstrend bei freiberuflichen Publizisten – von 25.600 im Jahr 2010 auf 23.700 im Jahr 2019 –  auch in Brandenburg zeigt (von 520 auf 410). Anders in Berlin, wo die Zahl von 4.100 auf 4.200 leicht angewachsen ist. 

Im Segment freiberuflich Beschäftigte in der Öffentlichkeitsarbeit gab es bundesweit einen Zuwachs von 3.700 auf 4.100, der sich auch in Berlin zeigt (von 770 im Jahr 2010 auf 840 im Jahr 2019). Die Entwicklung in Brandenburg stagniert auf niedrigem Niveau: Dort waren 2019 bei der KSK 66 freiberufliche Fachkräfte der Öffentlichkeitsarbeit verzeichnet (2010: 65). 

„Während die Kommunikationsbranche vor den Einbrüchen der Corona-Krise insgesamt weiter gewachsen ist, verschoben sich die Gewichte innerhalb dieses Segments von den Redaktionen zu den Pressestellen, vom klassischen Journalismus zur Öffentlichkeitsarbeit“, beobachtet Christian Walther, der Vorsitzende des DJV Berlin - JVBB.

 

Die verwendeten Daten geben nur Anhaltspunkte für die Entwicklung des Arbeitsmarktes. Das liegt beispielsweise daran, dass ein erheblicher Teil der Freiberufler nur in Teilzeit publizistisch tätig ist, daneben aber noch („für die Miete“) einem weiteren freien oder festen Beschäftigungsverhältnis nachgeht. Es gibt auch Überschneidungen zwischen dem bei der KSK versicherten Personenkreis und den sogenannten Arbeitnehmerähnlichen beim Rundfunk (Deutschlandradio, Deutsche Welle, RBB).

 

Hier die Links zu unseren regionalen Arbeitsmarktberichten der Vorjahre:

2019: https://www.djv-berlin.de/startseite/info/news/aktuelles/details/article/der-arbeitsmarkt-journalismus-und-pr-in-berlin-und-brandenburg-im-5-jahres-vergleich.html

 

2018:https://www.djv.de/index.php?id=3431&L=0&tx_ttnews%5Btt_news%5D=11001&cHash=0c006cd8ec2bec34c18162663ff68499

 

2017:https://www.djv.de/index.php?id=3431&L=0&tx_ttnews%5Btt_news%5D=8827&cHash=11b9114b543063f08a8aac8466be5d0b