Terminübersicht

Auf dieser Seite möchten wir außer über Termine des DJV Berlin - JVBB auch über andere interessante Veranstaltungen informieren, soweit uns diese unter info@djv-berlin.de mitgeteilt werden. Eine Veröffentlichung behalten wir uns vor.

Workshopreihe „Mehr Wissen scha(f)ft Vertrauen – Krebsforschung und -versorgung besser verstehen“

28. Januar 2020

Knapp eine halbe Million Menschen erkranken jährlich in Deutschland neu an Krebs, schätzungsweise 4,5 Millionen leben derzeit in Deutschland mit der Erkrankung. Trotz des medizinischen Fortschritts und verbesserter Behandlungsmöglichkeiten löst die Krankheit noch immer große Ängste aus – oft auch deshalb, weil die Betroffenen in einer existenziell bedrohlichen Situation mit komplexen Statistiken, Fachausdrücken und Studienergebnissen konfrontiert werden, die sie nur schwer einordnen können. Eine ausgewogene und dennoch empathische Berichterstattung über Krebsforschung und -versorgung kann viel zur Aufklärung beitragen.  

Die 5-modulige Fortbildungsreihe „Mehr Wissen scha(f)ft Vertrauen“ zielt darauf ab, Journalist*innen zu unterstützen und im Vorfeld des Weltkrebstags 2020 fit für die Berichterstattung zum Thema Krebsforschung und guter -versorgung zu machen.

Gemeinsam mit dem DJV Berlin - JVBB bieten das Deutsche Krebsforschungszentrum und die Deutsche Krebsgesellschaft am 28./29. und 30. Januar 2020 fünf dreistündige Workshops mit Experten zu den jeweiligen Themen an.

Dabei soll es um grundsätzliche Fragen gehen, die Journalist*innen häufig stellen, wenn es um die Einordnung neuer Forschung und Versorgungsdaten geht. Die Workshops können einzeln oder als Block gebucht werden.


Ort:
DJV Berlin – JVBB, Alte Jakobstr. 79/80, 10179 Berlin (für alle Workshops)

Journalistenworkshop 1: Krebsmedikamente von der Idee bis zur Routineanwendung

Termin: 28. Januar 2020, 10.00 Uhr bis 13.00 Uhr

Von der Idee zu einem Arzneimittel bis zur ersten Zulassung dauert es in der Regel mehrere Jahre. Was passiert dabei genau? Lässt sich dieser Prozess abkürzen? Wie wird eigentlich der Preis für ein Medikament festgelegt? Geht die Forschung auch nach der Zulassung noch weiter? Und wenn ja, wer finanziert das? In der Fortbildung zur Medikamentenentwicklung lernen die Teilnehmer*innen die wichtigsten Stationen eines Wirkstoffkandidaten auf dem Weg zur Zulassung kennen und erfahren Details über seinen weiteren Weg in die Versorgung. 

Themen:

1.       Die Phase der Ideenfindung: Proof-of-Concept

2.       Zulassungsvoraussetzungen: Klinische Studien der Phase I-III

3.       Nach der Zulassung: Preisfindung für Arzneimittel – wie geht das?

4.       Barrieren bei der Erstattung durch die Kostenträger

5.       Fallbeispiel

Referenten: Prof. Dr. Angelika Eggert, Charité Berlin, Dr. Johannes Bruns, Deutsche Krebsgesellschaft

Journalistenworkshop 2: Klinische Studien einordnen und verstehen

Termin: 28.01.2020, 14.30 Uhr bis 17.30 Uhr

„Neue Studie zeigt bahnbrechende Erfolge“. Täglich landen solche Meldungen in den Postfächern von Redaktionen. Was ist dran an den Erfolgsmeldungen? Gibt es dazu bereits wissenschaftliche Publikationen? Wie liest man die? Und was kann bei einer Studie die Ergebnisse verfälschen? Antworten auf diese Fragen erhalten die Teilnehmer*innen in diesem Fortbildungsmodul zu klinischen Studien.

Themen:

1.      Studienstrategien: Von der Kohortenstudie bis zur randomisiert kontrollierten Studie

2.      Welche Studiendesigns für welche Fragestellungen

3.      Methodische Probleme und Verzerrungen

4.      Fallbeispiel

Referent: Dr. Dirk Hasenclever (KKS-Netzwerk); Universität Leipzig, Institut für Medizinische Informatik, Statistik & Epidemiologie (IMISE)


Journalistenworkshop 3: Interessenskonflikte in der Medizin

Termin: 29. Januar 2020, 10.00 Uhr bis 13.00 Uhr

Wer sagt was aus welchem Grund? In der Medizin – und nicht nur dort – sind Interessenkonflikte allgegenwärtig. Häufig wird vor allem das Verhältnis zwischen Ärzten und Pharmaindustrie kritisch gesehen. Doch auch ärztliche Zielvereinbarungen, Bonusverträge, das Einhalten von Rabattverträgen können das Risiko erhöhen, verzerrt zu urteilen und zu handeln. Interessenskonflikte und ihre Folgen stehen im Mittelpunkt dieser Fortbildung.

Themen:

1.      Was ist ein Interessenskonflikt?

2.      Welche gibt es und wie kann man sie erkennen?

3.      Wie ist die Rechtslage?

4.      Wie geht man als Journalist damit um?

5.      Praxisbeispiele

Referenten: Prof. Dr. Thomas Lempert, Mitglied des Fachausschusses für Transparenz und Unabhängigkeit in der Medizin der AkdÄ, Berlin,  Claus Burgardt, Fachanwalt für Medizinrecht, Bonn

Journalistenworkshop 4: Zahlen und Fakten - Risikokommunikation im Gesundheitswesen

Termin: 29. Januar 2020, 14.30 Uhr bis 17.30 Uhr

In einer repräsentativen, europäischen Studie mit mehr als 5000 Frauen überschätzten 92 % den Nutzen der Mammografie um das 10- bis 200-Fache oder kannte ihn schlicht nicht. In einer Studie mit über 300 Menschen, die regelmäßig an einer oder mehreren Früherkennungsmaßnahmen teilnehmen, hatten über 90 % noch nie etwas Überdiagnose und Überbehandlung gehört. Häufig liegt das Problem in einer unzureichenden Präsentation statistischer Informationen. (Auch Ärzte haben oft ein Problem, Statistiken verständlich und korrekt wiederzugeben). In diesem Workshop geht es um den guten Umgang mit Gesundheitsstatistiken und Risiken in den Medien. 

Themen:

1.      Risikowahrnehmung und reale Gefahren

2.      Wie hinterfragt man eine Statistik?

3.      Risikokommunikation in der Krebsprävention/Früherkennung

4.      Risikokommunikation bei Nebenwirkungen

5.      Fallbeispiele 

Referent:  Philipp Schmid (M.Sc.), Universität Erfurt, Berater der Weltgesundheitsorganisation Europa


Journalistenworkshop 5: Daten seriös ihre Geheimnisse entlocken

Termin: 30. Januar 2020, 10.00 Uhr bis 13.00 Uhr

Datenjournalismus spürt aus Rohdaten Themen auf, entdeckt relevante Themen mit Nachrichtenwert und bereitet sie mit journalistischen Mitteln auf. Doch in kaum einem Bereich ist das Sammeln und Auswerten von Daten so umstritten wie im Gesundheitswesen. Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für den Datenjournalismus? Worauf muss bei der Auswertung von Gesundheitsdaten geachtet werden? Welche Anforderungen an die Datenqualität müssen erfüllt sein? Der Workshop greift diese Themen auf und diskutiert sie vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen in der Krebsmedizin .

Themen:

1.      Fallstricke und Beispiele

2.      „Garbage in – Garbage out“ - Anforderungen an die Datenqualität

3.      Datamining Tools zur Auswertung?

4.      Big Data in der Krebsmedizin – Zukunftsvisionen

5.      Datenschutz und Datensicherheit

Referenten: PD Dr. Nicole Skoetz, Autorenzentrum Cochrane Cancer an der Uni Köln, Prof. Dr. Frank Ückert, Medizinische Informatik in der Translationalen Onkologie Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg


Teilnahmegebühr:

Pro Modul: DJV Mitglieder: 19 Euro (die Ermäßigung gilt auch für Mitglieder der Wissenschaftspressekonferenz WPK), Nichtmitglieder:  49 Euro

Ermäßigung bei Buchung aller fünf Modulen: DJV Mitglieder: 79 Euro (die Ermäßigung gilt auch für Mitglieder der Wissenschaftspressekonferenz WPK), Nichtmitglieder: 199 Euro

Anmeldung:
Bitte melden Sie sich per E-Mail an: info@djv-berlin.de
Sie erhalten eine Buchungsbestätigung und die Zahlungsinformationen per E-Mail.

Rücktritt / Ausfall:
Sie haben ein kostenfreies Rücktrittsrecht bis zum 22. Januar 2020. Danach wird die Kursgebühr in voller Höhe fällig. Der DJV Berlin behält sich eine Absage des Kurses bei zu geringer Teilnehmerzahl, Krankheit des Dozenten oder aus Gründen höherer Gewalt vor. In diesem Fall wird die Kursgebühr vollständig zurückerstattet.

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