Wieviel Online verträgt Print?

20. Oktober 2014 Besser Online 2014

Die Abschluss-Podiumskonferenz. Foto: Thomas Leidel

Online und Print passen strukturell nicht zusammen: Das war eine der Kernaussagen der DJV-Konferenz "Besser Online". 300 Journalisten hatten sich dort am Samstag in Berlin getroffen.

Strukturelle Unterschiede zwischen Print- und Onlinejournalismus und die Suche nach wirtschaftlichen Erfolgsmodellen für den Onlinejournalismus bildeten die inhaltlichen Eckpunkte der DJV- Tagung Besser Online am 18. Oktober in Berlin. Rund 300 Journalistinnen und Journalisten aus ganz Deutschland waren der Einladung des DJV nach Berlin gefolgt, um aktuelle Trends und Themen zu diskutieren. 

Wolfgang Blau vom britischen Guardian machte in seinem Eingangsstatement deutlich, dass in der aktuellen Umbruchsituation der Medien deutsche Verlage nur eine Chance hätten, wenn sie nach europäischen Lösungen suchten. Kritisch merkte er an, dass deutsche Verlage glaubten, Print habe eine Zukunft, ohne die Frage der Onlinefinanzierung zu beantworten. Junge Journalisten ermunterte Blau, Auslandserfahrungen zu sammeln. Strukturell gehe in führenden internationalen Medienhäusern der Trend zur Entflechtung von Print und Online.

"Redaktionen müssen Methoden für permanenten Wandel finden"

Das unterstützte Stefan Plöchinger aus der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung: „Print und Online passen strukturell nicht zusammen.“ Die Redaktionen müssten Methoden finden, um mit dem permanenten Wandel umzugehen.  Fast 20 Themenforen behandelten Social Media Management, Datenjournalismus, politische Foren und Lokalblogs, Bezahlsysteme im Netz oder Google-Recherchetipps.

Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs zum Recht auf Vergessen war das Thema der Abschlussdiskussion. Auf dem Podium waren sich Ex-Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Google-Sprecher Ralf Bremer, der schleswig-holsteinische Datenschutzbeauftragte Thilo Weichert und die Münchner Soziologin Lorena Jaume-Palasi darin einig, dass das EuGH- Urteil die Recherchefreiheit der Journalistinnen und Journalisten nicht beeinträchtigen dürfe. 

Thomas Mrazek, Vorsitzender des DJV-Fachausschusses Online, bilanzierte: „Die differenzierten Lösungen sprechen für die Vielfalt und Kreativität des Online-Journalismus.“ Besser Online 2014 war die zehnte Tagung in dieser Veranstaltungsreihe. Sie wird vom Bundesfachausschuss Online organisiert.

Hinweis: Informationen und Eindrücke finden sich auch unter www.besser-online.info und unter dem Hashtag #djvbo in den sozialen Medien (Direktlink zu Twitter-Übersicht).


zurück zu: Startseite