Was im E-Book steckt

7. Dezember 2014 Von Astrid Sonja Fischer und Michaela Maria Müller

Welches Know-How braucht der Journalist, um selbst zum Verleger zu werden? Was ist der Unterschied zwischen einem E-Book und einem Book-on-demand? Welche Schritte des Herstellungsprozesses kann man selbst leisten, welche nicht? Die E-Book-Verlegerin Christiane Frohmann diskutierte in der Geschäftsstelle des JVBB über die Möglichkeiten, die das elektronische Publizieren Journalisten eröffnen kann und erläuterte die technischen Aspekte des digitalen Verlegens.

„Ein E-Book kann schnell produziert werden und so Teil einer Debatte werden“, hob Frohmann hervor. Auch im Wissenschaftsbereich, wo Texte häufig Änderungen erfahren, sei es das E-Book im Vorteil. Trotzdem plädierte Frohmann dafür, nicht vom Format her zu denken: „Man muss kein E-Book machen.“ Das E-Book kann aber für Journalisten und Autoren eine besondere Chance sein: Wenn nach einer aufwändigen Recherche spannendes Material oder besonderes Bildmaterial übrig geblieben oder der Beitrag stark gekürzt worden sei, sei ein E-Book eine Option.

Damit das fertige Buch auf allen Geräten funktioniert, kann man die Herstellung in professionelle Hände geben. Die Umwandlung in E-Book-Formate koste 40 bis 60 Euro, so Frohmann. Digital-PDFs sind in der Herstellung zuweilen deutlich kostspieliger. Lektoratsleistungen und Layout seien wie beim gedruckten Buch einzuplanen.

Das digitale Buch vermarkte sich am Besten, wenn der Autor oder sein Verlag auch in den sozialen Netzwerken gut vernetzt und präsent sei. Auch ein Gratis-E-Book in den Stores wie iTunes einzustellen, könne dem Journalisten und seinem Thema zu Aufmerksamkeit verhelfen.

Zur Person:

Christiane Frohmann begann mit dem digitalen Publizieren journalistischer Texte, bis sie 2012 ihren eigenen Verlag gründete. Sie verlegt kulturwissenschaftliche Texte und Essays zu Ästhetik und neue Formen der Literatur. Sie ist eine der Mitorganisatoren der Electric Book Fair, die im Juni in Berlin stattfand. In ihrem tumblr-Blog schreibt Christiane Frohmann regelmäßig über elektronisches Publizieren.

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