Tarifverhandlungen: zeit.de verweigert ZEIT-Gehälter

21. Dezember 2015

Auch in der zweiten Tarifrunde Mitte Dezember hat sich die Geschäftsführung von ZEIT Digital / Online geweigert, gleiche Gehälter für Print– und Online-Journalisten am Standort Berlin zu akzeptieren. Diese Forderung hatten JVBB, ver.di und der DJV Berlin aufgestellt.

Die Arbeitgeber haben lediglich „Eckpunkte“ eines  Angebots vorgelegt, aber die Gewerkschaftsforderung nach einer Angleichung der Gehälter an Hamburger Bedingungen abgelehnt.

Die Eckpunkte der Geschäftsführung:

  1. Bis Ende 2017 keine „strukturellen Kostensteigerungen“. D.h. jenseits der Betriebsvereinbarung keine Gehaltserhöhungen.
  2. Ein Tarifvertrag soll erst zum 1.1.2018 in Kraft treten.
  3. Nur 12 Gehälter, kein Weihnachts-  oder Urlaubsgeld.
  4. Arbeitszeit 40 Stunden/Woche anstatt 35 Std./Woche (Angestellte) und 36 Std./Woche (Redaktion).
  5. Keine Eingruppierung nach den Tarifverträgen.
  6. Keine Anerkennung von Volontariat, Ausbildung und Studium bei den Berufsjahren.
  7. Ab 2018 Vergütungssystem für die Beschäftigten, ohne Zusage von Gehaltssteigerungen.
  8. Keine generelle Entfristung der Student*innen, aber Gesprächsbereitschaft über individuelle Vertragsverlängerung im Rahmen der Studienzeit.

Die Geschäftsführung lehnt es damit ab, die Gehälter an die Hamburger Bedingungen, ZEIT Online und Zeitverlag, anzugleichen. Dort werden 100 Prozent des Niveaus der Tarifverträge der Zeitschriftenbranche gezahlt. Dabei gibt es keinen sachlichen Grund, weshalb Print- und Onlinejournalisten in einem Verlag unterschiedlich vergütet werden, denn die Aufgaben in der Redaktion und die Ansprüche an die redaktionelle Arbeit sind dieselben. Die meisten Journalisten in der Online-Redaktion der ZEIT, die in die Zeit Digital GmbH/Zeit Online GmbH ausgelagert worden war, arbeiten schon seit Jahren zu schlechteren Konditionen.
Das Angebot enttäuscht die Erwartungen der Mitarbeiter. Trotzdem werden am 29.01.2016 die Verhandlungen in der Hoffnung auf ein besseres und klarer beziffertes Angebot fortgesetzt.

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