Berliner Nahostkolloquium: Journalisten in schwieriger Lage

10. November 2014 Thomas Leidel

Ist der Journalismus in der arabischen Welt im Angesicht von Unsicherheit, Gewalt und wirtschaftlicher Not lediglich Spielball der Politik? Wie wird hierzulande aus dem arabischen Raum und über den Islam berichtet? Mit welchen Schwierigkeiten müssen sich unsere arabischen Kollegen auseinandersetzen? Diesen Fragen widmeten sich etwa hundert Gäste im Atrium der Robert-Bosch-Stiftung in der Französischen Straße und folgen einer angeregten Podiumsdiskussion. Teilnehmer waren die tunesische Politikjournalistin Essia Atrous, der Chefredakteur des panarabischen Nachrichtensenders Al Arabiya, Nakhle el-Hage, und der für Auslandsberichterstattung zuständige Chefredakteur von bild.de, Julian Reichelt.

Naturgemäß gab es angesichts der komplizierten Situation in den sehr unterschiedlichen Ländern der so genannten "MENA-Region" (für "Middle East & North Africa", also Nahost und Nordafrika) auch in Berlin keine einfache Antwort. Die Diskutanten konnten aber unter der Gesprächsführung von Constantin Schreiber, der beim Nachrichtensender n-tv als Moderator und Chef vom Dienst fungiert, viele Aspekte der schwierigen Gemengelage beleuchten.

Auch bei dem anschließenden Empfang wurde intensiv weiter diskutiert – mit Journalistenkolleginnen und -kollegen, die die Region aus eigener Anschauung kennen und teilweise erst vor kurzem aus verschiedenen Krisengebieten der Region zurückgekehrt waren. Thema war hier auch die Berichterstattung über die Art und Weise, in der in deutschen Medien jene kleine Salafisten-Gruppe thematisiert wurde, die in NRW als selbsternannte "Scharia-Polizei" aufgetreten war.

Organisiert worden war die Veranstaltung aus der Reihe "Berliner Nahostkolloquium" vom Auswärtigen Amt, der Robert-Bosch-Stiftung und der "international media alliance (ima)". Der DJV Berlin hat die Veranstaltung sowohl ideell als auch finanziell unterstützt und vor allem unter den jüngeren Berufskollegen vor Ort für sein Angebot geworben.

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