Zu Besuch beim saudischen Botschafter

13. September 2014 Saudische Kulturwoche

DJV Berlin-Mitglieder in der saudischen Botschaft. Fotos: Bernd Lammel (4), Heiko Assmann (1)

Nur selten gibt es die Gelegenheit, hinter die Kulissen eines Botschaftsbetriebs zu schauen. Nun lud die Botschaft des Königreichs Saudi Arabien Mitglieder des DJV Berlin zu einem Besuch ein. Anlass ist die Saudische Kulturwoche.

Von Clemens Glade

Am Montag, dem 25. August 2014, lud die Botschaft des Königreichs Saudi Arabien Mitglieder des Deutschen Journalisten Verbands Berlin (DJV Berlin) zu einem Besuch in die Saudische Botschaft. Anlass war die Saudische Kulturwoche, die vom 23. bis 29. September in Berlin stattfindet. 44 Mitglieder folgten der Einladung und hatten Gelegenheit, nicht nur Fragen zum Konzept der Saudische Kulturwoche zu stellen, sondern sich auch offen über die gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Situation in Saudi Arabien zu informieren.

Nur selten gibt es die Gelegenheit, hinter die Kulissen eines Botschaftsbetriebs zu schauen. Die Saudische Botschaft lüftete am 25. August den Vorhang und präsentierte ihre Arbeit. Bei der Führung durch das moderne Gebäude, das 2008 fertig gestellt wurde, konnten die Journalisten einen Eindruck von der Arbeit zum Beispiel der Gesundheitsabteilung gewinnen, die die Behandlung vor allem von saudischen Krebspatienten in ganz Europa organisiert.

Nach einer kurzen Einführung in die Historie des Staates und des Gebäudes lud der Botschafter des Königreichs Saudi Arabien, S.E. Prof. Dr. med. Ossama bin Abdul Majed Shobokshi zum Gespräch. Er erläuterte das Konzept der Saudischen Kulturwoche. Sie stehe unter dem Motto „Saudi Arabia herself“, um auf die wichtige Rolle der Frau im Königreich hinzuweisen. Neben Autorinnen wie Raja Salem, ihre Schwester Shadia oder der Ärztin Dr. Hana Hejazi werden Besucher auch andere Frauen treffen können und Gelegenheit haben, mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Anhand verschiedener Beispiele beschrieb der Botschafter den langsamen, aber steten Wandel, der sich in seiner Heimat vollzieht und eine ganz eigene Version des Arabischen Frühlings darstellt.

Botschafter beantwortete auch kritische Fragen

Auch kritischen Fragen nach Frauenrechten und Pressefreiheit, nach Terrorismus und Islamismus stellte sich der Botschafter und erläuterte den Standpunkt des Königreichs. Dazu nahm er sich statt der geplanten 30 Minuten eine ganze Stunde für seine Gäste Zeit und stand auch nach der Gruppendiskussion in Einzelgesprächen Rede und Antwort.
 
Dialog und Austausch, so machte er auf diese Weise deutlich, sind ihm ein wichtiges Anliegen. Dies sei auch Sinn und Zweck der Saudischen Kulturwoche, so Shobokshi. Wer sich selbst vom Leben und dem Alltag in Saudi Arabien ein Bild machen möchte, sei herzlich eingeladen, selbst einmal seine Heimat zu besuchen, so schloss er.
Die teilnehmenden Journalisten waren sehr interessiert und dankbar für das offene und partnerschaftliche Gespräch mit dem Botschafter und nutzten rege die Möglichkeit, sich an der Fragerunde zu beteiligen.

Die Saudische Kulturwoche findet vom 23. bis 29. September 2014 statt. Veranstaltungsort ist unter anderem das Sony Center in Berlin. Die Saudische Kulturwoche wird vom saudischen Ministerium für Kultur sowie der Botschaft des Königreichs Saudi Arabien in Berlin ausgerichtet. Das aktuelle Programm ist auf www.saudischekulturwoche.de zu finden.


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