70 Jahre DJV – Ehrung langjähriger Mitglieder

17. Januar 2018

Elisabeth Hämer ist seit 50 Jahren im DJV Berlin und ist einen Weg gegangen, der heute ungewöhnlich wäre. Sie war Mitarbeiterin der Pressstelle von Telefunken, kündigte dort und ging zum RIAS, von dort zur Abendschau und beendete ihre aktive Karriere beim ZDF. 1967 brauchte ein Mitglied zum Eintritt in den DJV noch zwei Bürgen. Hans-Werner Schwarze vom ZDF stellte Hämer ein hervorragendes Zeugnis aus und empfahl die Aufnahme mit den Worten: „Sie wird eine Bereicherung für den Verband sein“.

Kürzlich hat der DJV Berlin wieder seine langjährigen Mitglieder geehrt. Die Veranstaltung war eine spannende Reise in die Berliner Pressegeschichte. Da war die in Paris geborene Bildjournalistin Tania Reh, die als Wahlmünchnerin in den BJV eintrat und dann nach Berlin übersiedelte. Die 25 Jahre im DJV Berlin hat sie als Funktionärin, Dozentin in der Weiterbildung und in vielfältigem ehrenamtlichen Engagement mitgeprägt. Zählten die Jahre im BJV mit, wäre ihr Jubiläum schon früher fällig gewesen. Ebenso bei Oberst a.D. Konrad Freytag. Er hat seinen ersten Presseausweis 1978 im DJV Rheinland-Pfalz entgegengenommen. Die deutsche Einheit brachte ihn nach Berlin, wo er ein treues Mitglied des DJV Berlin wurde. Als Presseoffizier begleitete er die Integration der NVA in die Bundeswehr, wechselte zum NATO-Hauptquartier und wir kennen ihn vom Fernsehbildschirm in Zeiten des Balkankrieges und später als Militärexperten bei n-tv.

Der Fernsehjournalist Ulrich Meyer, Gesicht von Sendungen wie „Einspruch“ und „Akte“ startete seine Karriere bei der Kölnischen Rundschau, kam 1992 vom DJV NRW zum DJV Berlin. Die legendären Sendungen aus dem Studio in der Kulturbrauerei mit Polizeieskorte und Randale beim Thema „Rostock brennt“ oder der Buttersäureanschlag zur Sendung „Mit Hitler in die Hitparade“ wurden im Gespräch mit dem Vorsitzenden Bernd Lammel wieder wach. Meyer und er kamen ins Schwärmen über die ersten Begegnungen mit Günter Wallraff oder die herzliche Zusammenarbeit, die beide über Jahre mit der geschätzten Berliner Journalistin Christl Weber hatten.

Jeder Lebenslauf der Geehrten hatte vielfältige und spannende Stationen. Sabine Neumann, die berufliche Entwicklung mit Kindern und Familie in Einklang brachte, ein bekanntes Gesicht in der ITB-Pressestelle ist und dabei immer noch neue Herausforderungen sucht. Frauke Frodl kam schon als Journalistik-Studentin 1992 zum DJV Berlin, begann nach dem Studium beim Fernsehen und später in einem Fachverlag als Wirtschaftsredakteurin. Der Wechsel in die Pressestelle war eine Herzenssache für Kinder; zuerst in der Kinderhilfe im Zentrum für Blut- und Krebskrankheiten, über die Björn-Schulz-Stiftung bis heute bei der Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs. Im DJV war sie Fachausschussvorsitzende und hat den Berliner Medien-Segel-Cup mit ins Leben gerufen.

Insgesamt 44 Mitglieder konnten die Ehrung entgegennehmen. Darunter waren der Preisträger des Lokaljournalistenpreises der Konrad-Adenauer-Stiftung Reinhard Wöbke. Und Manfred Plantförder, der nach Publizistik-Studium an der FU als Printjournalist beim „Spandauer Volksblatt“ Redakteur wurde. Stefan Schomann berichtete von einer langen Kontinuität in der Zusammenarbeit mit „GEO“ und Bayerischen Rundfunk, Jan Schneider-Rothhaar von seinen vielen Stationen bei RIAS2, Deutsche Welle, MDR und RBB und Uwe Schneider über seinen Weg durch die Radiolandschaft von RIAS, SFB, Hundert,6 bis hin zu Radio BHeins. Nicht alle Journalisten unter den 44 Geehrten sind hier einzeln aufgeführt, aber alle haben mit ihrem Werdegang und den individuellen Geschichten zu einem höchst spannenden und unterhaltsamen Abend beigetragen.

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