NEWSARCHIV
Das Archiv enthält veröffentlichte Nachrichten des DJV Berlin seit Bestehen des Internetauftrittes. Der Inhalt wird ständig aktualisiert.(Die Texte werden zum Teil noch eingestellt)
01.03.2010 Vergütungsregeln Tageszeitungen - Zwischen Hobby und Hauptberuf
Kann man als freier Journalist vom Zeilensatz bei Tageszeitungen noch leben? Oder als Fotograf vom Bildhonorar? Zumindest in Bezug auf diese Frage war man sich auf dem Podium ziemlich einig: „Eigentlich nicht“ – das war übereinstimmend die ernüchternde Analyse. Dann war es aber auch schon vorbei mit den Gemeinsamkeiten. Lebhaft, mitunter sogar lautstark beharkten sich die Teilnehmer der Diskussion, zu der der JVBB und der DJV Berlin am Montagabend gemeinsam eingeladen hatten.„Gemeinsame Vergütungsregeln für freie hauptberufliche Journalistinnen und Journalisten an Tageszeitungen“: Das ist der sperrige, sehr juristische Titel der Vereinbarung, auf die sich die Journalistengewerkschaften (DJV und ver.di) mit dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) geeinigt haben.
Dabei handelt es sich nicht um einen Tarifvertrag, sondern um eine Branchenvereinbarung. In Streitfällen müssen Gerichte künftig die Sätze aus diesen Vergütungsregeln als angemessen zugrunde legen; sie haben damit ein bisschen die Funktion von Mindesthonoraren.
„Für Freie an Tageszeitungen haben wir damit eine erste Planke aufgestellt, an der sie sich festhalten können“, sagte Esther Geißlinger. Das DJV-Vorstandsmitglied aus Schleswig-Holstein verteidigte die Vergütungsregeln: Für viele Freie an regionalen und kleineren Zeitungen, wo heute oft unter 20 Cent pro Zeile gezahlt würden, seien die neuen Sätze eine deutliche Verbesserung. „Die feste Straße, die den Freien tatsächlich Existenz sichernde Honorare garantiert, muss mühsam gebaut werden. Das ist jetzt nur ein erster Schritt. “Kritik kommt vor allem aus den Großstädten wie Hamburg oder Berlin, wo Tageszeitungen heute meist schon höhere Sätze zahlen als die, die jetzt vereinbart wurden. Entsprechend scharf urteilte Eva-Maria Schnurr: „Eine Verschlechterung für die Freien, in Teilen eine Katastrophe“, erklärte das Vorstandsmitglied der Organisation „Freischreiber“, die zu den schärfsten Kritikern der Vergütungsregeln zählt.
So weit wollte Bernd Lammel nicht gehen. Aber auch der stellvertretende Vorsitzende des DJV Berlin ist mit den Vergütungsregeln nicht glücklich. Lammel, selbst Bildjournalist, beklagte vor allem, dass es den Gewerkschaften nicht gelungen ist, eine Vereinbarung für Foto-Honorare abzuschließen. Der DJV müsse sich jetzt fragen: „Wie kann diese Abkopplung rückgängig gemacht werden?“ Durch die vereinbarten Sätze – für Fotografen genauso wie für Autoren – werde der Journalismus als Hauptberuf in Frage gestellt. Ohnehin gebe es schon jetzt mehr Berufseinsteiger, als der Markt aufnehmen könne. Längst nicht alle würden deshalb künftig noch allein vom Journalismus leben können.
Die größten Meinungsunterschiede gab es bei der Frage, was denn die Alternative zu den Vergütungsregeln sei oder hätte sein können.
Moderator Alexander Fritsch wies nüchtern darauf hin, dass Gewerkschaften und der BDZV über sechs Jahre verhandelt hatten. Für das JVB-Vorstandsmitglied, selbst freier Autor für TV und Zeitungen, war deshalb klar, dass eine bessere Vereinbarung wohl nicht erreicht werden konnte. „Die Alternative zu diesen Vergütungsregeln wäre also nur gewesen: keine Vergütungsregeln.“
Kein Ergebnis wäre besser gewesen als dieses Verhandlungsergebnis, erklärte Eva-Maria Schnurr. Mit dieser Position blieb sie auf dem Podium allerdings allein. Bernd Lammel kritisierte das Fehlen eines konstruktiven Alternativvorschlags bei den Freischreibern. Und Esther Geißlinger berichtete aus ihrer eigenen langjährigen Berufserfahrung: „Eine generelle Bezahlung nach Tagessätzen in Höhe von 400 Euro – wie ver.di das empfiehlt und die Freischreiber das fordern – klingt toll. Aber das ist schlicht nicht realistisch.“
In der ausführlichen Diskussion der mehr als 30 Zuhörer mit den Podiumsteilnehmern zeigte sich dann wieder eine grundlegende Gemeinsamkeit: nämlich die Sorge darüber, dass viele Journalisten von ihrem Beruf inzwischen einfach nicht mehr leben können. Und alle, von Freischreibern bis DJV, erklärten es zu einer gemeinsamen Aufgabe aller Berufsverbände, das zu verhindern: dass der Journalismus von einem Hauptberuf zu einem Hobby verkommt.
Dr. Michael Rediske (JVBB)
Die Vergütungsregeln als pdf-Datei finden Sie hier:
http://www.djv.de/fileadmin/DJV/Tipps_und_Infos_fuer_Freie_NEU/Gem-Vergütungsregeln-endg.pdf
Fragen und Antworten (FAQ) des DJV zu den Vergütungsregeln finden Sie hier: http://www.djv.de/Aktuelle-News.2905+M56c958ba9b5.0.html
21.01.2010 Stellenausschreibung ab 1. Februar - Zentrale „DuMont Reporterfirma“ ersetzt eigenständige Politik- und Wirtschaftsberichterstattung der Berliner Zeitung!
Die Leser der Berliner Zeitung wurden in der Wochendausgabe vom 30./31. Januar unter dem Titel "In eigener Sache" über die Einrichtung einer "DuMont Redaktionsgemeinschaft" informiert. Ihr Sitz ist Berlin, für dir Wirtschaftberichterstattung Franfurt am Main. Die Redaktiongemeinschaft soll Anfang April ihre Arbeit aufnehmen. Die Stellen werden ab 1. Febuar ausgeschrieben. Bei gleicher Qualifikation werden Bewerber/innen aus den Redaktionen des DuMont Verlages bevorzugt, heißt es in der Information. Der Deutsche Journalisten-Verband hat sich entschieden gegen Pläne der Mediengruppe DuMont ausgesprochen, eine „Reporterfirma“ zu gründen, in der die Politik- und Wirtschaftsberichterstattung der Zeitungsgruppe des Verlages gebündelt werden soll. Am 12. Januar hatte die Redaktion der Berliner Zeitung in einem Offenen Brief an den publizistischen Beirat des Verlags DuMont Schauberg und die Chefredaktion der Zeitung unter anderem gefordert: "an den bewährten Strukturen festzuhalten und sie zu sichern". Dieser Brief wurde offenbar von der Verlagsleitung schlicht ignoriert.04.12.2009 rbb – Schlichtung ins Stocken geraten – Streiks nicht mehr ausgeschlossen!
Mitteilung der Verhandlungsführer an die Mitglieder des DJV:11.11.2009 Satzungsänderung des DJV erleichtert die Fusion seiner beiden Berliner Landesverbände DJV Berlin und JVBB
Auf dem Verbandstag des Deutschen Journalistenverbandes vom 8. bis 10. Juli 2009 in Berlin stimmten die Delegierten der 17 Landesverbände einer Satzungsbestimmung über die Verschmelzung von Landesverbänden zu einem neuen Landesverband zu. Damit entsprachen sie einem Wunsch der beiden Berliner DJV Landesverbände DJV Berlin und JVBB. Die Vorsitzenden der beiden Berliner Verbände begrüßten diese Entscheidung.Dr. Peter Pistorius, Vorsitzender des DJV Berlin, dem Mitgliederstärksten DJV Landesverband in Berlin, dankte den Delegierten, dass sie diesem Wunsch von DJV Berlin und JVBB entsprochen haben, damit werde die Fusion erleichtert und eine mögliche technische Hürde ausgeräumt. Für den DJV Berlin versicherte Pistorius unter großem Beifall der Delegierten: „Die Fusion, zu der wir uns immer bekannt haben, werden wir zügig zu ende führen. Alle Misshelligkeiten werden uns nicht daran hindern, die Fusion gemeinsam zu erreichen.“
Auf gemeinsamen Antrag von DJV Berlin und JVBB beauftragte der Verbandstag den Bundesvorstand bis Juni 2010 einen detaillierten Kosten- und Zeitplan für einen Umzug der Bundesgeschäftsstelle dem DJV – Gesamtvorstand vorzulegen. Den Antrag begründeten die beiden Berliner Verbände damit , dass der DJV trotz eines Beschlusses aus dem Jahr 2003, nach wie vor in Bonn sitzt und sich in Berlin eine kostspielige Dependance leistet. Inzwischen sind alle Verbände, die den deutschen Presserat tragen, nach Berlin umgezogen. Der Abstimmungsbedarf zwischen beiden Standorten und das Pendeln von Mitarbeitern schaffen Reibungsverluste, die sich ein Verband auf Dauer leisten kann. Weitere Berichte über den Verbandstag unter >>> www.djv.de





