DER FACHAUSSCHUSS (FA) PRINT
Dieser Fachausschuss ist der Zusammenschluss der früheren Ausschüsse "Tageszeitungen" und "Zeitschriften". Seit ihrer Gründungen, vom damaligen Journalisten-Verband Berlin im DJV angeregt, haben sich ihre Aufgabenfelderfelder, bedingt durch die Rationalisierungen und die Sparpolitik in den Verlagen, immer mehr angenähert. Deshalb hat der Erweiterte Vorstand beide Ausschüsse 2010 zusammengelegt. Ein vereinter FA Print bietet die Möglichkeit, verstärkt gegenüber den Verlegern geschlossener aufzutreten.
30. Januar 2012
Deutsche Post stellt „DieRedaktion“ vor
Einen fertigen Artikel einer großen Zahl von Interessenten gleichzeitig anbieten? Auf der Januarsitzung des Fachausschuss Print präsentierten Uli Kievernagel und Gerd Kühlhorn von der Deutschen Post AG das Internet-Portal „DieRedaktion.de“.
Die Plattform dient sowohl dem Verkauf von Artikeln wie auch der Vermittlung von Schreibaufträgen. Preise und Lizenzvereinbarungen liegen dabei im Ermessen des Autors. Kommt es zum Auftrag erhält die „DieRedaktion.de“ 30 Prozent für den Verkauf von Texten und 15 Prozent für die Vermittlung von Aufträgen. Das Inkasso wird von „DieRedaktion.de“ übernommen.
Vorrausetzung für die Teilnahme an dem Marktplatz ist ein Presseausweis sowie die Identifizierung über das PostIdent-Verfahren. Derzeit sind 2.888 Personen auf dem im letzten Jahr gestarteten Portal unterwegs. Zu den großen Nutzern zählen der Axel Springer Verlag und Pixeltrailer, insgesamt ist die Geschäftstätigkeit aber noch gering. Daher ist die Registrierung für Teilnehmer derzeit noch kostenfrei. Das Portal selbst vergibt regelmäßig Stipendien für Rechercheaufträge und nimmt entsprechende Themenvorschläge entgegen.
In der regen Diskussion zeigten sich die rund 20 Teilnehmer überwiegend positiv interessiert. Besonders lobend wurde erwähnt, dass es bisher noch kaum vergleichbare Marktplätze für Print-Journalisten gibt, während im Fotobereich diese schon weit verbreitet sind. Kritisch wurde angemerkt, dass die Texte nur eingestellt und verschlagwortet werden, darüber hinaus aber keine inhaltliche Redaktion, Bewertung oder Sortierung erfolgt.
Die Initiatoren von „DieRedaktion.de“ betonten, das sich das Angebot besonders für die Zweitverwertung von Artikeln und die Vermittlung von Aufträgen in speziellen Themennischen eigne. Insgesamt werde das Portal noch weiter entwickelt und um zusätzliche Funktionen ergänzt. So sollen bald auch Fotos, Videos und Audio-Produktionen gehandelt werden können sowie es virtuellen Redaktionsbüros ermöglicht werden, gemeinsam komplexere Aufträge anzunehmen und abzuwickeln.
Astrid Fischer
Weitere Informationen unter www.dieredaktion.de
Die nächste Sitzung des FA Print findet im Februar statt. Geplant ist ein Besuch bei der BSR. Einladung mit genauem Termin folgt.
21. November 2011Arbeitsgrundlage festgelegt
Informationstreffen künftig an jedem 2. Donnerstag im Monat
Der Vorsitzende berichtete beim Treffen am 15. November ausführlich über die Bundesfachausschusssitzung. Wichtigste Themen dort: Verlaufs der Streiks - insgesamt 12.000 Streiktage, Streiksituation beim Schwarzwälder Boten, neue Situation bei der Altersversorgung für Freie.
Danach wurde das künftig Arbeitsprogramm unseres FA diskutiert und folgendes festgelegt:
● Grundsätzlich: Treffen an jedem zweiten Donnerstag eines Monats in der Geschäftsstelle, Sommerpause Juli/August;
● Enge Kooperation mit den Fachausschüssen Freie, Bildjournalismus, Junge Journalisten/innen: gemeinsame Treffen zu gemeinsam interessierenden Themen;
● Themenvorschläge mit angedachten Terminen:
> Nutzung des Portals „Die Redaktion“ und VG – Wort (Januar) mit FA Freie und Junge,
> Besuch und Gespräch BSR (Februar) – für alle Mitglieder und Gäste offen;
> Gespräch mit der Polizei mit FA Bildjournalismus (März),
> Stammtisch (April) mit Einladung an FA’s Freie, Jung und Bildjournalismus,> Treffen mit Betriebsräten (Mai),
> Vergütungsrichtlinien und Vermarktung (Juni).
Als nächsten Termin bitte vormerken: 12. Januar 2012 – (Es wird eingeladen)!
K.K.
4. November 2011DJV Tarifvertrag
Endlich Tarifabschluss für Zeitschriftenjournalisten/innen – über Altersversorgung wird weiter verhandelt
Die fünfte Verhandlungsrunde zwischen den Gewerkschaften DJV und ver.di und dem Verband Deutscher Zeitschriftenverleger in Berlin brachte am heutigen Freitag für die rund 9.000 Redakteurinnen und Redakteure an Zeitschriften endlich die Entscheidung: Sie erhalten 1,5 Prozent mehr Gehalt ab 1. Januar 2012. Außerdem wird mit dem Gehalt für den Februar 2013 eine Einmalzahlung in Höhe von 350,- € fällig, für Volontäre 175,- €.
Der Tarifabschluss sieht darüber hinaus vor, dass der Manteltarifvertrag unverändert wieder in Kraft gesetzt wird. Er soll frühestens zum Jahresende 2013 kündbar sein. Die Laufzeit des Gehaltstarifvertrags soll bis 30. September 2013 dauern. Der Tarifvertrag zur Altersversorgung ist frühestens zum Ende des Jahres 2013 kündbar.
Die Tarifpartner vereinbarten darüber hinaus, mögliche Änderungen für Neueinsteiger im Tarifvertrag über die Altersversorgung in den kommenden Wochen zu verhandeln. Im Gespräch ist ein Modell, nach dem Jungredakteure und Arbeitgeber die Beiträge zur Presseversorgung je zur Hälfte bestreiten. Dieser Ansatz soll die bei Rentenmodellen zur Altersversorgung vorhandenen steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Vorteile nutzen. Unter dem Strich ergäben sich so für die Neueinsteiger bei den Leistungen der Presseversorgung keine Nachteile gegenüber ihren älteren Kolleginnen und Kollegen in den Redaktionen.
11. Oktober 2011
Der Fachausschuss hat ein neues Team
Matthias Berner, Redakteur der Berliner Morgenpost, wurde zum neuen Vorsitzenden des Fachausschusses gewählt. Seiner Vertreterin ist Astrid Fischer. Sie arbeitet für Fachzeitschriften im Energiebereich.
Neben den Wahlen beschäftigte sich der Fachausschuss vor allem mit der Organisation seiner künftigen Arbeit, in deren Mittelpunkt vor allem die Kontaktpflege zur Verbesserung unter den Kollegen/innen in der Region Berlin-Brandenburg stehen soll. Ein Schwerpunkt soll auf die Zusammenarbeit mit den Fachausschüssen "Fotojournalismus" und "Freie Journalisten/innen" gelegt werden.
Problematisiert wurde auch die mangelnde Alters-Vorsorge bei jungen Journalisten/innen. Eine entsprechende Aufklärungsarbeit hält der Ausschuss für dringend erforderlich.
Bitte vormerken: Das nächste Treffen des FA Print findet am Dienstag, 15. November 2011 im Bistro Calvas Bayreuther- Ecke Lietzenburger Straße (U-Bhf. Wittenbergplatz statt). Genaue Einzelheiten werden noch mitgeteilt.
26. September 2011
Einladung zur Wahl und Konstituierung des Fachausschusses am 11. Oktober
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
wir sind eine Initiative von Kolleginnen und Kollegen, die den Fachausschuss Print wiederbeleben wollen.
Warum, wann und wo?
Zum Kennenlernen. Wir wollen festangestellte und freie Kolleginnen und Kollegen zusammenbringen.
Wo gibt es freie Stellen? Wer kann als Feier welche Themen veranstalten? Networking zu Branchentrends.
Was ist in den Redakionen los? Wo wird umstruktuiert?
Was ändert sich grundsätzlich? Wo sollte, müsste und kann der DJV Berlin im Sinne der Kolleginnen und Kollegen intervenieren oder protestieren?
Hinter die Kulissen schauen und tiefere Einblicke gewinnen: interessante Persönlickeiten, Redaktionen, Projekte, Firmen, Institutionen und Behörden hemeinsam kennenlernen.
Wir bitten zur WAHLVERSAMMLUNG und Konstituierung um zahlreiches Erscheinen am Dienstag, 11. Oktober 2011 - 18.00 Uhr, in der Geschftsstelle des DJV Berlin, Taubenstraße 20 in 10789 Berlin Mitte, U-Bhf. Hausvogteiplatz am Gendarmenmarkt. Wir bitten um Anmeldung an: info@djv-berlin.de.
Matthias Berner; Oliver Gabriel; Dr. Carola Donner
7. Oktober 2011Neue Tarifrunde
Gespräche mit Zeitschriften-Verlgern wieder aufgenommen
Über anderthalb Jahre nach der letzten Tarifrunde für die rund 9.000 Zeitschriftenredakteure im April 2010 sollen die Tarifverhandlungen in Kürze fortgesetzt werden. Die Gewerkschaften DJV und ver.di einigten sich mit dem Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) auf den 3. November als Termin für eine neue Verhandlungsrunde. Die Vertreter von DJV, ver.di und VDZ werden dann in Berlin über neue Tarifverträge für die Zeitschriftenredakteure beraten. Die letzte Verhandlungsrunde im April 2010 hatte mit nicht näher bezifferten Verlegerforderungen nach niedrigeren Tarifen für Redakteure geendet. Im Zeitungsbereich wurden dagegen nach monatelangen Auseinandersetzungen und Streiks neue Tarifverträge abgeschlossen.
30. September 2011
Tarifabschluss Tageszeitungen ist in Kraft
Am heutigen 30. September um 12.00 Uhr endete die Erklärungsfrist zum Tarifabschluss für die rund 14.000 Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen sowie für die festen Freien gemäß 12a-Tarifvertrag. Nachdem DJV und ver.di bereits dem Ergebnis vom 18. August zugestimmt hatten, meldeten auch die Verleger die Annahme der neuen Tarifverträge.
Sie kamen nach einjährigen Verhandlungen und zahlreichen Streiks und Protestaktionen zustande. Die Proteste richteten sich insbesondere gegen den von den Verlegern geforderten Einsteigertarifvertrag mit deutlich abgesenkten Konditionen. Es ist dem Einsatz von Tausenden Journalistinnen und Journalisten zu verdanken, dass sich die Verleger mit dieser Forderung nicht durchsetzen konnten.
18. August 2011Ende des Tarifstreites:
Tageszeitungen: Einigung in zehnter Tarifrunde erzielt – Der DJV Gesamtvorstand muss noch zustimmen
Nach siebzehnstündigen Tarifverhandlungen für die rund 14.000 Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen wurde heute früh eine Einigung erzielt. Der DJV-Gesamtvorstand muss als Große Tarifkommission dem Verhandlungsergebnis auf seiner Sitzung am 19. September noch zustimmen.
Nach dem Kompromissergebnis erhalten die Redakteure jeweils zum 1. Oktober 2011 und zum 1. Februar 2013 eine Einmalzahlung in Höhe von 200 Euro. Am 1. Mai 2012 steigen die Gehälter linear um 1,5 Prozent. Die Honorare der Freien im so genannten 12a-Tarifvertrag sollen um jeweils zwei Prozent zum 1. Oktober 2011 und zum 1. August 2012 angehoben werden. Die Laufzeit des Gehaltstarifvertrags soll bis 31. Juli 2013 dauern.
DJV, ver.di und BDZV vereinbarten darüber hinaus, dass der Manteltarifvertrag unverändert wieder in Kraft gesetzt wird und frühestens zum 31. Dezember 2013 kündbar ist. Die Altersversorgung kann erstmals Ende 2013 gekündigt werden. Den von den Verlegern seit Monaten geforderten Dumping-Tarifvertrag für Berufseinsteiger wird es nicht geben.
Als Zugeständnis stimmten DJV und ver.di unter bestimmten Bedingungen einer Klausel zur Beschäftigungssicherung zu, die von Verlagen in nachgewiesenen wirtschaftlichen Schwierigkeiten genutzt werden kann. Sie sieht vor, dass unter Beteiligung der Gewerkschaften in Krisensituationen einzelner Verlage die Sonderzahlungen für Redakteure um maximal 50 Prozent eines Monatsgehalts für maximal zwei Jahre abgesenkt werden kann. Als Gegenleistung sind die Arbeitsplätze der Journalisten im Jahr der Absenkung und im Folgejahr gesichert.
DJV-Verhandlungsführer Kajo Döhring bezeichnete das Tarifergebnis als "annehmbaren Kompromiss zum Erhalt des Flächentarifvertrags". Die Verhinderung des Dumping-Tarifvertrags für Berufseinsteiger und Jobwechsler sei ein voller Erfolg. "Das ist das Verdienst von Tausenden Journalistinnen und Journalisten, die mit ihren Streiks den Angriff der Verleger auf die Tarifverträge und die Berufsperspektive der Jungen abgewehrt haben." Allein am gestrigen Mittwoch hätten sich in mehreren Bundesländern über 2.000 Journalisten an Arbeitskämpfen beteiligt.
Die DJV-Tarifkommission rief im Anschluss an die Hamburger Verhandlungsrunde die Kolleginnen und Kollegen dazu auf, die Streiks einzustellen. In den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Hessen muss die Urabstimmung über das Ende der Streiks eingeleitet werden, sobald das Tarifergebnis im Wortlaut vorliegt.
17. August 2011
Streik beim Berliner Verlag – Dr. Pistorius warnt vor „verlegerischen Selbstmord auf Raten“ durch "Billig-Journalismus"

- DJV Protest vor dem Berliner Verlag, lks. Dr Pistorius. Foto: G. Fromm
Vor dem Verlagsgebäude des Berliner Verlages am Alexanderplatz versammelten sich am heutigen Mittwoch rund 150 streikende Journalistinnen und Journalisten, während in Hamburg die Vertreter des DJV mit den Zeitungsverlegern verhandelten. Fast alle Redakteurinnen und Redakteure der Berliner Zeitung beteiligten sich an dem Streik, zu der DJV Berlin, JVBB und ver.di gemeinsam aufgerufen haben.
Der Vorsitzende des DJV Berlin, Dr. Peter Pistorius, warnte davor, dass „Billig-Journalismus zum verlegerischen Selbstmord auf Raten“ zu werden drohe. Befriedigend stellte er fest, dass in der Abwehr der Vorstellungen der Verleger die Zeitungslandschaft sich im Lauf der Tarifauseinandersetzung immer mehr zu einer Streiklandschaft gewandelt habe. „Und Berlin ist dabei! Dr. Pistorius: „Es ist „nicht hinnehmbar, dass die nachwachsende Journalistengeneration die mit viel Idealismus und meist sehr gut ausgebildet in unseren Beruf strebt, durch Dumpinglöhne entmutigt wird.“
Zuvor ermunterte Renate Gensch vom dju-Bundesvorstand, ihre Kollegen und Kolleginnen in ihrer Solidarität mit den stärker betroffenen Kolleginnen und Kollegen an den Standorten in Köln und Frankfurt nicht nachzulassen.
Bereits gegen 6.00 Uhr kamen die ersten Streikposten, bis 11.00 Uhr hatten sich fast alle Redakteure/innen von Berliner Zeitung und Berliner Kurier vor dem Gebäude in der Karl-Liebknecht-Straße versammelt, drinnen mussten Ressortleiter und Chefredakteure versuchen, die Ausgaben für den morgigen Donnerstag allein zu füllen.
Wie in Berlin wurde unter anderem die Hamburger Morgenpost, der Weser Kurier, die Bremer Nachrichten und die Ostseezeitung bestreikt. Gestern streikten bereits Kolleginnen und Kollegen bei mehr als 50 Zeitungen. In Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen wird in vielen Verlagen seit Wochen durchgestreikt.
16. August 2011
Aktionen bei Springer und Berliner Verlag
„Es ist fünf vor zwölf“ - unter diesem Motto findet am heutigen Dienstag vor dem Haupteingang des Berliner Verlagshauses Axel-Springer-Str. 65 um 11.55 Uhr eine Infoveranstaltung der Redakteure/innen der Springerzeitungen statt. Für den morgigen Mittwoch sind die Redaktionen und die Verlagsangestellten des Berliner Verlages von 8.00 Uhr bis Donnerstag 2.00 Uhr zu einem Solidaritätsstreik aufgerufen. In Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen streiken Kolleginnen und Kollegen bereits durchgehend seit Wochen .
Hintergrund: Am Mittwoch findet in Hamburg die zehnte Verhandlungsrunde für die Tarifverträge für Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen statt. Trotz der anhaltenden Streikbewegung in den Tageszeitungsredaktionen gibt es sehr wenig Bewegung auf Seiten der Zeitungsverleger (BDZV), auch wenn die bisherigen Streiks bereits einige Wirkung gezeigt haben. Doch die Verleger beharren weiterhin auf Kürzung von Gehalt, Jahresleistung, Urlaubsgeld sowie der Altersversorgung für Berufseinsteiger und bieten lediglich eine Einmalzahlung von 200 € für die Jahre 2011 und 2012 an und eine 1,5%ige Gehaltserhöhung im Jahr 2013.
Vor dem Springerhaus werden die Vertreter der Gewerkschaften JVBB, DJV Berlin und dju in ver.di über den Stand der Tarifauseinandersetzung informieren.
Zur Unterstützung der Warnstreiks im Bundesgebiet sind die Redakteure/innen und Verlagsangestellten des Berliner Verlages, des DuV-Standortes Berlin und der DuMont-Redaktionsgemeinschaft Berlin zum Solidaritätsstreik von 8.00 bis 02.00 Uhr aufgerufen. Denn der derzeitige Haustarifvertrag des Verlages in Berlin gilt weder für neue eingestellte Journalisten/innen der ReGe, die erheblich schlechtere Konditionen akzeptieren mussten, noch für die Mitarbeiter/innen des DuV Frankfurt hier in Berlin.
Der Haustarifvertrag, der für den Berliner Verlag 1992 erstreikt wurde bietet bislang noch in vielen Bereichen einen guten Schutz. Sollten die Verleger bei den laufenden bundesweiten Tarifverhandlungen ihre Vorstellungen durchsetzen, dann würde binnen kürzester Zeit auch dieser Haustarifvertrag vom Verlag zur Disposition gestellt.
Auch deshalb wird zum Solidaritätsstreik im Berliner Verlag, im Berliner DuV-Standort und in der ReGe aufgerufen. So läuft der Streik-Tag in am Mittwoch hier ab:
„ Alle Kolleginnen und Kollegen – ob bei Berliner Verlag, DuV oder ReGe beschäftigt – kommen so wie sonst zum Dienstbeginn - zum Verlagsgebäude am Alexanderplatz.
> Dort betreten sie aber nicht das Gebäude, sondern tragen sich bei den aufgestellten Streikposten in die Streiklisten ein. Für Gewerkschaftsmitglieder ist so gewährleistet, dass sie bei einem eventuellem Gehaltsabzug Streikgeld bekommen.
> Ab 11.30 Uhr können sich die Streikenden im Streiklokal „Alter Fritz“ gleich neben dem Verlag treffen. Für Getränke und Brötchen ist gesorgt.
> Zwischen 11.00 Uhr 12.00 Uhr gibt es vor dem Berliner Verlag eine kleine Kundgebung mit Vertretern von ver.di und DJV.
> Wer möchte, kann später nach Hause gehen.
> Ansonsten gilt: Alle Kolleginnen und Kollegen – auch die nicht in den Gewerkschafte organisierten – haben das Recht, am Streik teilzunehmen! Wer mit Drohungen wie etwa: „Wer nicht zur Arbeit kommt, kann entlassen werden“ versuchen sollte, Kollegen von der Streikteilnahme abzuhalten, begeht eine Straftat und muss mit Konsequenzen rechnen.“
12. August 2011
Der DJV ruft zu weiteren Streiks bei den Zeitungsverlagen auf - Appell an die Verantwortung der Verleger
Der Bundesvorsitzende des DJV hat in einem Schreiben an alle Zeitungsjournalisten zur Fortsetzung des Kampfes für faire Tarifverträge aufgerufen. Der Brief wurde am heutigen Vormittag verschickt. Anlass: Die nächste Verhandlungsrunde mit den Zeitungsverlegern am 17. August in Hamburg. Gleichzeitig appellierte er an die Verleger: ,,Stellen Sie sich Ihrer Verantwortung für die Zukunft des Journalistenberufs, die nicht zuletzt über die Zukunft der Zeitungen entscheidet!“
Zur Unterstützung der Forderungen der Gewerkschaften streikten am heutigen Freitag bereits die Redaktionen an zwei Tageszeitungen in Bayern, die Journalisten/innen der „Mittelbayerischen Zeitung“ und der „Augsburger Allgemeinen“ legten die Arbeit nieder. Die Redakteurinnen und Redakteure mehrerer Zeitungen in Hessen werden am kommenden Dienstag darüber entscheiden, ob es auch in ihren Redaktionen zu unbefristeten Arbeitsniederlegungen im Kampf für die Erhaltung ihrer Tarifverträge kommen soll. Soweit sich in der Urabstimmung mehr als zwei Drittel der DJV-Mitglieder für einen Arbeitskampf aussprechen, kann es auch in Hessen zu unbefristeten Streiks kommen.
Nach wie vor sind bei den Tarifverhandlungen noch offen: Gehalts- und Honorarerhöhungen, die Struktur eines neuen Gehalts- und eines Altersversorgungstarifvertrags für Berufseinsteiger sowie ein neuer 12a-Tarifvertrag für arbeitnehmerähnliche Freie.
Hier der Wortlaut des Briefes an die Mitglieder des DJV in den Zeitungsredaktionen:
Liebe Kolleginnen,liebe Kollegen, in der kommenden Woche, am 17. August, wird unsere DJV-Tarifkommission gemeinsam mit den ver.di-Kollegen in Hamburg auf die Vertreter des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger treffen. Zum zehnten Mal wird es darum gehen, faire und angemessene Tarifverträge für die rund 14.000 Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen zu verhandeln. Zehn Tarifrunden innerhalb von zwölf Monaten – eine lange Wegstrecke, auf der viele Hindernisse lagen und die zeitweise komplett gesperrt war. Ob wir uns auf dem Endspurt ins Ziel befinden oder ob der Weg in einer Sackgasse endet, wissen wir noch nicht. Fest steht aber jetzt schon: Hinter die in der letzten Verhandlungsrunde am 2. August gefundenen Zwischenergebnisse kann keine Seite mehr zurück. Das haben sich DJV, ver.di und BDZV gegenseitig bestätigt.Wie ist der Stand?
Am 2. August kam erstmals Bewegung in die Tarifverhandlungen. Der BDZV ist von seinen massiven Forderungen nach Tarifeinschnitten für die jetzt beschäftigten Redakteure und nach einem um bis zu 30 Prozent abgesenkten Dumping-Tarifvertrag für Berufseinsteiger und Jobwechsler abgerückt. Damit haben die Verleger den Weg frei gemacht für konstruktive Verhandlungen. Zum Zwischenergebnis gehört trotz anders lautenden Darstellungen von interessierter Seite, dass der Mantel- und der Altersversorgungstarifvertrag bis Ende 2013 fortbestehen. Öffnungsklauseln zur Beschäftigungssicherung können unter genau umrissenen Bedingungen eingeführt werden. Offen sind aber noch Gehalts- und Honorarerhöhungen, die Struktur eines neuen Gehaltstarifvertrags und ein neuer 12a-Tarifvertrag für arbeitnehmerähnliche Freie.
Dass überhaupt wieder Bewegung in die Verhandlungen kam, lag an den Streiks der Journalisten und nicht an einer neu entdeckten Nächstenliebe der Zeitungsverleger zu ihren Beschäftigten. Damit bestätigt sich wieder einmal: Wenn es am Verhandlungstisch nicht weiter geht, hilft nur Druck vor Ort. Diesen Druck haben Tausende von Journalistinnen und Journalisten, Festen wie Freien, seit Anfang dieses Jahres zusammen mit dem DJV kontinuierlich aufgebaut und gesteigert.
Viele kreative und engagierte Aktionen wurden auf die Beine gestellt: Ich denke etwa an die Aktion Anfang April in Bad Honnef, wo Kolleginnen und Kollegen den Journalismus symbolisch im Rhein baden gehen ließen. Oder an den „Chorgesang“ von Journalisten Anfang August auf dem Stuttgarter Schlossplatz. Nicht zu vergessen die Protext-Aktion „Worte sind wertvoll“, die im Juli zwei Mal in Süddeutschland für Aufsehen und Beifall sorgte. Und schließlich die zentrale Streikkundgebung am 9. Juni in Frankfurt/Main, zu der 3.000 Journalisten und Drucker aus ganz Deutschland kamen.
Allen Kolleginnen und Kollegen, die sich an Warnstreiks, Protestaktionen, Urabstimmungen und länger andauernden Streiks bisher beteiligt haben, sage ich jetzt schon ein herzliches Dankeschön! Sie haben gezeigt, dass Ihnen der Wert des Journalismus nicht gleichgültig ist. Sie haben dafür gekämpft, dass der Redakteursberuf für den journalistischen Nachwuchs attraktiv bleibt.
Ausblick
Aber wir sind noch nicht am Ziel. Vor uns liegt noch eine Menge Arbeit. Dafür brauchen wir Sie! Deshalb bitte ich Sie: Setzen Sie sich mit Blick auf den nächsten Verhandlungstermin am 17. August weiter ein für faire und angemessene Tarifverträge, kämpfen Sie mit uns gemeinsam für den Wert des Journalismus! Dafür brauchen wir alle Kolleginnen und Kollegen in den Redaktionen, auch diejenigen, die sich bisher wenig oder gar nicht an Arbeitskampfmaßnahmen beteiligt haben. Bitte bedenken Sie: Es geht um Ihren Arbeitsplatz, um Ihre Arbeitsbedingungen, um Ihre berufliche Zukunft.
Und an die Verleger im BDZV appelliere ich: Stellen Sie sich Ihrer Verantwortung für die Zukunft des Journalistenberufs, die nicht zuletzt über die Zukunft der Zeitungen entscheidet! Nur wenn die Tarifverträge den Wert journalistischer Leistung angemessen berücksichtigen, wenn es als Gegenleistung für Qualitätsjournalismus akzeptable Arbeitsbedingungen in den Redaktionen gibt, werden die Zeitungen ihren Stellenwert in der Gesellschaft behalten und die Verlage ihr wirtschaftliches Potenzial behaupten können.
Michael Konken, DJV-Bundesvorsitzender
3. August 2011
Tarifrunde Zeitungen -Verleger rücken von Maximalforderungen ab
Mit einem Verzicht der Verleger auf massive Einschnitte in die Tarifverträge für Zeitungsjournalisten/innen endete am Dienstagabend die neunte Tarifrunde Tageszeitungen in Hamburg. Die Zeitungsverleger rückten dabei von ihrer im Dezember 2010 aufgestellten Forderung nach einer Kürzung der Bezüge um 15 Prozent für Berufseinsteiger ab.
Mögliche Veränderungen in der Struktur des Gehaltstarifvertrags für den journalistischen Nachwuchs werden zu einem späteren Zeitpunkt noch verhandelt. Damit ist der Dumping-Tarifvertrag für Berufseinsteiger vom Tisch. Allerdings über die offenen Punkte müssen Gewerkschaften und Verleger noch weiter verhandeln. Ob die Streiks bald nicht mehr nötig sind, wird der weitere Verlauf der Tarifverhandlungen zeigen.
Die bisherigen Ergebnisse der Tarifverhandlungen:
> Manteltarifvertrag
Der Manteltarifvertrag soll in seiner bestehenden Form wieder in Kraft treten und mindestens bis Ende 2013 bestehen.
> Altersversorgungstarifvertrag
Der Tarifvertrag zur Altersversorgung besteht weiter und kann nicht vor Ende 2013 gekündigt werden.
> Gehaltstarifvertrag
Über einen neuen Gehaltstarifvertrag ist noch zu verhandeln. Grundlage der Verhandlungen sollen sowohl das Angebot des BDZV von zwei Einmalzahlungen von je 200 Euro in diesem und im nächsten Jahr sowie einer linearen Erhöhung von 1,5 Prozent im Jahr 2013 als auch die Forderung von DJV und ver.di nach vier Prozent mehr Gehalt rückwirkend zum 1. August 2010 sein. Arbeitnehmerähnliche Freie
> Arbeitnehmerähnliche Beschäftigte
Für die arbeitnehmerähnlichen Freien an Tageszeitungen bietet der BDZV lineare Erhöhungen von jeweils zwei Prozent zum 1. Oktober 2011 und zum 1. August 2012 an. Die Gewerkschaften fordern hingegen vier Prozent ab 1. August 2010.
> Beschäftigungssicherung
Zur Sicherung der Beschäftigung kann bei nachgewiesener wirtschaftlicher Notwendigkeit in einem betroffenen Verlag entweder über freie Tage die Arbeitszeit um maximal 15 Prozent ohne Lohnausgleich abgesenkt werden oder Urlaubs- und Weihnachtsgeld reduziert werden. Grundlage ist eine Betriebsvereinbarung. Bei darüber hinausgehender wirtschaftlicher Notwendigkeit können Urlaubs- und Weihnachtsgeld abgesenkt werden, wenn die Tarifvertragsparteien zustimmen.
> Struktur des Gehaltstarifvertrags
Im Gehaltstarifvertrag kann für Berufseinsteiger der Weg zum Endgehalt in der Gehaltsgruppe II verändert werden. Darüber hinaus können die Vergütungsgruppen unter Berücksichtigung der heutigen Organisationsformen in den Redaktionen, häufig Deskmodelle, neu bestimmt werden.
> Altersversorgung
Berufseinsteiger erhalten eine veränderte Altersversorgung, die im Alter als Rentenzahlung ohne Kapitalwahlrecht erfolgen soll. Die Verleger wollen weiterhin Aufwand sparen und gehen von Beiträgen in Höhe von je 2,5 Prozent (Arbeitnehmer/Arbeitgeber) aus, die Gewerkschaften fordern je vier Prozent.
Das bisherige Verhandlungsergebnis ist noch kein Tarifergebnis. Aber es zeigt, dass sich in den Tarifverhandlungen etwas bewegt hat. Das war nur durch den Druck tausender Kolleginnen und Kollegen möglich, die sich zum Teil seit Anfang dieses Jahres an Streiks und Protestaktionen beteiligt haben. Ob die Streiks bald nicht mehr nötig sind, wird der weitere Verlauf der Tarifverhandlungen zeigen.
28. Juli 2011DJV
Urabstimmung in Bayern: 98,8 Prozent für unbefristeten Streik bei Tageszeitungen - Erneut Tarifverhandlungen am 2. August
Auch in Bayern haben am 27. und 28. Juli in einer Urabstimmung die Mitglieder des DJV mit 98,8 für unbefristete Streiks in den Zeitungsverlagen votiert. Der Bayerische Journalisten-Verband und ver.di hatten ihre Mitglieder gemeinsam an die Urnen gerufen. Für die Zustimmung zu unbefristeten Streiks war mindestens eine zwei Drittelmehrheit der abgegebenen Stimmen erforderlich.
Bereits bei den Urabstimmungen in Baden-Württemberg hatten 98,6 Prozent und in Nordrhein-Westfalen 98,5 Prozent für Streiks gestimmt Die nächsten Tarifverhandlungen für die Mitarbeiter/innen an Tageszeitungen finden am 2. August in Hamburg statt. „Dort wird sich zeigen, ob der BDZV die Kraft zu einem Konsens hat“, sagte DJV-Verhandlungsführer Kajo Döhring. Der Deutsche Journalisten-Verband hat den Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) dazu aufgerufen, den Weg zur konstruktiven Lösung des Tarifkonflikts zu gehen.
Döhring: "Über konstruktive Lösungen lassen wir mit uns reden, über den tarifpolitischen Kahlschlag nicht", es könne nicht sein, dass Tarifverträge für die 14.000 Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen an mangelnder Kompromissbereitschaft einiger Hardliner im BDZV scheiterten. Fast 100 Prozent Zustimmung zu unbefristeten Streiks zeige, dass die Journalisten faire und angemessene Tarifverträge anstelle von Dumping-Konditionen erwarten.
Diese Redaktionen haben sich an der Urabstimmung in Bayern beteiligt:
► Süddeutsche Zeitung mit allen Außenredaktionen
►tz München
►Münchener Zeitungsverlag mit allen Außenredaktionen
►Schongauer Nachrichten mit allen Außenredaktionen
► Zeitungsverlag Oberbayern mit allen Außenredaktionen
► Presse-Druck und Verlags GmbH Augsburg mit allen Außenredaktionen
► Allgäuer Zeitungsverlag Kempten mit allen Außenredaktionen
► Frankenpost mit allen Außenredaktionen und Lokalausgaben
► Main-Echo Aschaffenburg mit allen Außenredaktionen und Lokalausgaben
► Mittelbayerische Zeitung Regensburg mit allen Außenredaktionen
► Neue Presse Coburg mit allen Außenredaktionen
► Nordbayerischer Kurier Bayreuth
► Nordbayerische Verlagsgesellschaft Nürnberg
► Oberbayerisches Volksblatt Rosenheim mit allen Außenredaktionen
► Verlag Nürnberger Presse mit allen Außenredaktion
► Selber Tagblatt
► Der neue Tag, Oberpfälzer Kurier, Weiden mit allen Außenredaktionen
► Amberger Zeitung und Sulzbach-Rosenheimer Zeitung.
14. Juli 2011
Weg frei für Urabstimmung bei Tageszeitungen
Der DJV-Gesamtvorstand hat als Große Tarifkommission des DJV den Bundesvorstand am 12. Juli mit großer Mehrheit ermächtigt Vorkehrungen zur Einleitung der Urabstimmung im Bereich der Tageszeitungen zu treffen. Der Bundesvorstand soll nach diesem Beschluss entscheiden, wann die Urabstimmung in welchen Verlagen durchgeführt wird.
Es sei notwendig, nach der Welle der Warnstreiks in zahlreichen Regionen mit der Urabstimmung den Weg zu weiteren Arbeitskampfmaßnahmen zu ebnen. Mit Blick auf die Urlaubszeit sollen sie zeitlich und regional gestaffelt werden. In der Urabstimmung entscheiden die Redakteure über Arbeitskampfmaßnahmen an Zeitungsverlagen. Hintergrund sind die seit einem Jahr andauernden Tarifverhandlungen mit dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger, der massive Einschnitte in das Tarifniveau fordert.
Die Große Tarifkommission hat erneut bekräftigt, am Ziel der Flächentarifverträge auf dem bisherigen Niveau für die rund 14.000 Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen festzuhalten.
7. Juni 2011
Training: Vergütungsregeln an Zeitungen – wie durchsetzen?
Das Training im DJV-Online-Seminar (“Webinare”) für freie Journalisten am 29.Juli von 11-12.30 Uhr ist exklusiv für Mitglieder von DJV und dju in ver.di.
Thema: Vergütungsregeln, Training per Internet. Tipps für das konkrete
(Ver-)Handeln individuell und in Gruppen. Schwerpunkt: Verhandlungstraining. Referentin ist die Journalistin und Trainerin Constanze Hacke. Hinweis: Das Training findet noch einmal am 28. Juli von 11-12.30 Uhr statt!
Anmeldung und Informationen: http://www.journalistenwebinar.de
25. Mai 2011
Journalisten und Drucker demonstrierten gemeinsam in Berlin - Für den DJV sprachen Alexander Fritsch (JVBB) und Klaus Kundt (DJV Berlin)
Er hat historische Bedeutung, der gemeinsame Demonstrationszug von Druckern und Journalisten durch das traditionelle Berliner Zeitungsviertel am heutigen 25. Mai: Zum ersten Mal nach dem Scheitern der Weimarer Republik zogen wieder Drucker protestierend durch die Kochstraße, und: Zum ersten Mal überhaupt protestierten auf diese Weise Drucker und Journalisten gemeinsam im Berliner Zeitungsviertel gegen die berufszerstörende Tarifpolitik der Verleger.
Aufgerufen zu dieser Protestaktion hatten ver.di, der DJV Berlin und der Journalistenverband Berlin Brandenburg (JVBB). Anlass: Die Forderungen der Arbeitgeber die darauf zielen die Einkommen zu senken. So sollen nach dem Willen der Verleger das Urlaubs- und Weihnachtsgeld bei Redakteuren verringert werden und Neueinsteiger in den journalistischen Beruf nicht nur länger arbeiten, sondern dafür auch noch weniger verdienen - die Verleger fordern Einbußen von insgesamt gut 30 Prozent!
Seit heute früh, 25. Mai 2011, 6.30 Uhr, befinden sich die Beschäftigten der Bundesdruckerei und der Axel-Springer-Druckerei in Spandau im Warnstreik. Gleichzeitig sind seit 9.00 Uhr auch die die Redakteure und Angestellten des Berliner Verlages im Ausstand.
Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Berliner Verlages, Karl-Liebknecht-Straße, schlossen sich um 10.00 Uhr dem Demonstrationszug von der Bundesdruckerei in der Kreuzberger Kommandantenstraße zum Haus der Deutschen Zeitungsverleger in der Markgrafenstraße an. Am Axel-Springer-Hochhaus in der Kochstraße stießen Drucker und Redakteure des Springer-Verlages hinzu. Während der Demonstration wurden der Straßenverkehr und die Buslinien durch die Koch- und Markgrafenstraße umgeleitet. Gegen 10.30 Uhr trafen die 500 protestierenden Journalisten und Drucker vor dem Sitz des BDZV ein und gegen 11.30 Uhr endete die Demonstration dann wieder an der Bundesdruckerei.
Für den DJV erklärten sich Klaus Kundt, DJV Berlin – auf der Kundgebung vor dem Haus des BDZV - und Alexander Fritsch, Vorsitzender des JVBB - auf der Schlusskundgebung - bei ihren Ansprachen mit den Druckern solidarisch und wiesen auf die negativen Auswirkungen der Vorstellungen der Verleger auf die Zukunft des Zeitungswesen, auf die künftige Qualität der journalistischen Arbeit und auch auf die damit verbundenen negativen Folgen für die Gesellschaft hin.
24. Mai 2011
Auch in Berlin: Aufruf zum Solidaritätsstreik gegen die unsozialen Vorschläge der Zeitungsverleger! 10.00 Uhr Demonstration zum Haus des BDZV
Der DJV Berlin, der JVBB und ver.di rufen die Beschäftigten der Berliner Zeitungsverlage zu einer gemeinsamen Demonstration gegen die unsozialen Vorschläge der Zeitungsverleger am Mittwoch, 25. Mai, auf: Beginn: 10.00 Uhr. Ort: Bundesdruckerei (Eingang Kommandantenstraße 18, nahe dem Axel-Springer-Haus).
Von der Bundesdruckerei führt ein Demonstrationszug zum Gebäude des Zeitungsverlegerverbandes BDZV (zwei Straßenecken weiter) in der Markgrafenstraße. Dort findet gegen 11 Uhr eine kurze Kundgebung statt. Die Redakteure und Verlagsangestellte des Berliner Verlages treten bereits um 9.00 Uhr in einen bis 13.00 Uhr dauernden Solidaritätsstreik.
In anderen Bundesländern gab es bereits in der vergangenen Woche mehrere Warnstreiks: In Baden-Württemberg, bei den beiden Bremer Tageszeitungen und Schwerpunktstreiks an mehreren Orten in NRW und Bayern. Allein in München gingen 600 Kollegen der Süddeutschen Zeitung und der tz auf die Straße.
Aufruf zur Solidaritätsaktion:
Liebe DJV-Mitglieder im Bereich Zeitungen,
auch wenn Ihr größtenteils – soweit in Tageszeitungen angestellt – nicht unmittelbar von der laufenden Tarifrunde betroffen seid, so wird das Ergebnis euch doch mittelbar treffen: Setzen sich die Verleger mit ihren Forderungen durch, dann stehen wir vor einer finanziellen Abwertung des gesamten Berufstandes. Der niedrigere sog. „Berufseinsteiger“-Tarif, den die Arbeitgeber fordern, wird dabei nicht nur auf die jungen Kollegen zukommen, sondern wahrscheinlich auch auf diejenigen, die ihren Arbeitgeber wechseln.
Morgen, Mittwoch, findet ein erster Berlin-weiter Protest von Redakteuren, Druckern und Verlagsangestellten statt. Da im Moment die Tarifverhandlungen der Drucker sich in einer kritischen Phase befinden.
Der DJV, JVBB und ver.di haben für morgen Vormittag die Berliner Zeitung und den Berliner Kurier zu Warnstreiks aufgerufen. Aber auch wer nicht streikberechtigt ist, kann teilnehmen – um Ansehen und Status des eigenen Berufe zu verteidigen und die Kolleginnen und Kollegen zu unterstützen: Wer sich für ein bis zwei Stunden freimachen kann, kommt um 10 Uhr zum Demonstrationszug oder (wenigstens) um 11.00 Uhr zur kurzen Kundgebung vor das Haus des BDZV. - Wir freuen uns auf viele Teilnehmende!
24. März 2011
Fachausschussvorsitzende zurückgetreten
Die Vorsitzende des Fachausschusses Print hat am 24. März mit sofortiger Wirkung ihren Rücktritt erklärt.
Gleichzeitig trat Karen Niederstadt aus dem DJV aus.
23. Februar 2011
Zeitungsverleger verweigern Tarifverhandlung
Die Zeitungsverleger Verleger ließen die 3. Tarifrunden am Mittwoch (23. 2.) in Köln platzen: Denn vor dem Verhandlungssaal im Hotel Radisson demonstrierten mehr als 60 Redakteurinnen und Redakteure gegen die Tarifvorstellungen der Verleger. Die Vertreter des BDZV erklärten, dass sie unter solchen Bedingungen nicht zu Tarifverhandlungen bereit seien. Beleidigt reisten sie ab.
Außerdem: Auf dem Boden vor dem Verhandlungssaal waren Plakate ausgelegt mit dem Slogan „Guten Journalismus nicht mit Füßen treten“ und den Porträtfotos von fast 50 Redakteurinnen und Redakteuren, die dem DJV ihre Fotos für die Aktion geschickt hatten. Die Zeitungsverleger mussten schließlich beim Verlassen ihres Saals auf diese Plakate treten - Sinnbild für die Einstellung von Zeitungsverlegern. Über die Folgen der heutigen Verhandlungsverweigerung des BDZV beraten jetzt die DJV-Gremien.
Aus etlichen Redaktionen haben den DJV Solidaritätsadressen von Kolleginnen und Kollegen erreicht. Einhelliger Tenor: Standhalten! Nicht nachgeben!
Warnstreiks von Redakteuren in Baden-Württemberg
Acht Redaktionen in Baden-Württemberg sind am Mittwoch für mindestens zwei Stunden in den Warnstreik getreten, darunter Stuttgarter Nachrichten, Stuttgarter Zeitung, Südwest Presse, Schwäbisches Tagblatt und Reutlinger Generalanzeiger. An den Aktionen haben sich rund 200 Journalistinnen und Journalisten beteiligt.
Die Kollegen der Südwest Presse haben in Ulm eine Petition an den Verleger verfasst, in der sie ihn Auffordern, sich in seinem Verband für ordentlichen Journalismus und gute Arbeitsbedingungen stark zu machen. Rund 30 Journalisten vom Schwäbischen Tagblatt und vom Reutlinger Generalanzeiger haben eine gemeinsame Versammlung in Reutlingen durchgeführt. Sie formulierten eine Resolution, die gegen die Verleger gerichtet ist. Darin sprechen sie sich gegen den Abbau der Sozialleistungen und für Qualität im Journalismus aus.
Weitere Reaktionen:
Bremen: Die Sprechstunde des Betriebsrates endete mit einer Resolution der Redakteurinnen und Redakteure gegen die Forderungen der Verleger.
In Rheine, Telgte und Warendorf haben die Kolleginnen und Kollegen ihre Rechner heruntergefahren und im Rahmen der Redaktionskonferenz über die Tarifsituation diskutiert. Tenor: Nicht mit uns!
Augsburger Allgemeinen: 140 Redakteure haben gegen das Tarifdumping für Berufseinsteiger unterschrieben.
16. Februar 2011
Tarifverhandlung Tageszeitungen geht in die nächste Runde
Die nächste Runde der Tarifverhandlungen mit dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger findet am 23. Februar in Köln im Radisson BLU Hotel an der Messe statt. Worum geht es?
Die Zeitungsverleger verlangen Abstriche von den bestehenden Tarifverträgen. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sollen zusammen nur noch ein Monatsgehalt ausmachen, die Gehälter sollen drei Jahre lang so gut wie gar nicht angehoben werden. Für Berufseinsteiger fordern die Verleger sogar einen Dumpingtarifvertrag, der weniger Urlaub, niedrigere Gehaltsgruppen und höhere Wochenarbeitszeit vorsieht. Alles in allem bedeuten die Verlegerforderungen ein Minus von bis zu 30 Prozent. Das ist mit dem DJV nicht zu machen.
Was will der DJV? Im Klartext: Fortschreibung der Tarifverträge und vier Prozent mehr Gehalt. Die Honorare der Freien sollen im gleichen Umfang steigen. Ist das realistisch? Ja, denn die Wirtschaftsdaten der Zeitungen zeigen wieder nach oben. Die Zeitungen haben die Krise überwunden, die Verlagsrenditen entwickeln sich prächtig. Für Knebeltarife gibt es keinen Grund.
12. Januar 2011
Tarifverhandlungen Tageszeitungen: Große Tarifkommission des DJV berät am Montag über den Ausbeutungsvorschlag der Verleger
Vor fast fünf Wochen kamen die Gewerkschaften DJV und ver.di mit den Zeitungsverlegern im BDZV zur dritten Tarifrunde in Berlin zusammen. Bei dieser Runde am 8. Dezember stellten die Verleger ihre „Liste der Grausamkeiten“ für die rund 14.000 Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen und für alle künftigen Zeitungsjournalisten vor. Die Große Tarifkommission des DJV befasst sich am kommenden Montag, 17. Januar, in Kassel mit den Forderungen der Zeitungsverleger. Der DJV warnt die Kollegen/innen: „Unterschreiben Sie keinen Vertragstext, den Ihr DJV-Landesverband nicht vorher geprüft hat!“
Den Ausbeutungsvorschlag der Verleger: Weniger Geld! Weniger Urlaub! Weniger Beitrag zum Presseversorgungswerk! - Dafür mehr Arbeitszeit!, von dem sie den Fortbestand der Flächentarifverträge abhängig machen wollen, wies die Verhandlungskommission des DJV bereits als indiskutabel zurück, denn der Vorschlag des BDZV bedeute massive Tarifabsenkungen in der Gesamtgrößenordnung von mehr als 25 Prozent. Der DJV Berlin hat darüber mehrmals berichtet. Hier der Ausbeutungsvorschlag der Verleger.
TARIFRUNDE ZEITUNGEN 2010/11: WAS DIE VERLEGER WOLLEN
Gehaltstarifvertrag
Der Gehaltstarifvertrag (GTV) soll für drei Jahre abgeschlossen werden und in seiner Struktur unverändert bleiben. Für die ersten zwei Jahre stellen die Verleger jeweils eine „moderate Einmalzahlung“ in Aussicht und für das dritte Jahr eine prozentuale Anhebung der Gehälter in geringem Umfang. Über dessen Höhe machen sie keine Angaben.
Manteltarifvertrag
Die Zeitungsverleger fordern, Urlaubs- und Weihnachtsgeld, die derzeit zusammen 1,75 Monatsgehälter ausmachen, zu einem Gehalt zusammenzustreichen. Das Jahresgehalt eines Redakteurs soll also nur noch aus 13 Monatsgehältern bestehen.
Tarifwerk für Berufsanfänger
Berufsanfänger sollen nach dem Willen des BDZV künftig unter ein neues Tarifwerk fallen. Der neue Manteltarifvertrag sieht „höchstens“ ein dreizehntes Monatsgehalt für Urlaubs- und Weihnachtsgeld vor. Der Jahresurlaub beträgt unabhängig vom Alter 30 Tage, die Wochenarbeitszeit in den Redaktionen 40 Stunden.
Die Redakteursgruppen im Gehaltstarifvertrag der Berufseinsteiger wird von derzeit sechs auf vier reduziert. Volontäre im ersten Berufsjahr verdienen monatlich 1.550 Euro, im zweiten Jahr 1.800 Euro. Die Gehälter der Redakteurinnen und Redakteure der zweiten Gruppe bekommen in den ersten vier Berufsjahren 2.650 Euro monatlich, ab dem fünften Berufsjahr 3.100 Euro und nach dem 10. Jahr 3.800 Euro. Redakteure mit Entscheidungsbefugnis in der Gruppe 3 kommen ab dem fünften Berufsjahr auf 4.100 Euro und nach dem 10. Jahr auf 4.650 Euro. Die Redakteure in leitender Stellung der Gruppe 4 werden außertariflich bezahlt.
Die Beiträge der Verleger zur Presseversorgung sinken von fünf Prozent auf 2,5 Prozent.
Paketlösung
Der BDZV will, so erklärt dessen Verhandlungsführer Werner Hundhausen am 8. Dezember 2010, redaktionelle Arbeitsplätze erhalten und die Tarifverträge sichern – obwohl die Zeitungsverlage keine wirtschaftlichen Verbesserungen in den nächsten drei Jahren erwarten. Deshalb koppelt der BDZV auch den Fortbestand der vorhandenen Tarifverträge an die Einführung des neuen Tarifwerks für Berufseinsteiger. Zu Gegenleistungen an die Gewerkschaften sind die Verleger nicht bereit. Sie bieten weder eine Arbeitsplatzgarantie noch den Verzicht auf Outsourcing oder Leiharbeit an.
Ob ein Riegel vor die Möglichkeit geschoben werden soll, dass Verlage auch mit den „Altbeschäftigten“ oder mit einzelnen Redaktionen in das Tarifwerk für Berufsanfänger wechseln können, lassen die BDZV-Verhandler offen.
Auswirkungen
Was das geforderte Tarifwerk für Berufsanfänger in Zahlen bedeutet, hat der DJV am Beispiel eines 40-jährigen Redakteurs ausgerechnet:
Die höhere Wochenarbeitszeit bedeutet einen Einkommensverlust von 9,6 Prozent, das niedrigere Gehalt kostet ihn 18,4 Prozent, die geringeren Arbeitgeberanteile an der Presseversorgung bedeuten -2,5 Prozent und der geringere Urlaubsanspruch -0,6 Prozent. Das macht in der Summe ein Minus von 31,1 Prozent aus.
Doch damit nicht genug: Wenn er den niedrigeren Arbeitgeberanteil an der Presseversorgung nicht durch einen höheren Eigenanteil ausgleicht, muss er als Rentner auf fast die Hälfte der Versicherungsleistung verzichten.
Abwertung des Journalistenberufs
Was der DJV von den Verlegerforderungen hält, hat er noch am Verhandlungstag deutlich gemacht: Dieses Tarifpaket bedeutet die dauerhafte Abwertung des Journalistenberufs. Denn alles in allem machen die „Vorschläge“ der Verleger ein Minus von rund 30 Prozent gegenüber dem jetzigen Tarifniveau aus. Die Kürzung von Weihnachts- und Urlaubsgeld missachtet die Leistung der 14.000 Redakteurinnen und Redakteure, das neue Tarifwerk für Anfänger wird dazu führen, dass sich qualifizierte Akademiker für einen anderen Beruf entscheiden.
Wie geht es weiter?
Einen neuen Verhandlungstermin mit den Verlegern gibt es noch nicht. Zuerst muss die Große Tarifkommission des DJV über den Stand der Tarifverhandlungen beraten. Das tut sie am 17. Januar. Dabei wird es auch um die Frage gehen, ob und wenn ja wie sich der DJV außerhalb von Verhandlungssälen für faire Tarifverträge einsetzt. Über die Ergebnisse wird der DJV zeitnah informieren.
Auch wenn die alten Tarifverträge bereits ausgelaufen sind, gelten sie für die Redakteurinnen und Redakteure weiter. Voraussetzung ist, dass sich die einzelne Kolleginnen und Kollegen nicht von ihrem Arbeitgeber zu neuen, individuellen „Vereinbarungen“ überreden lassen.
Unser Tipp: Unterschreiben Sie keinen Vertragstext, den Ihr DJV-Landesverband nicht vorher geprüft hat!
DJV-Referat Tarifpolitik, Gerda Theile, Bonn; Tel.: 0228/201 72 11; Fax 0228/201 72 32; E-Mail the@djv.de
8. Dezember 2010
Ausbeutungsvorschlag der Verleger: Weniger Geld! Weniger Urlaub! Weniger Beitrag zum Presseversorgungswerk! - Dafür mehr Arbeitszeit!!!
Es sei nicht hinnehmbar dass die Verleger von massiven Tarifabsenkungen in der Gesamtgrößenordnung von über 25 Prozent den Fortbestand der Flächentarifverträge abhängig machen wollten. Als indiskutabel wies die Verhandlungskommission des DJV die Forderungen des BDZV für die neuen Tarifverträge für die Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen zurück.
In der dritten Verhandlungsrunde am 8. Dezember für die rund 14.000 Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen in Berliner Hilton Hotel am Gendarmenmarkt forderten die Verleger die Einführung eines neuen, deutlich abgesenkten Tarifwerks für Berufsanfänger. Es sieht die Absenkung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld von derzeit 1,75 Monatsgehältern auf maximal ein Gehalt vor.
Die Urlaubstage sollen auf 30 begrenzt werden und die Wochenarbeitszeit auf 40 Stunden steigen.
Im neuen Gehaltstarifvertrag soll die Zahl der Gruppen von sechs auf vier verringert werden und das Gehaltsspektrum bei nur noch 1.550 Euro für Volontäre beginnen.
Die Beiträge zum Presseversorgungswerk sollen halbiert werden und für die Arbeitgeber maximal 2,5 Prozent betragen. Dieses abgesenkte Tarifwerk sollen nach dem Willen des BDZV offenbar auch all jene Verlage nutzen können, die über Outsourcing nachdenken.
Als „Gegenleistung" für die Einführung dieses Dumping-Tarifvertrages boten die Verleger an, für die jetzt beschäftigten Redakteure in den Jahren 2010 und 2011 jeweils eine Einmalzahlung und 2012 eine geringe prozentuale Anhebung der Gehälter zu vereinbaren. Auch bei ihnen sollen Urlaubs- und Weihnachtsgeld auf maximal ein Gehalt abgesenkt werden. Die Beiträge zur Altersversorgung sollen für die Dauer von drei Jahren unverändert bleiben.
Unbeantwortet ließen die Verleger die Forderung des DJV nach vier Prozent mehr Gehalt aufgrund besserer wirtschaftlicher Rahmenbedingungen der Verlage.
Mit der aktuellen Tarifsituation wird sich der DJV Gesamtvorstand als Große Tarifkommission Mitte Januar befassen. Ein neuer Verhandlungstermin mit den Verlegern wurde deshalb jetzt noch nicht vereinbart.
26. Oktober 2010Tarifverhandlungen Tageszeitungen
Verlegervorschlag: Urlaubs- und Weihnachtsgeld kürzen – Berufseinsteiger weniger Geld und höhere Arbeitszeit!!!
"Die Forderungen der Verleger sind weder für uns in dieser Form annehmbar noch ohne konkrete Zahlen verhandelbar", kritisierte DJVVerhandlungsführer Kajo Döhring die Vorschläge der Zeitungsverleger. Ohne Ergebnis endete am heutigen Nachmittag in Berlin die zweite Verhandlungsrunde des Deutschen Journalisten-Verbands mit dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger über neue Tarifverträge für die rund 14.000 Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen.
In der Tarifrunde hatten die Verleger die Forderung des DJV nach angemessenen Gehalts- und Honorarerhöhungen mit der Notwendigkeit beantwortet, einen neuen, deutlich abgesenkten Tarifvertrag für Berufseinsteiger einzuführen.
Ohne konkret zu werden, solle der Einsteigertarifvertrag nach Meinung der Verleger niedrigere Gehälter, eine Absenkung bei Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie eine höhere Wochenarbeitszeit beinhalten. Für den heutigen Personalstamm an Redakteurinnen und Redakteuren erwarten die Verleger als Laufzeit eines neuen Gehalts- und Manteltarifvertrags drei Jahre. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sollten abgesenkt werden, die Gehälter sollten in den ersten zwei Jahren durch Einmalzahlungen und im dritten Jahr durch eine prozentuale Anhebung steigen.
"Es ist bedauerlich, dass der BDZV die Augen vor der Realität in den Redaktionen verschließt. Die sieht vor allem so aus: immer mehr Arbeit bei schrumpfender Personaldecke." Es sei nicht zu verstehen, dass die Verleger die wirtschaftliche Situation einseitig negativ darstellten, monierte der DJV-Verhandlungsführer. Mit Billigtarifen schadeten die Verleger nicht nur den Journalistinnen und Journalisten, sondern letztendlich den Zeitungen selbst, die immer weniger auf Qualität setzen könnten.
Mit der Tarifsituation Zeitungen wird sich der DJV-Gesamtvorstand als Große Tarifkommission auf seiner Sitzung am 8. November in Essen befassen. Als nächster Verhandlungstermin mit dem BDZV wurde der 8. Dezember in Berlin vereinbart.
1. September 2010
9./10. Oktober 2010 DJV-Kongress für Zeitschriften- und Bildjournalisten: „Prosa trifft Pixel“
Thema: Perspektiven für Qualitätsjournalismus in Print und Photo - Der Kongress „Prosa trifft Pixel“ will der Schockstarre im Verlegerlager und dem Jammern vieler Journalistinnen und Journalisten über Arbeitsbedingungen und Honorare in Print und Foto unsere Perspektive entgegensetzen, die da lautet:
• Wir befinden uns in einem radikalen Umbruch der Medienwelten,
• Wir werden in den nächsten zehn Jahren ein Sterben von Printmedien erleben,
• Das bedeutet nicht den Tod professionellen Bild- und Zeitschriften-Journalismus.
Medienangebote und Mediennutzung differenzieren sich weiter aus, ein Ende der „Umsonstkultur“ im Internet ist (noch) nicht absehbar. Deshalb brauchen wir alternative Geschäftsmodelle, die konsequent auf zahlende Nutzer setzen; ganz besonders qualifizierte Journalisten, die wertvolle Inhalte liefern. Ob diese Geschäftsmodelle künftig noch von Zeitschriftenverlegern entwickelt werden oder von neuen Anbietern, ist zurzeit nicht ausgemacht; auch nicht, auf welchen Kanälen solche Angebote an die Rezipienten gebracht werden. Der Kongress wagt einen Ausblick und nimmt die Teilnehmer mit in eine Zukunft, in der sich Arbeitsmittel und mediale Verbreitung zwar ändern, aber Bild- und Zeitschriftenjournalisten weiter ihren Platz finden, solange sie sich auf ihre Stärken besinnen.
Ort: Magdeburg Hochschule Magdeburg-Stendal
Weiter Inormationen können über info@djv-Berlin.de angefordert werden. – Anmeldung über DJV Berlin per Post oder Fax: 8891 3022 bitte bis zum 1. September 2010.
Tarifverhandlungen Tageszeitungen am 14. September
Am 14. September kommen die Gewerkschaften DJV und ver.di mit den Zeitungsverlegern zu Tarifverhandlungen in Berlin zusammen. In der ersten Tarifrunde wird es um die grundsätzlichen tarifpolitischen Vorstellungen gehen.
Nachdem der DJV den Gehaltstarifvertrag Tageszeitungen fristgemäß zum 31. Juli 2010 gekündigt hatte, zog der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) mit der Kündigung des Manteltarifvertrags zum Jahresende nach. Was die Verleger damit bezwecken, ist noch nicht bekannt. Der DJV hat deutlich gemacht, dass er Verschlechterungen beim Manteltarifvertrag nicht hinnehmen wird. Beim Gehaltstarifvertrag muss ein neues Tarifwerk die wachsende Arbeitsverdichtung in den Redaktionen angemessen berücksichtigen. Der gekündigte GTV Tageszeitungen war seit 1. August 2008 in Kraft
13. August 2010
Jahresbericht 2009/2010 der FA-Vorsitzenden
Mitgliederumfrage
Nach der Neuwahl des Fachausschussvorstandes im Juli 2009 wurde den 513 Mitgliedern des Bereiches Zeitschriften eine Umfrage zugesandt, um künftige Aktivitäten und Termine gemeinsam zu planen. Die Auswertung ergab eine Rücklaufquote von 0,5%.
Damit kann das Ergebnis keine Aussagekraft haben. Trends, die sich aus den Bemerkungen herauslesen lassen, waren: drei Viertel der Antworten kamen von Freien Journalisten/innen und diese sind sowohl in den Bereichen Tageszeitungen als auch für Zeitschriften tätig.
Redaktionsbesuche werden zwar befürwortet, allerdings fehlt den Freien die Zeit dazu; ein Kennenlern-Treffen für Neu- und Altmitglieder im DJV Berlin wurde begrüßt, wenn auch vor allem zur Akquise von Aufträgen.
Fusion FA Tageszeitungen und Zeitschiften
In der Folgezeit hat sich der Vorstand dafür eingesetzt, die Fachausschüse Zeitschriften und Tageszeitungen zusammen zulegen, um unter der Bezeichnung "Printmedien" die Aktivitäten und Netzwerke bündeln zu können. Der Beschluss zur Zusammenlegung wurde im Erweiterten Vorstand Anfang 2010 einstimmig gefällt.
Durch die Fusionsbestrebungen der beiden Berliner Landesverbände DJV Berlin und JVBB wird sich in den kommenden Monaten daraus weiterer intensiver Gesprächs- und Handlungsbedarf ergeben.
Auf Bundesebene ist eine derartige Zusammenführung derzeit jedoch nicht geplant. Der Vorstand de FA hat jeweils am 29.9.2009 (Frankfurt/Main) und am 25.1.2010 (Hannover) an der Sitzung des Bundesfachausschuss Zeitschriften teilgenommen.
Am 26./ 27. April 2010 sollte der Fachkongress "Prosa trifft Pixel" sowie eine weitere Bundesfachausschusssitzung in München stattfinden, wurde jedoch mangels Teilnahme abgesagt und für den 9./10. Oktober 2010 an der Hochschule Magdeburg-Stendal geplant. Es wird ein Teilnahmebeitrag in Höhe von 30 Euro für DJV-Mitglieder erhoben.
Tarifrunde Zeitschriften
Ohne Einigung endete im April 2010 die vierte Tarifrunde der Gewerkschaften DJV und ver.di mit dem Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) über einen neuen Manteltarifvertrag.
Bis Ende 2009 haben wir für die Verhandlungen im Bundesausschuss möglichst viele Beispiele typischer Honorare von Zeitschriften als Argumentationshilfe für die Bundesgeschäftsstelle in Berlin zusammengetragen. Aufgerufen waren ausdrücklich alle Mitglieder, ob sie als angestellte Redakteure selbst Honorarverantwortung im eigenen Haus haben oder als freie Kollegen/innen Honorarempfänger sind. Verhandlungsführer sind Benno Pöppelmann und Lothar Hausmann.
Dipl. Ing. Karen Niederstadt, Vorsitzende FA-Print
Neue Sprecherin und stellvertrender Sprecher gewählt
Nach langen Jahren engagierter und erfolgreicher Arbeit hat Dieter Beuermann den Staffelstab weitergegeben. In der Geschäftstelle des DJV Berlin wurden am 22. Juni 2009 als Vorsitzende des FA Frau Dipl. Ing. Karen Niederstadt und als Stellvertretender Vorsitzender Herr Oliver Gabriel einstimmig gewählt. Zur Wahl haben die beiden langjährigen Journalisten ihre Ziele für die Verbandsarbeit vorgestellt:
Ziele
1. Aufbau und Stärkung des Netzwerkes der Fachkommissions-Mitglieder untereinander.
2. Information über Aktuelles im Zeitschriftenbereich sowie aus fachübergreifenden Bereichen.
3. Weiterbildung und Hintergrundwissen durch Besuche, Besichtigungen, Führungen, Treffen und Gespräche vor Ort ausbauen: in Redaktionen, von der Papierherstellung (Ökologie) über den Druck bis zum Vertrieb von Zeitschrift über den Zeitschriften-Markt und seine Mutationen den nationalen und den internationalen Markt Nischenprodukte und Diversifizierungen Wege
4. Umfrage zu Wünschen, Vorschlägen und der Bereitschaft sich als Mitglied aktiv einzubringen. Auch soll so die Frage geklärt werden, ob ein Stammtisch und andere Tools eingeführt werden sollten.
5. Intensivierte Betreuung von Neumitgliedern (z.B. Einführungs- und Kennlerntreffen; Austausch mit erfahrenen Mitgliedern befördern „Mentoring“).
6. Austausch, Zusammenarbeit und gemeinsame Veranstaltungen mit anderen Fachbereichen im DJV (z.B. Zeitungen, Fotojournalisten und Europa).
7. Gemeinsame Aktionen, Besichtigungen, Führungen, Treffen und Gespräche.




















