DER FACHAUSSCHUSS (FA) BILDJOURNALISMUS
Der Bildermarkt ist durch Digitalisierung überschwemmt. Erfahrungsaustausch, Workshops, gegenseitige Unterstützung: eben Kommunikation unter den Pressefotografen soll uns bei der Arbeit weiterhelfen. In unregelmäßigen Abständen sprechen wir über Fotos, Server, Kunden und Probleme. - Einladungen zu Veranstaltungen werden den Mitgliedern direkt gemailt.
Fragen beantworten gern: Gabriele Fromm (gabriele.fromm@djv-berlin.de), Dieter Kroll (dieter.kroll@online.de) und Bernd Lammel (bernd.lammel@djv-berlin.de).
Berichte und Informationen aus dem Fachausschuss
23. August 2010Urteil
Verwaltungsgerichtshof: Polizisten dürfen fotografiert werden
Die Polizei darf einem Pressefotografen grundsätzlich nicht die Anfertigung von Bildaufnahmen eines Polizeieinsatzes mit der Begründung untersagen, dass bei einer Veröffentlichung der Bilder eine Enttarnung der Beamten des Spezialeinsatzkommandos der Polizei drohe.
Das hat nach Mitteilung des DJV („news 159“ vom 23. August) der 1. Senat des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg am 19. August entschieden und damit ein Urteil des Verwaltungsgerichts Stuttgart, das die Untersagung von Bildaufnahmen für rechtmäßig erklärt hatte, aufgehoben (Az: 1 S 2266/09).
Da die Presse regelmäßig erst nach Sichtung des Fotomaterials über die Art und Weise der Veröffentlichung und über eine gegebenenfalls erforderliche Unkenntlichmachung von Personen entscheidet, kann nicht bereits die Anfertigung von Bildaufnahmen durch Pressevertreter generell von vornherein verboten werden, meinten die Verwaltungsrichter. Grundsätzlich müsse von der Rechtstreue eines Pressefotografen ausgegangen werden. Nähere informationen bei: Benno H. Pöppelmann >>> poe@djv.de
31. Oktober 2010Einsendeschluss
Fotowettbewerb „Bilder der Forschung“ sucht die besten Wissenschaftsfotografien
Außergewöhnliche Motive, überraschende Perspektiven und originelle Ausschnitte – der Fotowettbewerb „Bilder der Forschung“ startet 2010 zum sechsten Mal in Folge. Gemeinsam mit dem Nachrichtenmagazin FOCUS zeichnet der der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) auch in diesem Jahr wieder Fotografen und Institutionen aus, denen es auf beeindruckende Weise gelingt, Forschung und Wissenschaft anschaulich zu vermitteln.
Die besten Arbeiten werden die im Rahmen einer Preisverleihung in Berlin ausgezeichnet und im Nachrichtenmagazin FOCUS. Einsendeschluss ist der 3. Oktober 2010.
Bei dem mit insgesamt 20.000 Euro dotierten Fotowettbewerb sind sowohl professionelle Fotografen als auch Amateure dazu aufgerufen, Fotos rund um das Thema Forschung einzureichen. Die Teilnahme steht in den zwei Kategorien „Faszination Forschung“ und „Gesichter der Forschung“ allen Interessierten offen. Jeder Teilnehmer kann bis zu sechs Fotos auf einem Datenträger (CD-ROM/DVD) per Post einreichen. Adresse: „Bilder der Forschung“Postfach 08 05 30 in 10005 Berlin.
Um Aktualität zu gewährleisten, können nur Aufnahmen eingereicht und bewertet werden, die nach dem 1. September 2009 entstanden sind. Auch Fotos, die bereits bei anderen Wettbewerben vorgelegt wurden, können für den Fotowettbewerb „Bilder der Forschung“ eingereicht werden. Weitere Informationen sowie die Zulassungsbedingungen für den Fotowettbewerb finden Sie unter www.bilder-der-forschung.de
1. September 2010Anmeldeschluss
9./10. Oktober 2010 DJV-Kongress für Zeitschriften- und Bildjournalisten: „Prosa trifft Pixel“
Thema: Perspektiven für Qualitätsjournalismus in Print und Photo - Der Kongress „Prosa trifft Pixel“ will der Schockstarre im Verlegerlager und dem Jammern vieler Journalistinnen und Journalisten über Arbeitsbedingungen und Honorare in Print und Foto unsere Perspektive entgegensetzen, die da lautet:
• Wir befinden uns in einem radikalen Umbruch der Medienwelten,
• Wir werden in den nächsten zehn Jahren ein Sterben von Printmedien erleben,
• Das bedeutet nicht den Tod professionellen Bild- und Zeitschriften-Journalismus.
Medienangebote und Mediennutzung differenzieren sich weiter aus, ein Ende der „Umsonstkultur“ im Internet ist (noch) nicht absehbar. Deshalb brauchen wir alternative Geschäftsmodelle, die konsequent auf zahlende Nutzer setzen; ganz besonders qualifizierte Journalisten, die wertvolle Inhalte liefern. Ob diese Geschäftsmodelle künftig noch von Zeitschriftenverlegern entwickelt werden oder von neuen Anbietern, ist zurzeit nicht ausgemacht; auch nicht, auf welchen Kanälen solche Angebote an die Rezipienten gebracht werden. Der Kongress wagt einen Ausblick und nimmt die Teilnehmer mit in eine Zukunft, in der sich Arbeitsmittel und mediale Verbreitung zwar ändern, aber Bild- und Zeitschriftenjournalisten weiter ihren Platz finden, solange sie sich auf ihre Stärken besinnen.
Ort: Magdeburg Hochschule Magdeburg-Stendal
Weiter Inormationen können über info@djv-Berlin.de angefordert werden. – Anmeldung über DJV Berlin per Post oder Fax: 8891 3022 bitte bis zum 1. September 2010.
31. August 2010Einsendeschluss
Fotowettbewerb „Impressionen zu Letzte Reise"
Auslober: Agentur Rheinstil gemeinsam mit LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte (Bonn). Prämiert werden Foto mit kurzem Text aus der persönlichen Sicht auf Orte, Objekte und Handlungen zur Bestattungskultur: Welche Rituale spielen bei der letzten Reise ein Rolle? Was wird in den "letzten Koffer" gepackt?
Ob Marmorengel auf historischen Friedhöfen, anonyme Grabfelder, Aufbahrungen, Beisetzungen oder Leichenschmaus -unzählige Dinge, Orte und Handlungen zeugen von einem vielgestaltigen Umgang mit Abschied und Erinnerung. Das neue Bestattungsgesetz bietet zudem neue Möglichkeiten für neue und andere Bestattungsformen. Die 20 besten Fotos werden in einer Ausstellung gezeigt. Bilder sollten auf CD in druckbarer Qualität (300dpi) oder als Fotoausdruck eingesandt werden an: LVR-Institut für Landeskunde u. Regionalgeschichte, Abteilung Volkskunde, Endenicher Straße 133, 53115 Bonn oder per mail an info@koelnfotografiert.de
Einsendeschluss: 31. August 2010
Dotierung: Für die prämierten Beiträge werden Sachpreise wie Kameraequipment, Bücher u. Gutscheine ausgesetzt, keine Preisgelder. Ausstellungsterm in: vom 16.-30.09.2010 im Kölner Bestattungshaus Christoph Kuckelkorn.
Nähere Infotmationen: Birgit Ströter LVR-Kommunikation, Tel.: 0221 809-7711 oder Caroline Maria Weber: E-Mail: mailto:weber@rheinsril.de
Einsendeschluss 25. Juni 2010
Zeigen Sie sich! Für die obs-Awards 2010 werden die besten PR-Bilder gesucht
Die dpa-Tochter news aktuell und das Fachmagazin "pressesprecher" suchen wieder die besten PR-Bilder des Jahres für die obs-Awards 2010 in denKategorien:
> Unternehmenskommunikation
> Events und Kampagnen
> Produktfoto
> Porträt
> NGO-Foto (Non-Governmental Organization)
> Sonderkategorie: Automobil-Bild
Eine gleichzeitige Berwerbung für mehrere Kategorien ist zulässig auch die Anzahl der eingereichten Bilder ist nicht beschränkt! Einsendeschluss: 25. Juni.
Informationen unter: http://www.obs-awards.de
Einsendeschluss bis 30. Juni verlängert
Fotowettbewerb „Dialoge bauen Brücken“
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte - Die überparteiliche „Initiative ProDialog“ feiert in diesem Jahr ihr fünfjähriges Bestehen und richtet anlässlich dieses Jubiläums einen Fotowettbewerb aus. Die Teilnehmer sind eingeladen, das Thema „Dialoge bauen Brücken“ fotografisch darzustellen und zu zeigen, wie der Dialog als Form der lebendigen Kommunikation mit dem stillen, jedoch intensiven Medium der Fotografie ausgedrückt werden kann.
Die drei besten Fotografien werden mit einem Preisgeld von jeweils, 1500,-, 1000,- und 500,- €. ausgezeichnet. Fotos oder Bildserien zum Thema „Dialoge bauen Brücken“ können bis zum 30. Juni 2010 an die „Initiative ProDialog“ gesendet werden.
Teilnahmebedingungen und weitere Informationen unter http://http://www.prodialog.org/fotowettbewerb/ oder per E-Mail an frank@prodialog.org.
Die Preisverleihung wird im Rahmen einer Ausstellung der besten Bilder in den Räumlichkeiten der Initiative ProDialog in Berlin stattfinden. Die Auswahl der Preisträger trifft eine unabhängige Jury, bestehend aus profilierten Experten aus dem Bereich Fotografie und Kommunikationsdesign. Mitglieder der Jury sind: Prof. Thomas Born, Gründer der bildo Akademie für Kunst und Medien und Professor für digitale Medien an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin; Dietmar Gust, Fotojournalist und -designer für diverse Bücher und bekannte Zeitschriften; die renommierte Werbefotografin und Fotojournalistin Gabriele Fromm; Heike Overberg, Fotografin und Leiterin der Fotowerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee.
Rechtsanwalt Lothar Mielke zu Gast bei Bildjournalisten
Seminar zum Urheberrecht war gut besucht

- Rechtsanwalt Lothar Mielke bot viele neue Informationen Foto: (C) B. Lammel
Wenn sich im Frühsommer bei bestem Fotowetter der Konferenzraum der Geschäftsstelle mit Bildjournalisten fast bis auf den letzten Platz füllt, dann musste das Thema und der Referent stimmig zum Bedarf sein. Rechtsanwalt Lothar Mielke hatte sein 40seitiges Script mit Urteilen zum Fotorecht aktualisiert und es gab eine Serie von Aha-Effekten bei den Zuhörern des Seminars am 4. Juni.
Die neuen Rechtsverhältnisse im Zeitalter digitaler Fotografien werden vom Referent durch Beispiele aus der Praxis plastisch gemacht. Sind Urheberrecht und Eigentum an Bildern identisch? Selbst alte Hasen kommen ins Zweifeln. Sie lernen, wer und wann Eigentums- oder Herausgabeansprüche hat, was eine Zweckübertragung ist und die Fristen, wann Ansprüche verjähren. Die Liste von Fotografierverboten ist länger geworden. Beispiele wirkten teils absurd und es gab auch viel zu Lachen bei der unterhaltsamen Erzählweise von Lothar Mielke, der es verstand mit einem trockenen Thema die Zuhörer bis zur letzten Minute zu fesseln.
Gericht: Sanssouci und alle ehemals preußischen Schlösser dürfen kostenlos fotografiert und genutzt werden – Gebühren sind unzulässig!
Fotojournalisten/innen dürfen preußische Schlösser fotografieren und diese Bilder auch weiterhin gewerblich nutzen. Dies entschied das Oberlandesgericht Brandenburg am Donnerstag (18. 2. - Az.: 5 U 12/09, 5 U 14/09) und hat in einer Berufungsverhandlung das von der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg ausgesprochene Fotoverbot für unrechtmäßig erklärt.
Die Stiftung wollte als Eigentümerin von rund 60 historischen Bauwerken und Parkanlagen, die auf dem Gelände von Weltkulturerbe-Stätten stehen, das Fotografieren und die Nutzung der Aufnahmen von historischen Denkmälern und Anlagen ohne gewerbliche Genehmigung und Zahlung einer von ihr festgelegten Gebühr verbieten. Dagegen haben, mit Unterstützung des DJV, die Bildjournalisten der Fotoagentur „Ostkreuz“ und des Internetportals „Fotofinder“ geklagt.
Die Stiftung hatte in den Parks und Schlossanlagen in Berlin und Brandenburg nur noch Fotos zu privaten Zwecken zugelassen. Pressefotos wurden von der Stiftung als gewerbliche Aufnahmen eingestuft, die mit der Parkordnung kollidieren würden. Im Herbst 2008 gab das Potsdamer Landgericht der Stiftung recht: Die Stiftung könne von ihrem Hausrecht Gebrauch machen und den Zutritt zu ihren Anlagen von den Stiftungsrichtlinien abhängig machen. Die Richter in Brandenburg an der Havel, dem Sitz des Oberlandesgerichts, urteilten jetzt anders.
Nach deren Auffassung gäbe es kein Vorrecht des Eigentümers ein Bild seines Eigentums zu verwerten. Wer nicht wolle, dass sein Eigentum fotografiert werde, könne den Zugang verbieten oder einen Sichtschutz errichten. Im Falle der Stiftung sei dieses jedoch nicht möglich, da ihre Einrichtungen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden müssen. Die Aufgabe der Stiftung sei es laut ihres Auftrages, die Parks und Schlösser der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Mit den Honoraren, die Nutzer der Fotos an die Agenturen zahlen, werde , nicht die Nutzung des Eigentums der Stiftung abgegolten, sondern das Urheberrecht des Fotografen an den Bildern.

