DJV-news 140 - 26. Februar 2010
Pressefreiheit siegt vor Gericht
Die Pressefreiheit hat einen wichtigen juristischen Sieg errungen. Am 18. Februar entschied das Oberlandesgericht Brandenburg gegen die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, die ein Fotoverbot gegen Bildjournalisten in ihren Parks verhängt hatte. Dagegen hatten sich mit Unterstützung des DJV Bildjournalisten der Agentur Ostkreuz und des Portals Fotofinder zur Wehr gesetzt. Wäre es nach der Stiftung gegangen, hätten in den Parks und Schlossanlagen nur noch Fotos zu privaten Zwecken gemacht werden dürfen. Pressefotos von dem weltberühmten Schloss Sanssouci zum Beispiel wären nur noch von der öffentlichen Straße aus möglich gewesen. Das Gericht meinte, dass die Parkordnung nicht in das Grundrecht der Pressefreiheit eingreifen dürfe (Az. 5 U 12/09). Die Stiftung kündigte unterdessen an, in Revision zu gehen. Kontakt: Michael Hirschler, hir@djv.de
Es reicht: Bauer-Betriebsrat klagt
Chefgebaren nach Gutsherrenart soll beim Bauer-Verlag keine Chance haben. Das bezweckt der Betriebsrat der HBV Lapis KG mit seiner Anzeige gegen die Geschäftsführung. Die Arbeitnehmervertreter haben Klage wegen eines Verstoßes gegen die Informationspflicht des Betriebsrates nach dem Betriebsverfassungsgesetz eingereicht. Der Grund: Im November 2009 teilte die Geschäftsleitung mit, dass die Redaktionen von Wohnidee und Laura Wohnen Kreativ geschlossen und die Mitarbeiter entlassen werden sollten. Der Betriebsrat erhielt die schlechten Nachrichten eine halbe Stunde vor den betroffenen Mitarbeitern, die noch am selben Tag ihre Schreibtische räumen sollten. Das verstößt nach Auffassung von Betriebsrat und DJV Hamburg gegen das Betriebsverfassungsgesetz.
Kontakt: Gerda Theile, the@djv.de
Aktionen
Die Mitglieder von DJV und ver.di im Berliner Verlag haben beschlossen, gegen den Sparkurs der Unternehmensgruppe M. DuMont Schauberg vorzugehen. Auf einer gemeinsamen Mitgliederversammlung der im Berliner Verlag vertretenen Gewerkschaften wurde der Aktionsausschuss neu gewählt, der bereits in den Auseinandersetzungen mit dem früheren Eigentümer David Montgomery eine koordinierende Rolle gespielt hat. Nach einem einstimmigen Beschluss werden die Gewerkschaften DuMont Schauberg kurzfristig zu Verhandlungen auffordern. Darin soll es etwa um die Aufnahme der geplanten Redaktionsgemeinschaft von Berliner Zeitung und Frankfurter Rundschau in den Flächentarifvertrag gehen. Kontakt: Gerda Theile, the@djv.de
Individuell oder kollektiv?
Die Geschäftsführung der Märkischen Oderzeitung (MOZ) will nach Ablauf des Bestandsschutzes am 1. April die Gehälter der Redakteure senken. Verhandlungen über einen Haustarifvertrag wurden abgelehnt. Man wolle die Thematik hausintern regeln, hieß es. Nach einem Betriebsübergang zum 1. April 2009 durften die bestehenden Verträge ein Jahr lang nicht geändert werden. Die Mitglieder von DJV und ver.di bei der MOZ sprachen sich für eine kollektive Regelung aus. Zuvor hatte die MOZ-Geschäftsführung ihre Forderungen reduziert. Sie will jetzt "nur noch" den dauerhaften Verzicht auf ein Gehalt, ohne eine Gegenleistung anzubieten. Mitte Februar waren vorbereitete Verzichtserklärungen bei den Redakteuren angekommen. Die MOZ gehört zur Südwestpresse Ulm.
Kontakt: Gerda Theile, mailto:the@djv.de
2009: schlechtes Jahr für Zeitungsanzeigen..
Die Wirtschaftskrise hat im letzten Jahr voll auf die Anzeigen der Zeitungen durchgeschlagen. Wie die Zeitungsmarketing-Gesellschaft (ZMG) mitteilt, gingen die Anzeigenumfänge um durchschnittlich 12,1 Prozent zurück. Mit -39,3 Prozent verzeichneten die Stellenmärkte in den Zeitungen die größten Rückgänge. Der Umfang der lokalen Geschäftsanzeigen sank um 5,2 Prozent. Positiv entwickelten sich hingegen die so genannten Großformen des Handels. Sie nahmen um 1,9 Prozent zu. Leicht im Plus lagen auch die Reiseanzeigen mit einem Zuwachs um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. <//a>gegen Sparkurs im Berliner Verlag beschlossen
.Kontakt: Gerda Theile, the@djv.de
... und für Zeitschriftenumsätze
Zum dritten Mal in Folge gingen 2009 die Umsätze der Publikumszeitschriften zurück. Die von Kress ermittelten Marktumsätze von 414 Publikumszeitschriften fielen demnach geringer aus als 2008. Größte Verliererin war mit -20,8 Prozent die Wirtschaftswoche, gefolgt von Focus (-19,3 Prozent) und TV Movie (-12,6 Prozent). Zugelegt haben die Blätter Ok! (+99,6 Prozent), Landlust (+62 Prozent) und In (+28,6 Prozent). Der stern verlor 9,1 Prozent, der Spiegel musste mit 6,4 Prozent weniger Marktumsatz zurechtkommen. In den Kress-Zahlen sind Anzeigenrabatte und Handelsspannen nicht berücksichtigt.
Kontakt: Gerda Theile, the@djv.de
Döpfner hat die Nase voll
Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner machte kurzen Prozess und kündigte den Agenturvertrag mit ddp zum 31. August. Die Chefredakteure des Springer-Konzerns wies er an, künftig kein Material von ddp mehr zu verwenden. Als Hintergrund für diesen überraschenden Schritt gilt Kritik des ddp-Eigentümers Martin Vorderwülbecke an Döpfner, die er im Spiegel geäußert hatte. Über mögliche Auswirkungen der Kündigung auf journalistische Arbeitsplätze bei der Agentur ist bislang nichts bekannt. Offen ist auch, ob es einen Zusammenhang mit einer Personalie gibt, die einen Tag später herauskam: Wolfgang Zehrt, Geschäftsführer von ddp direct, fungiert jetzt zusätzlich als Sprecher von ddp und DAPD. Im Kampf mit der Konkurrenz fuhren die ddp-Eigentümer derweil schweres Geschütz auf: Die EU-Kommission soll sich mit der angeblichen Subventionierung des Mitbewerbers AFP durch den französischen Staat befassen.
Kontakt: Regine Sakowsky, sak@djv.de
Spiegel und Bild am häufigsten zitiert
Der Spiegel war im zweiten Halbjahr 2009 das am häufigsten zitierte Medium in Deutschland. Das fand die PMG Pressemonitor GmbH heraus. Sie nahm 130 deutsche und internationale Titel unter die Lupe. Die Nummer eins im Ressort Boulevard/Vermischtes war Bild. In der Kultur war mit der New York Times ein amerikanisches Blatt führend, gefolgt von Spiegel, FAZ und Zeit. Die höchste Wirtschaftskompetenz hat nach der Zahl der Zitate das Wall Street Journal. Auf den Folgeplätzen rangieren Handelsblatt, Spiegel und Financial Times. Die am häufigsten zitierten Regionalmedien sind Tagesspiegel, Hamburger Abendblatt und Berliner Zeitung.
Kontakt: Hendrik Zörner, zoe@djv.de
Entwicklungsredaktion keine Perspektive?
Eine Redakteurin kann nicht gegen ihren Willen in eine Entwicklungsredaktion versetzt werden, wenn ihr Arbeitsvertrag redaktionelle oder journalistische Aufgaben vorsieht. Das entschied das Bundesarbeitsgericht Mitte Februar im Fall einer Springer-Redakteurin (Az. 9 AZR 3/09). Laut Gericht "gehört es nicht zum Berufsbild eines Redakteurs, nur neue Produkte zu entwickeln, ohne noch zur Veröffentlichung bestimmte Beiträge zu erarbeiten". Im konkreten Fall hatte eine Redakteurin aus dem Ressort Reise/Stil gegen ihre Versetzung vor knapp zwei Jahren in die Entwicklungsredaktion geklagt.
Kontakt: Gerda Theile, the@djv.de
Jauchs Hochzeit ist für alle da
Fernsehmoderator Günther Jauch musste auch in letzter Instanz eine Schlappe gegen den Axel Springer Verlag hinnehmen. Der Bundesgerichtshof verwarf Jauchs Revisionsbegehren gegen ein Urteil des Oberlandesgerichts Hamburg, das der Berliner Morgenpost und der Welt den Abdruck von Fotos von Jauchs Hochzeit im Jahr 2006 erlaubt hatte. Der Moderator hatte die beiden Blätter auf jeweils 130.000 Euro Schadensersatz verklagen wollen. Jauchs Ehefrau hatte bereits gegen die Bunte in gleicher Sache verloren, gegen die Freizeit Revue jedoch gewonnen, weil das Blatt ein heimlich geknipstes Foto gedruckt hatte. Günther Jauch hatte den Medien vor seiner Hochzeit juristische Schritte für den Fall angekündigt, dass sie Bilder von der Trauung veröffentlichen würden. Davon hatten sich mehrere Blätter nicht beeindrucken lassen und mit Text und Bild über die Hochzeit berichtet.
Kontakt: Benno H. Pöppelmann, poe@djv.de
Personalien
Frauke Ancker, Geschäftsführerin des Bayerischen Journalisten-Verbandes, erhielt am 24. Februar die bayerische Verfassungsmedaille in Gold. Landtagspräsidentin Barbara Stamm verlieh ihr die Auszeichnung für ihr Engagement für den unbeeinflussten und materiell abgesicherten Journalismus.
Von Cicero zu Focus wechselt die bisherige Kulturchefin Christine Eichel. Am 1. Mai übernimmt sie bei Focus das Kulturressort. Vorgänger Stephan Sattler wird in einer Stabsfunktion für Kulturprojekte von Burda verantwortlich sein.
Imke Hendrich ist die neue dpa-Chefin in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Bisher hat sie für die dpa in Potsdam gearbeitet. Sie folgt auf Jörg Berendsmaier, der zum ZDF wechselte.
Um Genuss und Bewegung wird sich Stefanie Luxat ab 1. März bei Healthy Living kümmern - als Ressortleiterin. Vorgängerin Birte Lindlahr wechselt als Redaktionsleiterin zu Beef bei Gruner+Jahr. Luxat schrieb zuletzt für den stern.
Claus-Christian Malzahn, Leiter des Münchner Spiegel-Büros und bis Herbst letzten Jahres Politikchef von Spiegel online, wechselt im April als stellvertretender Politikchef zur Welt. Er soll sich überwiegend um die Welt am Sonntag kümmern.
Marcus Heithecker, Wirtschaftsressortleiter der Welt, wechselt in die Politik, deren Leitung er gemeinsam mit Torsten Krauel wahrnimmt. Das hat der neue Chefredakteur Jan-Eric Peters entschieden.
Impressum: Herausgeber DJV-Bundesvorstand V.i.S.d.P.: Michael Konken, Redaktion: Hendrik Zörner (verantwortlich)
DJV - Deutscher Journalisten-Verband, Pressehaus 2107, Schiffbauerdamm 40
10117 Berlin, Tel.: (030) 72 62 79 20, Fax: (030) 726 27 92 13, E-Mail: news@djv.de
MPW + DJV Berlin Einladung zum Clubgespräch am 23. Februar: Thema Seitenwechsel
Es diskutieren: Robert Ummen und Manfred Waldmann im Club des dbb forum berlin, Friedrichstrasse 169/170 in 10117 Berlin-Mitte.
Termin: 23. Februar, 1830
Anmeldungen: Erbeten bis zum19.02.2010 per Fax: 030 / 20 122 30 oder E-mail: info@mpwberlin.de
Robert Ummen Stellvertreter des Chefredakteurs bei der westfälischen Tageszeitung „Die Glocke“, stellvertretender Leiter des Wirtschaftsressorts bei der WELT, Leiter des Immobilienressorts von WELT und WELT am Sonntag, Träger des Deutschen Preises für Immobilienjournalismus wechselte die Seite er wurde Partner und Geschäftsführer bei der Berliner PR-Agenturen, dann, im Krisenjahr 2009, Gründung der Agentur Ummen Communications.
Märkische Oderzeitung: Geschäftsleitung fordert Verzicht auf Urlaubstage, Urlaubsgeld und Zuschuss zum Presseversotgungswerk
Die Geschäftsführung der MOZ Redaktion GmbH hat ihre Redakteure/innen aufgefordert, mit individuellen Erklärungen auf Urlaubstage, Urlaubsgeld und Zahlung des Arbeitgeberanteils in die Altersversorgung beim Versorgungswerk der Presse zu verzichten. Als Reaktion auf diese Zumutung fordern die in den Gewerkschaften DJV und ver.di organisierten Redaktionsmitglieder der Märkische Oderzeitung (MOZ, Frankfurt/Oder) die Geschäftleitung zu Haustarifverhandlungen auf.
Auf einer gemeinsamen Versammlung am 10. Februar in Fürstenwalde verabschiedeten sie eine entsprechende Resolution, in der Individuelle Lösungen, wie sie von der Geschäftsführung angestrebt werden, abgelehnt werden. Gleichzeitig wird der Betriebsrat beauftragt die Arbeitszeit der Redakteure zu prüfen und die beiden Gewerkschaften werden gebeten, kollektive Lösungen zu finden.
Die Forderung beider Gewerkschaften, Änderungen der gültigen Arbeitsverträge den Angestellten nicht individuell aufzuzwingen, sondern kollektiv in einem Tarifvertrag auszuhandeln, hatte Geschäftsführer Dr. Bodo Almert am 28.01.2010 abgelehnt. Die Diskussion werde man „mit den Beschäftigten und dem Betriebsrat betriebsintern führen". Die Gewerkschaften weisen demgegenüber darauf hin, dass der Betriebsrat nach den geltenden Gesetzen keine Verhandlungen über die Höhe und Bedingungen von Gehältern führen kann.
Zum 1. April 2009 war die Redaktion der MOZ in einem sog. Teilbetriebsübergang an eine externe MOZ Redaktion GmbH ausgelagert worden. Diese macht rechtlich unter bestimmten Bedingungen eine Verschlechterung der Arbeitsverträge nach einer Wartefrist von einem Jahr möglich. Diese Frist läuft am 31. März 2010 ab.
Wortlaut der Resolution:
Ja zu Kollektiv-Regelungen für die MOZ Redaktion GmbH
Wir, die Versammlung der Mitglieder von DJV und ver.di in der MOZ-Redaktion, die wir uns am 10. Februar 2010 in Fürstenwalde getroffen haben, fordern die Geschäftsführung der MOZ Redaktion GmbH zu Haustarifverhandlungen auf. Wir sind uns der schwierigen Lage unserer Zeitung und der ehemaligen GMD-Beschäftigten bewusst. Deswegen haben wir beide Gewerkschaften gebeten, kollektive Lösungen zu finden. Individuelle Lösungen, wie sie von der Geschäftsführung angestrebt werden, lehnen wir ab. Der Betriebsrat wird beauftragt, die Arbeitszeit der Redakteure zu prüfen.
Gerd Kothy zum Vorsitzenden des JVBB gewählt
Die Mitgliederversammlung des JVBB wählte am 30. November auf seiner ersten ordentlichen Mitgliederversammlung nach der Fusion von VBJ und BrJV Gerd Kothy einstimmig zu seinem 1. Vorsitzenden.
Kothy betonte in seinem Rechenschaftsbericht, nach dem erfolgreichen Aufbau der beiden fusionierten Landesverbände, werde das Ziel einer weiteren Fusion mit dem parallel existierenden DJV Berlin verfolgt. Er hoffe, dieses Ziel noch vor Ende des kommenden Jahres zu erreichen.
Der Vorsitzende des DJV Berlin, Dr. Peter Pistorius, gratulierte Kothy zu seiner Wahlund und bekräftige bei dieser Gelegenheit noch einmal die klare Bereitschaft des DJV Berlin: „mit Ihnen im kommenden Jahr zu einem guten Abschluß unseres gemeinsamen Fusionsprojekts zu kommen. Lassen Sie uns die Verhandlungen darüber gleich zu Beginn des neuen Jahres wieder aufnehmen“.
Zu stellvertretenden Vorsitzenden wählte die erste Mitgliederversammlung Nicole Ritter, im Hauptberuf Redakteurin im Fachverlag der Handelsblatt-Gruppe, sowie Jens Sell, Redakteur der Märkischen Oderzeitung (Frankfurt). Schatzmeister wurde Martin Gosen (Leiter Kommunikation Skandia - Versicherung), Schriftführer Alexander Fritsch (freier TV-Journalist). Als Beisitzer im neunköpfigen Vorstand wurden gewählt: Reinhard Heitzmann (Kommunikationsberater), Sabine Jauer (Redakteurin Antenne Brandenburg), Wolf Siebert (Reporter rbb) sowie Ronald Schleif (freier Rundfunk-Journalist).
Wir trauern um Dr. Valeska Voss-Dietrich
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Dr. Valeska Voss-Dietrich Foto: privat |
Am 3. November verstarb nach jahrelanger schwerer Krankheit unser Ehrenmitglied des DJV Berlin Dr. Valeska Voss-Dietrich. Von 1981 bis 1994, mit einer Unterbrechung von zwei Jahren, war sie stellvertretende Vorsitzende unseres Landesverbandes. Die Trauerfeier findet am 17. November um 11 Uhr im Haus der Begegnung, Fürstenbrunner Weg 10-12 statt. Die Beerdigung ist ebenfalls am 17. November um 13 Uhr auf dem Friedhof Trakehner Allee 1 am Olympiastadion.
Dr. Peter Pistorius, Vorsitzender des DJV Berlin: „Dr. Valeska Voss-Dietrich war eine humorvolle, energisch auftretende, aber vor allem stets hilfsbereite Kollegin. Über Jahre hinaus engagierte sich besonders stark für den Krankenschutz von Journalistinnen und Journalisten, speziell für jene, die im Ausland arbeiten mussten oder chronisch erkrankten. Als Dank für ihren Einsatz wählten sie die Mitglieder des Berliner Journalisten-Verbandes zu ihrem Ehrenmitglied.“
Die journalistische Laufbahn von Valeska begann 1949 bei der Berliner Zeitung „Der Tag“ unter dem damaligen Herausgeber und Chefredakteur Ernst Lemmer, Mitbegründer der CDU 1945 in der damaligen Sowjetischen Besatzungszone und Berlin, späterer Bundesminister.
Nach Beendigung ihres Volontariats trat sie am 1. Juni 1951 in den Berliner Journalisten-Verband ein. Bis 1961 Redakteurin beim „Der Tag“ wechselte sie 1961, nach dessen Einstellung, als Redakteurin und Reporterin zur „Die Welt“, bis deren Berliner Lokalteil 1975 durch den Springer Verlag eingestellt worden ist. Gegen eine Versetzung nach Hamburg klagte Valeska erfolgreich dagegen und wechselte zur „Berliner Morgenpost“. Neben ihrer journalistischen Berufsausübung promovierte sie 1959 bei Prof. Dovifat.
Im Journalisten-Verband Berlin gehörte sie jahrelang dem Aufnahmeausschuss an, bis sie 1977 zur Beisitzerin im Vorstand gewählt wurde und schließlich zur stellvertretenden Landesvorsitzenden. Von 1990 bis 1993 gehörte sie dem Rundfunkrat des SFB an. Dieses Amt legte sie nieder, als sie Rentnerin wurde. Dr. Valeska Voss-Dietrich wurde 81 Jahre alt.
Satzungsänderung des DJV erleichtert die Fusion seiner beiden Berliner Landesverbände DJV Berlin und JVBB
Auf dem Verbandstag des Deutschen Journalistenverbandes vom 8. bis 10. November 2009 in Berlin stimmten die Delegierten der 17 Landesverbände einer Satzungsbestimmung über die Verschmelzung von Landesverbänden zu einem neuen Landesverband zu. Damit entsprachen sie einem Wunsch der beiden Berliner DJV Landesverbände DJV Berlin und JVBB. Die Vorsitzenden der beiden Berliner Verbände begrüßten diese Entscheidung.
Dr. Peter Pistorius, Vorsitzender des DJV Berlin, dem Mitgliederstärksten DJV Landesverband in Berlin, dankte den Delegierten, dass sie diesem Wunsch von DJV Berlin und JVBB entsprochen haben, damit werde die Fusion erleichtert und eine mögliche technische Hürde ausgeräumt. Für den DJV Berlin versicherte Pistorius unter großem Beifall der Delegierten: „Die Fusion, zu der wir uns immer bekannt haben, werden wir zügig zu ende führen. Alle Misshelligkeiten werden uns nicht daran hindern, die Fusion gemeinsam zu erreichen.“
Umzug nach Berlin: Auf gemeinsamen Antrag von DJV Berlin und JVBB beauftragte der Verbandstag den Bundesvorstand bis Juni 2010 einen detaillierten Kosten- und Zeitplan für einen Umzug der Bundesgeschäftsstelle dem DJV – Gesamtvorstand vorzulegen. Den Antrag begründeten die beiden Berliner Verbände , dass der DJV trotz eines Beschlusses aus dem Jahr 2003, nach wie vor in Bonn sitzt und sich in Berlin eine kostspielige Dependance leistet. Inzwischen sind alle Verbände, die den deutschen Presserat tragen, nach Berlin umgezogen. Der Abstimmungsbedarf zwischen beiden Standorten und das Pendeln von Mitarbeitern schaffen Reibungsverluste, die sich ein Verband auf Dauer leisten kann.
Berliner Erklärung zur Medienkrise: Mit großer Mehrheit haben die Delegierten die "Berliner Erklärung zur Krise in den Medien" verabschiedet. In ihr verleiht der Deutsche Journalisten-Verband seiner Sorge Ausdruck, dass sich "die Rahmenbedingungen für einen verantwortungsvollen Qualitätsjournalismus weiter verschlechtern". An den Gesetzgeber richtet sich die Forderung, neue wettbewerbs- und steuerrechtliche Rahmenbedingungen zu schaffen, um die Position von Medien zu stärken, die sich der Qualität verpflichtet fühlen. Denkbar wäre etwa die steuerliche Absetzbarkeit von Zeitungsabonnements. Zugunsten der journalistischen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen müsse dafür gesorgt werden, dass sie auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten von ihrer Arbeit leben können, denn von der gegenwärtigen Krise sind die freien Journalistinnen und Journalisten am stärksten betroffen.
Weitere Berichte über den Verbandstag unter >>> www.djv.de
DJV Berlin - Mitgliederbrief November 2009
| Newsletter_DJV_Berlin_November_2009.pdf |
Informationstag „Vernetzt und Versichert“ am 27. Oktober
Vernetz und Versichert lautet das Motto des Info-Tags für Journalisten, der am 27. Oktober 2009 in der Geschäftsstelle stattfindet. Um 10.00 Uhr startet das Vortragsprogramm mit den vier Themenfeldern. Um 14.00 Uhr folgt dann die Wiederholung des Vormittagsprogramms.
Die Teilnehmerzahl ist pro Seminar auf 25 begrenzt. Es wird daher gebeten sich in der Geschäftsstelle unter info@djv-berlin.de anzumelden. Bitte geben Sie an, ob Sie vor- oder nachmittags teilnehmen möchten.
10.00 Uhr (bzw. 14.00 Uhr): Vorgestellt wird das neue Recherchesystem MIRAKEL®, das Informationen, die zunehmend multimedial elektronisch irgendwo auf File-Servern, in den Anhängen von Mails, in Datenbanken, im Intranet, im Internet oder eventuell auch noch in Papierform in irgendwelchen Dokumenten schlummern, schnell auffinden kann. Referent Bernd Liske gibt eine Einführung und erläutert, wie erheblich Zeit gespart werden kann, um eigenen kreativen und intellektuellen Möglichkeiten besser nutzen und entwickeln können.
11.00 Uhr (bzw. 15.00 Uhr): Altersvorsorge und Vermögungsberatung. Der Versicherungsexperte Patrick Bartz stellt Alternativen zu bisherigen Versicherungen vor. Im Mittelpunkt stehen Alternativen insbesondere zu den Modellen Riester und Rürup sowie dem Versicherungseintrittsalter.
12.00 Uhr (bzw. 16.00 Uhr): Moderne Techniken. Referent Frank Märtins gibt einen Überblick zu den neusten IT-Lösungen für das mobile Büro und bietet Vorschläge zur optimierten Vernetzung von kleinen Bürogemeinschaften. Welche Hard- und Software bieten Journalisten optimale Arbeitsmöglichkeiten und für wen lohnt sich ein Home-Server.
13.00 Uhr (bzw. 17.00 Uhr): Günstige Handytarife präsentiert Herr Zabel von der Firma Baseline im Zusammenhang mit dem Nutzerverhalten. Das Angebot bezieht alle großen Handy- und Telekommunikationsfirmen ein.
Demonstration für die Pressefreiheit vor der italienischen Botschaft in Berlin
Die italienische Gemeinschaft in Deutschland ruft zu einer Demonstration für die Pressefreiheit in Italien vor der italienischen Botschaft in Berlin auf. Termin: Sonnabend (3.Oktober), 12.00 Uhr, Ort: Hiroshimastr. 1, Berlin-Tiergarten.
Die Protestdemonstration wird von der auch in Berlin wirkenden Abgeordnete des „Wahlkreises Europa“ im italienischen Parlament, Frau Laura Garavini von der Demokratischen Partei (PD), unterstützt und findet parallel zu der vom italienischen Journalistenverband FNSI organisierten Großkundgebung für die Pressefreiheit am 3. Oktober in Rom statt. Frau Garavini wurde von den Auslandsitalienern als ihre Abgeordnete ins italienische Parlament gewählt.
Der Protest richtet sich gegen die vom italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi betriebene Gleichschaltung der Medien in Italien, er fordert das Recht auf Informationsvielfalt in Italien und soll die internationale Öffentlichkeit für das Problem der Medienfreiheit in Italien sensibilisieren. Der DJV Berlin unterstützt die Aktion von Frau Garavini und fordert die Berliner Journalisten und Journalistinnen auf sich an dieser Aktion zu beteiligen.
PRESSEERKLÄRUNG
Die italienische Parlamentsabgeordnete und Fraktionsvorsitzende im Antimafia-Ausschuss Laura Garavini von der oppositionellen Demokratischen Partei erklärt:
In ganz Italien wollen an diesem Samstag Menschen auf die Straße gehen, um für die Pressefreiheit zu demonstrieren. Sie wollen ein Zeichen setzen gegen die Versuche von Ministerpräsident Silvio Berlusconi, regierungskritische Journalisten in Italien einzuschüchtern. Auch die Italiener in Berlin werden sich an diesen Protesten beteiligen. Eine Unterstützerinitiative ruft dazu auf, sich an einer Kundgebung am Samstag, den 3. Oktober 2009, um 12 Uhr, vor der Italienischen Botschaft in der Hiroshimastraße 1 zu beteiligen.
Zur Unterstützergruppe gehören Mitglieder der Berliner Initiative „Mafia? Nein danke!“ und die italienische Oppositionsabgeordnete Laura Garavini, die ihren Wohnsitz in Berlin hat. Unterstützt wird die Initiative auch vom Deutschen Journalisten-Verband und seinem Berliner Landesverband. Die Proteste in Italien und die Demonstration in Berlin stehen unter dem ironischen Motto „Siamo tutti farabutti“ („Wir sind alle Gauner“) und spielen an auf Berlusconis Aussage, regierungskritische Journalisten seien Gauner.
Der Appell zu den Protesten ist von der Chefredaktion der linksliberalen Zeitung „La Repubblica“ ausgegangen, die seit Monaten von Berlusconi wegen ihrer regierungskritischen Berichterstattung kritisiert wird. 445 000 Menschen haben den Appell bereits unterzeichnet, darunter ist auch der Chefredakteur der „Zeit“, Giovanni di Lorenzo.
Berlin/Rom, 1. Oktober 2009
"Alles anders geworden? Der Arbeitsalltag in deutschen Redaktionen und seine Folgen"
Auf einer gemeinsamen Veranstaltung des DJV Berlin und des JVBB stellt am 1. Oktober 2009 Prof. Bernd Blöbaum, vom Institut für Kommunikationswissenschaft der Universität Münster, die Ergebnisse eines Forschungsprojektes über die Entwicklungen im Journalismus vor.
Die Wissenschaftler haben 15 Nachrichtenredaktionen, darunter ARD aktuell, SPIEGEL Online, DIE ZEIT, taz, SZ, RTL aktuell, BILD, sowie die Redaktion des Hörfunksenders Deutschlandfunk untersucht. Fragestellungen: Wie arbeiten die Redaktionen unter den sich wandelnden Bedingungen? Kostendruck, Aktualitätszwang, Crossmedia. Wie schätzen Journalisten die Folgen für die Qualität der Medien ein. Der Leiter der Untersuchung, Prof. Bernd Blöbaum, stellt die Ergebnisse zur Diskussion.
Auszüge aus den Ergebnissen der Studie sind bereits in der Ausgabe August 2009 der DJV-Mitgliederzeitschrift "Journalist" vorgestellt worden (S. 17 - 21). Koreferent ist Dr. Thomas Schiller, Chefredakteur der epd-Zentralredaktion, er ist gleichzeitig publizistischer Vorstand der Evangelischen Journalistenschule in Berlin und wird zu den Konsequenzen der Entwicklung für Journalistenausbildung und Nachrichtenagenturen Stellung nehmen.
Termin: 1. Oktober, 19.00 Uhr.
Ort: Deutschen Physikalischen Gesellschaft Am Kupfergraben 7 in 10117 Berlin (nahe Bhf. Friedrichstraße - gegenüber dem Pergamon-Museum).
Um Rechtzeitige Anmeldung per E-Mail wird gebeten: info@djv-berlin.de
Vor zwölf Jahren beschlossen: Umzug des DJV von Bonn nach Berlin – dennoch in Bonn geblieben!
Der Vorstand des DJV Berlin hat am 7. September beschlossen, gemeinsam mit dem VBJ/BrJV auf dem Bundesverbandstag vom 9.-12. November 2009 in Berlin folgenden Antrag einzubringen:
Der Bundesvorstand wird beauftragt, den Berlin-Umzug der Bundesgeschäftsstelle gemäß den mit großer Mehrheit verabschiedeten Verbandstagsbeschlüssen von fünf Landesverbänden seit 1997 nunmehr zeitnah zu konkretisieren. Dazu soll dem Gesamtvorstand bis Januar 2010 ein detaillierter Kosten- und Zeitplan vorgelegt werden, aus dem verbindlich hervorgeht, bis wann der Umzug abgeschlossen sein soll.
Begründung: Zwölf Jahre nach dem Umzugsbeschluss sitzt der DJV nach wie vor in Bonn und leistet sich in der Hauptstadt eine kostspielige Dependance. Mittlerweile sind alle anderen Verbände, die den Deutschen Presserat tragen, nach Berlin umgezogen. Auch der Umzug des Presserats selbst in diesem Jahr zeigt, dass eine solche Entscheidung auch rasch und erfolgreich umgesetzt werden kann.
Der Abstimmungsbedarf zwischen zwei Standorten und das langjährige Pendeln von Mitarbeitern schaffen Reibungsverluste, die sich kein Verband auf Dauer leisten sollte. In Zeiten knapper Kassen ist es den Mitgliedern nicht mehr zuzumuten, dass ihre Beiträge für den Unterhalt zweier Geschäftsstellen ausgegeben werden. Kurzfristig kostet der Umzug Geld, das aber schon mittelfristig wieder eingespart werden kann.
DJV Berlin Newsletter: Juli 2009
Hier ist der neueste DJV Berlin Newsletter und unsere Beitragstabelle.
Besserer Haftpflichtschutz für freie Journalisten
Die DJV Verlags- und Service-GmbH bietet ab sofort verbesserte Konditionen für die Vermögensschadens-Haftpflichtversicherung an. In Zusammenarbeit mit dem Anbieter R+V-Versicherung konnte der Rahmenvertrag für DJV-Mitglieder neu berechnet werden. So konnte der Beitrag um 15 Prozent abgesenkt werden, der Geltungsbereich wurde auf weltweiten Versicherungsschutz ausgedehnt. Existenzgründern wird gegen Nachweis in den ersten zwei Jahren zudem ein Beitragsnachlass von 25 Prozent eingeräumt. Auch die nebenberufliche Tätigkeit ist nunmehr eindeutig mitversichert.
Die neuen Konditionen gelten selbstverständlich auch für bereits bestehende Verträge. Altverträge werden zu den nächsten Fälligkeitsterminen entsprechend umgestellt. "Der Absicherung von Haftungsrisiken sollten vor allem freie Journalisten höchste Priorität einräumen", rät Wolfgang Bickelmann, Geschäftsführer der DJV Verlags- und Service-GmbH. "Ein Haftpflichtschaden kann im schlimmsten Fall zum finanziellen Ruin führen".
Die Vermögensschadenshaftpflicht deckt das ureigenste journalistische Haftungsrisiko. Werden beispielsweise durch ein Foto oder einen Artikel Persönlichkeits-, Wettbewerbs- oder gar Urheberrechte verletzt, muss diese Versicherung einspringen. Bereits seit 1994 hält die DJV-V&S deshalb einen Rahmenvertrag mit entsprechenden Sonderkonditionen für seine Mitglieder vor. Die Bedingungen wurden im Laufe der vergangenen Jahre ständig verbessert. So wurden beispielsweise die Selbstbeteiligung gesenkt und der Gebührenselbstbehalt gestrichen - ohne höhere Versicherungsbeiträge.
DJV-Mitgliedern steht im Versicherungsportal der DJV-V&S unter http://vs.djv.de das komplette Infopaket samt Antragsunterlagen zur Verfügung.
MPW und DJV Berlin laden zur Erkundung von Adlershof ein - Hier lebt die Zukunft!
Was macht Adlershof seit Jahren zum wichtigsten Wachstumsmotor der Stadt? Was tut sich links und rechts der Görlitzer Bahn und des Adlergestells? MPW und DJV Berlin laden gemeinsam zu einer Entdeckungsreise durch Adlershof ein. Termin: Donnerstag, 09. Juli 2009. Nach unserer Fahrt durch die Stadt der Wissenschaft, Wirtschaft und Medien steht Ihnen gern der Pressesprecher der WISTA Management GmbH Dr. Peter Strunk Rede und Antwort. Verbindliche Anmeldung erforderlich!
Treffpunkt für die Fahrt nach Adlershof: HILTON Berlin am Gendarmenmarkt (Abfahrt 17.00 Uhr), oder vor Ort: 17.45 Uhr Rudower Chaussee 17 Wegen der Busbestellung bis zum 30. Juni 2009 verbindliche Anmeldung per Fax: 030 / 20 122 30 oder e-mail: info@mpwberlin.de
Hintergrund: Vor 100 Jahren begann Adlershof mit tollkühnen Männern seinen Aufstieg zum Technologiestandort. 1909 wurde hier Deutschlands erster Motorflugplatz eröffnet. Seitdem haben Wissenschaft und Technik in Adlershof Tradition. Medikamente, innovative Medizintechnik und wissenschaftliche Geräte, wie die Multispektralkamera mit der Sigmund Jähn 1978 als erster Deutscher im All fotografierte, hatten hier ihre Wiege. Zu DDR-Zeiten forschten mehr als 4.400 Wissenschaftler in den Akademie-Instituten.
Nach der Wiedervereinigung waren sie die ersten, die dort innovative Unternehmen gründeten. Heute ist Adlershof im Südosten Berlins eines der erfolgreichsten wirtschaftlichen Aufbauprojekte Deutschlands. Auf 4,2 Quadratkilometern nahe der neuen Autobahn A113 zum Flughafen Schönefeld entsteht seit 1991 die integrierte Stadt für Wissenschaft, Wirtschaft und Medien.
Über 14.200 Menschen arbeiten mittlerweile hier, ein Drittel von ihnen in den 410 technologieorientierten Unternehmen des Wissenschafts- und Technologieparks. Mit 147 hier angesiedelten Firmen der Film- und Fernsehbranche ist Adlershof auch zu Berlins bedeutendstem Medienstandort geworden.
Forum DJV Berlin: „Die Entwicklung des Internets war abzusehen – nicht die Wirtschaftkrise“
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Aufmerksame Zuhörer beim Vortrag von Prof. Meier, (v. rechts): Dr. Pistorius, Moderator Jorg Wagner , vierter: Uli Heuser, DJV Landesvorsitzender Hessen. Foto: G. Fromm |
Dicht besetzt war der Saal im Automobil Forum der VW AG Unter den Linden. Stühle mussten zusätzlich hereingebracht werden, als der Vorsitzende des DJVBerlin, Dr. Pistorius, die Teilnehmer am Diskussionsforum „Wie bewältigen wir die Krise“ gestern (25. Juni) mit der Feststellung begrüßte: „Die Wirtschaftkrise trifft uns Journalisten mit voller Wucht! Viele Kolleginnen und Kollegen werden arbeitslos“.
Nach kontroversen Einführungsvorträgen und anschließender Podiumsdiskussion beendete er das Forum mit der Feststellung: „Wir haben keine Klagemauer veranstaltet“ und hob hervor, dass der Abend den Journalisten Anregungen – auch für das berufspolitische Handeln des DJV – gebracht habe.
Herzlich begrüßt wurde Ruben Jonas Schnell, der tags zuvor mit dem Grimmepreis 2009 für sein Projekt Internetradio Byte FM in Hamburg ausgezeichnet worden ist und sich dennoch die Zeit nahm in Berlin an der Podiumsdiskussion teilzunehmen, um sein Projekt vorzustellen, als Beispiel wie Journalisten der heutigen Realität ihres Berufes gerecht werden können. Näheres >>> aktuelle news.
Prof. Dr. Klaus Meier, Uni Darmstadt, stellte zu Beginn seine neun Thesen zum Strukturwandel der Medien „Journalismu in der Wirtschaftskrise“ vor, (siehe: >>> http://journalistik-journal.lookingintomedia.com/?p=269). Anschließend zeigte Wolfgang Kiesel, DJV - Coach und Autor des Ratgebers „Von Beruf frei", Szenarien auf, welche Strategien Journalisten jetzt verfolgen können, um die Krise zu überstehen.
Die Teilnehmer der Diskussionsrunde fassten ihre Einschätzung der Situation am Schluss jeweils kurz so zusammen - nach dem Moderator Jörg Wagner (Medienmagazin „radioeins“) die Diskussion mit der Feststellung eröffnet hatte: „Die Entwicklung im Internet war seit 15 Jahren abzusehen, die Wirtschaftskrise nicht“:
Prof. Dr. Klaus Meier: Sich verstärkt auf die lokale - örtlich beschränkte Berichterstattung konzentrieren. Z.B. lokalbegrenzte Internetforen schaffen, Kiezsender.
Gerhard A. Pfeffer (Online-Magazin „Pr-Journal.de“): Im eigenen Interesse sollten Journalisten auch PR-Arbeit leisten aber sie müssen dabei Journalisten bleiben, „Werden sie Verleger, schließen Sie sich zu Arbeitteams zusammen!“
Klaus Schnabel-Koeplin (Initiierte „rockradio.de“, ein Internetradio, das von einem gemeinnützigen Verein getragen wird): Zusammenschließen, sich gemeinsam vermarkten, Redaktionspools bilden.
Ruben Jonas Schnell (Gründete in Hamburg das Internetradio „Byte.FM“, Grimmepreisträger Online Award 2009): Leidenschaftlich seine Arbeit machen.
Heide-Ulrike Wendt (Chefredakteurin des Medienmagazins „Berliner Journalisten“, Autorin u. a. für „stern“, „AMICA“, „ZEIT“, „Focus“): Den Journalistinnen und Journalisten Mut machen.
Arno Metzler (Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Freien Berufe): Ein Leitbild für Journalisten entwickeln: Was macht ein Journalist, was ein PR-Berater – Journalismus wird durch Individualität und Qualität vorangebracht.
Wolfgang Kiesel: Aus unseren eigenen Mitteln müssen wir Journalisten mehr machen, die traditionellen Arbeitswege Journalist, Redaktion, Verlag funktionieren nicht mehr.
Mitgliederbrief Juni - Unter Newsletter: >>>
| Newsletter_DJV_Berlin_Juni_2009.pdf |
DJV Berlin bei den Deutsch-Polnischen Medientagen in Stettin
Bericht: Gabi Fromm
„20 Jahre später...“ - unter diesem Motto standen die diesjährigen Deutsch-Polnischen Medientage vom 17. bis 19. Juni in Stettin, die rund 300 Teilnehmern die Gelegenheit gaben, den Zeitzeugen der damaligen Ereignisse aus Polen und Deutschland zu begegnen. Unter anderem waren dabei: Hans-Dietrich Genscher, Lech Wasa, Janusz Reiter und Aleksander Kwaniewski.
Hans-Dietrich Genscher und Lech Walesa diskutierten am 18. Juni angeregt über die Zeit vor 20 Jahren, in denen sie als Zeitzeugen politisch aktiv dabei waren, und über deren Auswirkungen auf die heutige Zeit. Walesa brachte das Publikum, die Journalisten, mehrfach durch seine überspitzt formulierten Äußerungen zum Lachen, Genscher gab sich eher sachlich.
Die Zweiten Deutsch-Polnischen Medientage 2009 wurden gemeinsam von der Robert Bosch Stiftung, der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit, der Wojewodschaft Westpommern und der Stadt Stettin veranstaltet. Seit 1997 wird jährlich zu diesen Tagen der Deutsch-Polnische Journalistenpreis vergeben, gestiftet von den drei deutschen Bundesländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, dem Freistaat Sachsen, den drei polnischen Wojewodschaften Lebuser Land, Niederschlesien und Westpommern sowie der Robert Bosch Stiftung und der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit.
Um den Preis haben sich in diesem Jahr 145 Teilnehmer beworben, deren Arbeiten eine unabhängige Jury zu beurteilen hatte. Jeweils sechs Teilnehmer aus den Kategorien Presse, Hörfunk und Fernsehen sind für die Preisverleihung nominiert und eingeladen worden. Am Abend des 18. Juni wurden aus jeder Kategorie die Preisträger bekannt gegeben. Die Auszeichnungen erhielten (Bild unten, v. lks):
Wodzimierz Nowak (Gazeta Wyborcza) in der Kategorie Presse für seinen Beitrag: „Auf der anderen Seite der Briefmarke", Alicja Kulik (Polskie Radio Olsztyn) in der Kategorie "Hörfunk" für ihr Feature "Am Anfang gab es nur einen Traum", Martin Schöne und Tobias Gohlis (ZDF Infokanal) in der Kategorie „Fernsehen" für ihre Dokumentation „Tod in Breslau - Crime time: Marek Krajewski". - Weitere Infos unter www.medientage.org
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Foto-coulage: G. Fromm |








